- Die wiederholten Spannungen im Nahen Osten und die enttäuschenden Quartalsberichte der Technologieriesen haben die Risikobereitschaft auf den globalen Finanzmärkten erhöht. Die drei großen US-Aktienindizes schlossen alle im Minus. Der Halbleiterriese Broadcom fiel im nachbörslichen Handel aufgrund enttäuschender Umsatzzahlen um über 11%, was voraussichtlich heute Druck auf die asiatische Technologiekette und den Technologiesektor ausüben wird.
- Der neueste Beige Book-Bericht der US-Notenbank zeigt, dass der Inflationsdruck in den USA weit verbreitet ist. Zusammen mit dem Anstieg der Dienstleistungsaktivitäten im Mai führte dies zu einem Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Der Geldmarkt hat seine Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Fed bis 2026 grundlegend geändert und bereits einen Spielraum für eine Zinserhöhung um etwa 20 Basispunkte eingepreist.
- Der Dollar-Index stieg um 0,3% auf ein Zwei-Monats-Hoch, was zu einem allgemeinen Druck auf Nicht-US-Währungen und Rohstoffe führte. Der Gold- und Kupferpreis fiel um 1,2% bzw. 2,5%. Der Yen fiel weiter unter die Marke von 160,00 gegenüber dem Dollar, was die Besorgnis über eine mögliche verbale oder direkte Intervention der japanischen Behörden deutlich erhöhte.
Makropolitische Erwartungen wenden sich dem Falkenlager zu
Die unerwartete Expansion der US-Dienstleistungsaktivitäten im Mai und der neueste Beige Book-Bericht der Fed haben die Preislogik des Rentenmarktes neu gestaltet. Der Bericht zeigt, dass der Inflationsdruck in den USA in breiterer Form sichtbar wird, was Verbraucher und Unternehmen weiterhin belastet. Infolgedessen stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen aufgrund der Erwartung, dass der Preisdruck kurzfristig nicht nachlassen wird. Die Derivatpreise auf dem Geldmarkt zeigen, dass Händler ihre Einschätzung des geldpolitischen Kurses der Fed bis 2026 grundlegend geändert haben. Der Markt hat bereits eine Zinserhöhung um etwa 20 Basispunkte eingepreist und die vorherige Konsensmeinung über Zinssenkungen vollständig verworfen. Sollte sich der Kerninflationsdruck weiter verstärken, könnte die Fed ihre Politik weiter in den restriktiven Bereich verschieben.
Technologieaktien unter doppeltem Druck geopolitischer Faktoren
Während sich die geldpolitischen Aussichten der Fed in Richtung eines restriktiveren Kurses bewegen, zeigen globale Risikoanlagen unter dem doppelten Einfluss von Unternehmensberichten und geopolitischen Spannungen Schwäche. Am Mittwoch schlossen die drei großen US-Aktienindizes aufgrund der durch die Eskalation der US-Iran-Spannungen ausgelösten Risikobereitschaft im Minus. Im nachbörslichen Handel fiel der Aktienkurs des Chipherstellers Broadcom um über 11%, nachdem die Quartalsumsätze die Markterwartungen nicht erfüllten. Als einer der wichtigsten Indikatoren im Bereich der künstlichen Intelligenz stellt die Leistung von Broadcom die jüngste Aktienmarkteuphorie in Frage, die durch künstliche Intelligenz angetrieben wurde, und wird voraussichtlich erheblichen Druck auf die asiatischen Technologieaktien und die Halbleiterlieferkette ausüben.
Energie- und Rohstoffmärkte verstärken die Volatilität
Die wiederholten Spannungen im Nahen Osten sind der Hauptkatalysator für die hohe Volatilität der Rohstoffpreise. Aufgrund der Verschärfung der US-Iran-Spannungen am Mittwoch stieg der Preis für West Texas Intermediate Öl um 2,4%. Die Übertragungswege geopolitischer Risiken sind jedoch äußerst ungewiss. Am Donnerstagmorgen fiel der Ölpreis um 0,95%, nachdem die Nachricht über eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und dem Libanon bestätigt wurde. Im Gegensatz zu den Schwankungen auf dem Energiemarkt stehen Rohstoffe insgesamt unter Druck, da die globale Liquidität sich verengt und die Risikoprämien neu bewertet werden. Der starke Dollar-Index übt direkten Druck auf Nicht-US-Assets aus, was zu einem Rückgang des Goldpreises um 1,2% und des Kupferpreises um 2,5% führt und die Besorgnis über die globale Gesamtnachfrage und das Liquiditätsumfeld widerspiegelt.
Nicht-US-Währungen unter Druck und Interventionsrisiko
Mit dem Anstieg des Dollar-Index um 0,3% auf den höchsten Stand seit zwei Monaten schwächten sich die wichtigsten globalen Währungen gegenüber dem Dollar ab. Der neuseeländische Dollar fiel um 1,1%, der australische Dollar um 0,75%, und auch andere G10-Währungen wie der Schweizer Franken und der kanadische Dollar erlebten unterschiedliche Bewertungsrückgänge. Auf dem asiatischen Devisenmarkt fiel der Offshore-Renminbi um 0,25%, während der Yen weiter unter die historische Marke von 160,00 gegenüber dem Dollar fiel. Die anhaltende Schwäche des Yen hat die Marktvolatilität deutlich erhöht, und Händler sind derzeit äußerst wachsam gegenüber möglichen verbalen oder direkten Interventionen des japanischen Finanzministeriums und der Zentralbank. Auch die parlamentarische Anhörung hochrangiger Beamter der australischen Zentralbank wird aufmerksam verfolgt. Sollten der stellvertretende Gouverneur und andere Beamte harte Aussagen zur Inflationsresistenz machen, könnte dies den schwachen Rohstoffwährungen teilweise Unterstützung bieten.