- Die Aktien von Broadcom (AVGO:US) fielen vorbörslich um 13,0%, nachdem das Unternehmen seinen neuesten Finanzbericht veröffentlicht hatte. Der Rückgang ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Management die langfristigen Verkaufsprognosen für das Geschäft mit künstlicher Intelligenz im Halbleiterbereich unverändert ließ, was die extrem hohen Markterwartungen nicht erfüllte und den Nasdaq 100-Futures um 1,2% nach unten zog.
- Anzeichen für eine Neubewertung über verschiedene Anlageklassen hinweg zeigen sich, während sich die geopolitische Lage marginal entspannt. Israel und Libanon einigten sich auf einen Waffenstillstand, was die Brent-Öl-Futures um 1,5% auf 96,30 USD pro Barrel sinken ließ, während die New Yorker Gold-Futures nach einem Anstieg von 0,5% bei 4488,40 USD pro Unze in einer engen Spanne konsolidierten.
- Die Volatilität auf den globalen Währungs- und Kryptomärkten nimmt zu. Der US-Dollar-Index bleibt nahe einem Zweimonatshoch von 99,45 stabil, während der Yen gegenüber dem Dollar bei der kritischen Marke von 159,90 eine Erholung verzeichnete. Die Neubewertung von Risikoanlagen führte dazu, dass Bitcoin ein Viermonatstief von 59.900 USD erreichte.
Rückgang von Wachstumsaktien im Technologiesektor und Erwartungsmanagement
Die Marktbewertung des Themas künstliche Intelligenz steht vor einer phasenweisen Korrektur. Obwohl Broadcom im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 221,9 Milliarden USD erzielte, was einem Anstieg von 48% im Jahresvergleich entspricht, und einen Gewinn pro Aktie von 2,44 USD nach nicht-GAAP, der über den Markterwartungen von 2,40 USD lag, führte die Beibehaltung des Jahresziels von 56 Milliarden USD für den Umsatz mit KI-Chips ohne Erhöhung zu einer Konzentration von Gewinnmitnahmen. Diese Volatilität beeinflusste auch CrowdStrike Holdings (CRWD:US), das vorbörslich einen deutlichen Rückgang von 11,0% verzeichnete. Vermögensverwalter weisen darauf hin, dass dies zeigt, dass der Markt nach einem langen Anstieg einen technischen Konsolidierungsbedarf hat und Investoren die Frage neu bewerten, ob die Nachfrage nach Chips unbegrenzt exponentiell wachsen kann.
Marginale Entspannung der geopolitischen Lage und Umstrukturierung im Energiesektor
Im Hinblick auf die geopolitischen Veränderungen im Nahen Osten brachte das Waffenstillstandsabkommen zwischen Libanon und Israel den Energie- und Rentenmärkten eine Atempause. Obwohl es im Libanon weiterhin lokale Konflikte gibt und der Iran erklärt hat, dass die Verhandlungen über ein vorläufiges Abkommen keine wesentlichen Fortschritte gemacht haben, hat die Erwartung eines Waffenstillstands dennoch einen Teil der geopolitischen Prämie abgebaut. Der Brent-Ölpreis fiel nach dem ersten Tagesrückgang der Woche auf die Marke von 97 USD pro Barrel. Analysten weisen darauf hin, dass trotz eines Rückgangs der US-Rohölbestände um 8 Millionen Barrel die Freigabe von taktischen und strategischen Reserven einen Puffer für eine potenzielle Verknappung im dritten Quartal bietet. Sollte die Lage in der Straße von Hormus kurzfristig gelöst werden, könnte die Risikoprämie an den globalen Aktienmärkten weiter sinken.
Ziehen und Zerren auf den Renten- und Devisenmärkten
Die Renditen globaler Anleihen zeigten nach makroökonomischen Ereignissen insgesamt eine enge Schwankung. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sank leicht um 1 Basispunkt auf 4,48%, während die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen um 1,5 Basispunkte auf 3,02% zurückging. Auf dem Devisenmarkt stützte der starke Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor den US-Dollar-Index nahe einem Zweimonatshoch. Der Yen erhielt aufgrund der Andeutungen des Gouverneurs der Bank of Japan, Kazuo Ueda, über eine mögliche Zinserhöhung im Monat eine Atempause vor der Interventionslinie bei 160. Im Gegensatz dazu war die Korrektur bei Krypto-Assets deutlicher, da Bitcoin nach dem Unterschreiten der geschätzten Mining-Kosten-Spanne vor einer Richtungsentscheidung steht, wobei die 200-Wochen-Gleitender-Durchschnittsmarke bei 60.000 USD zum aktuellen Fokuspunkt des Kampfes zwischen Bullen und Bären geworden ist.