- Die Quartalsgewinne pro Aktie von Goldman Sachs (GS:US) im ersten Quartal 2026 erreichten 17,55 US-Dollar und lagen damit deutlich über den Erwartungen der Analysten von 16,49 US-Dollar. Der Hauptantrieb kam von einem starken Anstieg der Gebühren im Investment Banking um 48 % im Vergleich zum Vorjahr auf 2,84 Milliarden US-Dollar sowie einem Rekordhoch bei den Erträgen aus dem Aktienhandel von 533 Millionen US-Dollar.
- Beeinträchtigt durch den Rückgang im Zins- und Hypothekengeschäft sank der Umsatz der Abteilung für festverzinsliche Wertpapiere, Währungen und Rohstoffe (FICC) um 10 % im Vergleich zum Vorjahr auf 4,01 Milliarden US-Dollar, was zu einem Kursrückgang der Aktie vorbörslich um 3,8 % führte, schlechter als bei Konkurrenten wie Morgan Stanley (MS:US) und JPMorgan Chase (JPM:US).
- Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die die Inflationserwartungen erhöhten und zu Marktschwankungen führten, erreichte das globale Volumen von M&A-Transaktionen im ersten Quartal 1,38 Billionen US-Dollar. Mit einer erwarteten leichten Lockerung des regulatorischen Umfelds und einer Expansion der KI-Industrie könnten große Technologie-IPOs, darunter SpaceX und OpenAI, die Liquidität des Kapitalmarkts im zweiten Halbjahr stärken.
Erholung des Investmentbankings und M&A-Markts
Goldman Sachs (GS:US) zeigte im ersten Quartal eine bemerkenswerte Marktanteilsstärke im Bereich des Investmentbankings. Vor dem Hintergrund eines weltweiten Wachstums der M&A-Beratungsgebühren um 19 % auf 113 Milliarden US-Dollar war die Bank tief in mehrere große strukturierte Transaktionen involviert. Dazu gehören der geplante Zusammenschluss von Unilevers (ULVR:LN) Lebensmittelsparte mit McCormick (MKC:US) zu einem neuen Unternehmen im Wert von 65 Milliarden US-Dollar sowie der ikonische Deal, bei dem Equitable (EQH:US) mit Corebridge (CRBG:US) fusioniert, um ein Versicherungsunternehmen im Wert von 22 Milliarden US-Dollar zu schaffen. Das Management erwartet, dass die Anpassungsneigung für Fusionen und Übernahmen bei Großunternehmen zur Optimierung der Bilanzen im Laufe des Jahres anhält, sofern keine extremen Aufwärtsrisiken im Makrozinsverlauf auftreten, was zu einem gesunden Trend im Investmentbanking führen wird.
Unterschiedliche Performance der Handelsabteilung
Unter erhöhten Makrovolatilitäten der Vermögenspreise zeigte die Handelsabteilung von Goldman Sachs eine deutliche interne strukturelle Differenzierung. Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten, die institutionelle Investoren zu häufigen Anpassungen ihrer Hedge-Positionen veranlassten, profitierte der Aktienhandels- und Finanzierungsbereich von einer direkten Liquiditätsprämie, wobei die Einnahmen um 27 % im Vergleich zum Vorjahr stiegen. Die Leistung der FICC-Abteilung hingegen stand unter Druck, ihr Umsatz fiel auf 4,01 Milliarden US-Dollar. Dies ist hauptsächlich auf die wechselhafte Preisentwicklung auf dem Zinsmarkt zurückzuführen, die zu einem Rückgang der Handelsaktivität von Kunden in Bereichen festverzinslicher Derivate und hypothekenbesicherter Wertpapiere (MBS) führte. Diese Differenzierung erklärt teilweise die verhaltene Marktreaktion auf den Quartalsbericht.
Robustheit bei Asset Management und Private Credit
Um die zyklischen Schwankungen des traditionellen Investmentbanking und Handelsgeschäfts auszugleichen, verstärkt Goldman Sachs den Fokus auf das Asset- und Wealth-Management-Geschäft, dessen Einnahmen im ersten Quartal um 10 % auf 4,08 Milliarden US-Dollar stiegen. Bemerkenswert ist, dass der privatrechtliche Fonds von Goldman Sachs trotz Bedenken, dass KI-Technologie den Cashflow traditioneller Softwarefirmen beeinträchtigen und Druck auf die Private-Credit-Branche ausüben könnte, bei einer stabilen Liquidität blieb und die Rücknahmeanfragen im ersten Quartal unter der 5 %-Marke hielt. Darüber hinaus hat die Übernahme von Innovator Capital Management das verwaltete Vermögen von Exchange Traded Funds (ETFs) unter direkter Aufsicht auf 90 Milliarden US-Dollar erhöht und das Spektrum an passiven Anlageinstrumenten weiter erweitert.