
Übersicht der Ereignisse: Drohne abgeschossen, Handelsschiff am selben Tag gewarnt
Am 4. Februar Pekinger Zeit meldete das US-Zentralkommando (CENTCOM), dass eine iranische Drohne vom Typ „Shahed-139“ von einem F-35C-Kampfflugzeug abgeschossen wurde, als sie sich aus Richtung des Arabischen Meeres einem Flugzeugträgerverband näherte. Laut US-Angaben geschah dies aus Selbstverteidigung und zum Schutz des Bordpersonals, es gab keine Verletzten oder Materialverluste.
Fast zur gleichen Zeit kam es auch in der Straße von Hormus zu Spannungen: Verschiedene Schifffahrtsinformationen zeigten, dass iranische Kanonenboote dem unter US-Flagge fahrenden Chemietanker „Stena Imperative“ den Funkbefehl „Stoppen, bereit für Entern“ übermittelten. Der Tanker beschleunigte daraufhin und wurde von einem US-Kriegsschiff begleitet, ohne dass sich die Situation weiter zuspitzte.
Marktreaktion: Ölpreise steigen, Risikoanlagen schwächeln
Die Konfliktsignale verstärkten die Besorgnis über Liefer- und Transportsicherheit. Der internationale Rohölpreis stieg daraufhin: Der Brent-Abrechnungspreis lag bei etwa 67,33 USD pro Barrel, der WTI bei etwa 63,21 USD pro Barrel, beide verzeichneten einen Tagesanstieg von etwa 2 %; Reuters berichtete, dass der Ölpreis nach den Drohnennachrichten noch weiter anstieg.
An den Aktienmärkten herrschte in der Technologiebranche eine vorsichtige Stimmung. Berichten zufolge weitete der NASDAQ während des Handels seine Verluste aus; bei Handelsschluss lagen der S&P 500, der Dow Jones und der NASDAQ im Minus, wobei der NASDAQ die größten Verluste verzeichnete.
Diplomatische Linie: Verhandlungen "wie gewohnt" Aussage und Forderungen nach "Orts- und Themenänderungen" gleichzeitig
Neben den militärischen Spannungen gibt es auch in der diplomatischen Planung Variablen. Reuters zufolge will der Iran die ursprünglich in Istanbul geplanten Gespräche nach Oman verlegen und bevorzugt, die Themen auf das Nuklearthema zu beschränken und bilateral fortzusetzen.
Das Weiße Haus hingegen signalisiert, dass der Zeitplan weiterhin voranschreitet: Caroline Levitt erklärte öffentlich, dass die Gespräche wie geplant später in dieser Woche fortgesetzt werden.
Warum der Markt empfindlicher auf die Straße von Hormus reagiert
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist ein entscheidender „Engpass“ für den Export von Rohöl aus dem Nahen Osten. Reuters weist darauf hin, dass die Exporte der meisten Golf-Ölproduzenten von dieser Wasserstraße abhängen. Häufigere Abfang-, Begleit- oder Fehleinschätzungen könnten die Frachtkosten, Versicherungen und Liefererwartungen neu bewerten und Preisschwankungen schneller auf die Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkte übertragen.
Ausblick: Drei Faktoren bestimmen, ob die Volatilität abnimmt
- Ob der endgültige Ort und die Agenda der Gespräche vereinbart werden (Istanbul oder Oman, bilateral oder nicht).
- Ob sich abermals „Abfang- und Begleit“-Vorfälle auf See ereignen und das Risikoaufschlag für den Transport anhält.
- Ob die Ölpreise weiterhin von geopolitischen Risiken bestimmt werden oder zurück zu einer Preisgestaltung basierend auf Beständen und Nachfragekehren.
