
Der neueste Goldkaufplan der polnischen Zentralbank ist ein weiterer bedeutender Schritt in der globalen „Entdollarisierung“ der Zentralbanken. Trotz hohen Goldpreises strebt Polen an, seine Goldreserven weiter auszubauen.
Plan: Obergrenze um 150 Tonnen erhöhen, Zielreserven von 700 Tonnen
Laut einer Erklärung der polnischen Zentralbank hat sie einen Plan zur Erhöhung des Goldbestandes um bis zu 150 Tonnen genehmigt. Bei vollständiger Durchführung würde sich die Gesamtreserve auf etwa 700 Tonnen erhöhen. Diese potenziellen Käufe würden zur aktuellen Bewertung rund 23 Milliarden Dollar betragen.
Der Präsident der polnischen Zentralbank, Adam Glapiński, gab an, das Goldlimit von etwa 550 Tonnen Ende letzten Jahres auf 700 Tonnen erhöhen zu wollen, wobei der Zeitrahmen noch unklar ist. Der maximale Anteil von Gold in den Währungsreserven könnte derzeit etwa 30 % betragen.
Hintergrund: Polen kauft intensiv, rund 100 Tonnen bis 2025
Offiziell betont die polnische Zentralbank, dass Gold „kein Kreditrisiko“ birgt, von keiner ausländischen Politik abhängt und in finanziellen Krisen widerstandsfähiger ist. Polen hat bis 2025 etwa 100 Tonnen Gold hinzugefügt und nimmt eine führende Position unter den zentralen Käufern bei der IMF-Anmeldung ein.
Seit 2022 hat sich das Tempo der Goldkäufe durch die Zentralbanken deutlich erhöht, wobei der Markt dies mit geopolitischen Risiken, Sanktionen und Neubewertungen der Risiken von Vermögenssperren in Verbindung bringt, was die Eigenschaft von Gold, „schwer einfrierbar“ zu sein, neu bewertet hat.
Goldpreisumfeld: Neue Höchststände, Institute heben Zielkorridore weiter an
Angetrieben durch die Nachfrage der Zentralbanken und den Hang zu sicheren Anlagen, hat der Goldpreis in den letzten 18 Monaten stark zugenommen. Berichten zufolge erreichte der Spotpreis fast 4818 Dollar pro Unze und hält ein hohes Niveau.
Mehrere Institute bleiben optimistisch: Die ANZ Bank meint, die geopolitische Unsicherheit und sichere Anlagen könnten die Nachfrage weiter stützen, während Citi den Goldpreis in den kommenden Monaten bei 5000 Dollar sieht und für Silber sogar aggressivere Ziele nennt. Auch Goldman Sachs und J.P. Morgan geben hohe mittelfristige Prognosen ab.
Marktinterpretation: Verstärktes „hartes“ Zentralbankbedürfnis, aber Timing und Fokus sind entscheidend
Für den Markt signalisiert Polens Schritt, dass offizielle Stellen bereit sind, Gold auch auf historischen Höchstständen als Kernreserve zu betrachten, was die Geschichte der „harten Zentralbanknachfrage“ stärkt. Gleichzeitig fokussieren sich Investoren auf zwei Punkte: ob Polen seinen Goldkauf zügig durchführt und ob andere Zentralbanken folgen, was die Schwankungen beim Goldpreis beeinflussen könnte.
