Ein Branchenüberblick vom 26. Oktober beleuchtet Geschäftsentwicklungen, regulatorische Vorhaben und Änderungen bei Brokerdiensten. Plus500 hob seinen Jahresausblick an. OANDA Japan setzte nach einem Angriff auf einen Server Auszahlungen aus, und FXOpen UK beantragte die Rückgabe seiner Lizenz und schließt Kundenkonten. Zu den finanziellen Auswirkungen, einem Zeitplan für die Wiederaufnahme der Auszahlungen und dem Stand des Lizenzantrags lagen keine näheren Angaben vor. Das Ausmaß der Folgen bleibt daher vorerst offen.
Plus500 hebt Ausblick an, OANDA Japan stoppt Auszahlungen
Plus500 erhöhte seine Prognose für das Gesamtjahr, nannte jedoch weder neue Kennzahlen noch Angaben zu Umsatz oder Gewinn. Die Anpassung kann die Einschätzung der Jahresleistung durch den Markt beeinflussen. Ohne Angaben zur Höhe der Prognoseänderung und zu den Beiträgen einzelner Geschäftsbereiche lässt sich deren Tragweite allerdings nicht beurteilen.
Der japanische Forex-Broker OANDA Japan setzte Auszahlungen aus, nachdem ein Server kompromittiert worden war. Wann der Angriff stattfand, wie viele Konten betroffen sind, welchen Status die Kundengelder haben und wann Auszahlungen wieder möglich sein könnten, wurde nicht mitgeteilt. Für Kunden stehen damit zunächst der Zugang zu Auszahlungen und der Zeitpunkt der Wiederherstellung des Dienstes im Vordergrund. Die technische Ursache und die Reaktion des Unternehmens sind bislang ebenfalls nicht näher erläutert.
FXOpen UK hat bei der zuständigen Aufsicht beantragt, seine Lizenz zurückzugeben, und schließt Kundenkonten. Offen ist, wie die Aufsichtsbehörden mit dem Antrag umgehen, nach welchem Verfahren die Konten geschlossen werden und ob eine Übertragung von Kundengeldern vorgesehen ist. Für Kunden sind daher die Anweisungen des Unternehmens und mögliche Mitteilungen der britischen Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) wichtig, wenn sie ihre Konten verwalten.
FCA prüft Regeln für Führungskräfte, IG plant Prognosemärkte
Die FCA will ihre Vorgaben für leitende Führungskräfte überarbeiten. Konkrete Änderungsvorschläge, die betroffenen Personengruppen und ein Zeitplan für die Umsetzung wurden nicht genannt. Welche Folgen sich daraus für Unternehmen und ihre Führungskräfte ergeben könnten, ist daher noch unklar.
Webull verlängerte die Handelszeiten für den Optionshandel. Match-Prime wurde zugleich in iSAM Securities Apex integriert. Angaben dazu, wie weit die erweiterten Handelszeiten bei Webull reichen oder welche Dienstleistungen und geschäftlichen Vereinbarungen die Integration von Match-Prime umfasst, lagen nicht vor. Die Ankündigungen betreffen die Verfügbarkeit von Handelsangeboten und eine Plattformintegration; Einzelheiten zur Produktgestaltung und zum operativen Ablauf wurden nicht veröffentlicht.
IG plant den Eintritt in den Markt für Prognosemärkte und beantragt dafür eine britische Glücksspiellizenz. Das Unternehmen nannte weder einen Starttermin noch die geplante Produktform oder den Bearbeitungsstand des Antrags. Die Vorhaben könnten das Geschäftsfeld von IG erweitern, befinden sich aber noch in der Planungs- beziehungsweise Antragsphase. Die Lizenzfrage bleibt damit ein regulatorischer Schritt der britischen Strategie.
Führungswechsel, NAGA-Ergebnis und neues Datenwerkzeug
Der Branchenüberblick wertete 275 Wechsel in leitenden Positionen aus. Thematisiert wurden neue Führungsaufgaben im Handel, der Wettbewerb um Fachkräfte für künstliche Intelligenz sowie Dubai als Standort für Beschäftigte der Branche. Namen, konkrete Ernennungen und eine Aufschlüsselung der Daten wurden nicht genannt.
Bei NAGA ging der Gewinn zurück, während die Marketingkosten stiegen. Angaben zu den Beträgen und zum Berichtszeitraum fehlen. Deshalb lässt sich nicht beurteilen, in welchem Umfang die beiden Entwicklungen das Ergebnis beeinflusst haben.
FM Intelligence stellte FMIQ (FM Intelligence Quantitative) vor. Das Werkzeug ermöglicht es, Daten über das Portal in natürlicher Sprache abzufragen. Es umfasst sieben Datensätze zu Handelsvolumen, Traffic, Plattformen, Marktbewegungen, Regulierung, Bußgeldern und Lizenzen. Die Ergebnisse enthalten Daten, Zeiträume und Quellen und werden unabhängigen Qualitätsprüfungen unterzogen. Nutzer können Rückfragen stellen; Abfragen erfolgen in Echtzeit. Das Werkzeug arbeitet ausschließlich lesend und verändert die zugrunde liegenden Daten nicht.
FMIQ richtet sich an Redaktionsteams sowie an Fachleute aus Vertrieb, Forschung und Analyse und dem Compliance-Bereich. Angaben zu Preisen und Zugangsbedingungen wurden nicht veröffentlicht.