Die neuesten Signale des australischen Kraftstoffmarktes lauten "Bestände sind nicht erschöpft, aber der Vertrieb steht weiterhin unter Druck". Energieminister Chris Bowen erklärte am 6. April, dass der Anteil der Tankstellen ohne Dieselkraftstoff landesweit auf 3,4 % gesunken ist und dass die Regierung sich Lieferverträge gesichert hat, die bis Mai fortgesetzt werden. Im Vergleich zu einem "nationalen Ausfall" betonen die offiziellen Stellen stärker, dass das Problem auf bestimmte Standorte, insbesondere ländliche und landwirtschaftliche Gebiete, konzentriert ist. Auch die Regierung von New South Wales hat klargestellt, dass die Kraftstoffversorgung im Staat weiterläuft, es jedoch lokale Unterbrechungen gibt.
Struktur der Versorgung
Der zentrale Schwachpunkt im australischen Kraftstoffsystem ist die hohe Abhängigkeit von importierten Fertigprodukten. Laut Reuters stammen etwa 90 % des Kraftstoffs in Australien aus Importen, hauptsächlich aus Asien. Vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten, auch wenn das Rohöl nicht vollständig aus dem Golf stammt, würde die Verschlechterung der Sicherheit in der Straße von Hormus und der regionalen Schifffahrt dennoch die Kosten und die Unsicherheit der globalen Fertigproduktverteilung erhöhen. Seit Beginn des Konflikts wurden sechs Treibstofflieferungen storniert, obwohl die Regierung erklärte, dass diese durch Ersatzlieferungen ausgeglichen wurden, doch die Belastbarkeit der Lieferketten wurde eindeutig auf die Probe gestellt.
Auswirkungen auf die Lieferkette
Aus Sicht der Lieferkette ist Diesel derzeit am stärksten betroffen. Laut einem Bericht von Reuters vom 4. April hatten 312 von landesweit etwa 8.000 Tankstellen keinen Diesel, wobei der Druck hauptsächlich in ländlichen Gebieten liegt. Diesel ist in Australien nicht nur für den Straßentransport wichtig, sondern auch eine bedeutende Energiequelle für die Landwirtschaft, den Bergbau, die Bauwirtschaft und die Logistik. Wenn sich die Aussaat- und die Rohstofftransportspitzen überschneiden, wird die begrenzte Dieselversorgung meist vorrangig für die Landwirtschaft und Schlüsselindustrien gesichert, was dazu führt, dass zivile Tankstellen vermeintlich "zuerst leer" werden. Aus diesem Grund betonen die Behörden wiederholt, kein Öl zu horten, um eine weitere Verzerrung der Verteilung zu vermeiden.
Lagerbestände und Risikobewertung
Die derzeitigen Lagerbestände von 39 Tagen Benzin, 29 Tagen Diesel und 29 Tagen Flugbenzin bedeuten, dass Australien noch nicht in einer systemischen Mangelsituation ist, aber die Puffer sind gering. Im Vergleich zu den von Reuters am 24. März erwähnten "30 Tagen Dieselreserven" sind die neuesten Diesel- und Kerosinbestände etwas niedriger oder auf einem ähnlichen Niveau, was zeigt, dass das Versorgungsmanagement der Regierung mehr in einem Zustand des "gleichzeitigen Auffüllens und Verbrauchens" erfolgt. Wenn zusätzliche Lieferungen weiter eintreffen, kann der Markt stabil bleiben; sollte sich die maritime Störung jedoch verlängern, könnten regionale Engpässe, die vorrangige Zuweisung von Diesel und Preisschwankungen immer wieder auftreten.
Politische Maßnahmen
Die aktuelle Strategie der Regierung ist nicht die Rationierung, sondern die Stabilisierung des Marktes durch Ersatzlieferungen, Branchenkoordination und öffentliche Führung. Bowen erklärte, dass Partner in Südostasien in der aktuellen Phase eine zuverlässige Rolle bei der Energieversorgung spielen. Der Staat New South Wales rät den Bürgern, normal zu tanken und Hamsterkäufe zu vermeiden und informiert über Tools wie FuelCheck über den Stand der Dinge an den Tankstellen. Sollte sich die Lage beruhigen, könnte die Kombination aus "Vertragsnachfüllung + regionaler Umverteilung" weiterhin funktionieren; sollte sich der Transportengpass jedoch verschärfen, könnten strengere Maßnahmen des Nachfrage-Managements erneut zur Diskussion stehen. Der letzte Satz basiert auf einer Extrapolation der aktuellen politischen Maßnahmen.