- Die neuesten Daten des US Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigen, dass der Produzentenpreisindex (PPI) der Endnachfrage im März um 0,5 % gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, niedriger als die zuvor erwarteten 1,1 %; aber der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr erreichte 4,0 % und markierte den größten monatlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr seit Februar 2023.
- Der starke Anstieg der Energiepreise ist der Hauptantrieb für die Erhöhung des PPI. Insbesondere stiegen die Benzinpreise um 15,7 % gegenüber dem Vormonat, während die Kosten für Flugbenzin um 30,7 % stiegen, beeinflusst durch geopolitische Kriege im Nahen Osten und Seeblockaden. Dies führte dazu, dass sich die Energiepreise nach einem Anstieg um 2,1 % im Februar um weitere 8,5 % im März stark nach oben bewegten.
- Ohne schwankende Faktoren wie Lebensmittel und Energie erwarten Marktinstitutionen, dass der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im März um 0,3 % im Monatsvergleich zunimmt und dass der Anstieg im Jahresvergleich 3,2 % erreicht. Aufgrund der Sturheit der Inflation, die sich stromaufwärts überträgt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) für dieses Jahr auf etwa ein Drittel gesunken, wobei der Übernacht-Basiszinssatz im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % bleibt.
Angebotsseitige Schocks und Neubewertung der Warenpreise
Die wesentliche Eskalation der geopolitischen Konflikte im Nahen Osten verändert tiefgreifend das Preissystem der industriellen Abgabepreise in den USA. Seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar sind die internationalen Rohölpreise um über 35 % gestiegen und haben kürzlich die psychologische Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten. Diese extreme geopolitische Risikoprämie spiegelt sich direkt in den Warenpreisunterteilungen des Labor Statistics Bureau wider. Die Gesamtkosten der Waren stiegen im März um 1,6 %, deutlich mehr als die vorherigen 1,0 %. Der Anstieg der Flüssiggaspreise um 14,4 % und der Sprung bei raffinierten Produkten deuten darauf hin, dass die importierten Kosten in der Primärindustrie für Energie und Chemie in einem noch nie dagewesenen Tempo neu bewertet werden. Sollte die Seeblockade anhalten, könnte das Risikopotenzial der Energielieferkette weiter zunehmen.
Spaltung der Dienstleistungsinflation und Effekt der Zollübertragung
Im Vergleich zu den starken Schwankungen auf der Warenseite zeigten die Dienstleistungspreise im März eine komplexe strukturelle Eigenart. Die Gesamtdienstleistungspreise verharrten im Monat auf einem Nullwachstum und kühlten sich gegenüber dem Anstieg von 0,3 % im Februar ab. Insbesondere sank die Gewinnmarge von Handelsdienstleistungen um 0,3 %, was den Anstieg der Transport- und Lagerdienstleistungskosten um 1,3 % teilweise ausglich. Makroökonomen weisen darauf hin, dass diese vorübergehende Stabilität der Dienstleistungspreise darauf hindeuten könnte, dass die vorherige Übertragungseffekte der Zollpolitik ihrem Ende zugehen. Dennoch erholten sich die Großhandelspreise für Flugtickets nach einem Rückgang in der Vorgeschichte um 2,8 %, und die Verwaltungsgebühren für Investmentportfolios stiegen im zweiten Monat in Folge um 1,0 %, was anzeigt, dass Dienstleistungen mit starker Preissetzungsmacht weiterhin die hohen Betriebskosten auf die Endverbraucher übertragen.
Hawkishe Anpassung des geldpolitischen Kurses
Die strukturelle Stärke der PPI-Daten verhärtet weiter die makroökonomische Logik der US-Notenbank zur Aufrechterhaltung einer restriktiven Geldpolitik. Da PPI-Unterkategorien wie Flugtickets, Gesundheitsversorgung und Investmentportfoliomanagement direkt mit den Berechnungsgewichten des PCE-Preisindex verknüpft sind, macht das hohe Niveau der vorgelagerten Preise den Weg zur Rückkehr des Inflationsziels von 2 % am Endpunkt äußerst eng. Im letzten Woche veröffentlichten Sitzungsprotokoll der Zentralbank zur Geldpolitik im März deuteten einige Entscheidungsträger sogar an, die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Zinsanhebungszyklus zu erörtern. Sollten die nachfolgenden CPI- und PCE-Daten den Trend einer Inflationswiederholung weiterhin unterstützen, könnte Fed gezwungen sein, den Zeitplan für eine wirkliche geldpolitische Lockerung im Jahr umfassend zu überprüfen, was das risikofreie Renditeniveau kurzfristiger Staatsanleihen anheben könnte.