Kpler-Analysten wiesen am Mittwoch darauf hin, dass Iran derzeit eine präzise Steuerungsstrategie für die globale Energieengstelle an der Straße von Hormus verfolgt. Dieses selektive Freigabemodell könnte dazu führen, dass der weltweite Markt das potenzielle Risiko einer Lieferunterbrechung ernsthaft unterschätzt. Laut Satellitenüberwachungsdaten von MarineTraffic haben seit Montag dieser Woche nur neun Schiffe erfolgreich die Meerenge überquert. Derzeit werden täglich etwa 16 Millionen Barrel Rohöl tatsächlich vom Weltmarkt ausgeschlossen, eine Menge, die im Verhältnis zur globalen Versorgung ausreicht, um eine tiefe Energiekrise auszulösen.
Marktreaktion
Getrieben von Befürchtungen über Lieferunterbrechungen stieg West Texas Rohöl (WTI) mit Mai-Futures am Dienstag um 4,8 % auf 92,35 Dollar pro Barrel. Obwohl der Markt Berichte über eine von Israel geplante Waffenstillstandsvereinbarung vernahm, stieg der WTI seit Monatsbeginn um fast 38 %, während Brent-Rohöl um bemerkenswerte 44 % zulegte. Strategen von JPMorgan analysieren, dass selbst unter Einbeziehung alternativer Routen und der Freigabe von Reserven das Marktdefizit im April bei etwa 10 Millionen Barrel pro Tag bestehen könnte, was darauf hindeutet, dass die physischen Versorgungsengpässe kurzfristig schwer zu beheben sind.
Versorgungsengpass
Derzeit sind noch etwa 2500 Schiffe im Persischen Golf blockiert, während weitere 400 vor der Meerenge auf Anweisungen warten. Laut Kpler-Daten dürfen derzeit nur iranische Tanker und eine sehr geringe Anzahl zugelassener Schiffe passieren. Obwohl Gerüchte über eine Gebühr von 2 Millionen Dollar, die Iran für die Durchfahrt von Schiffen fordert, unbestätigt sind, haben sie die Panikstimmung in der Schifffahrtsbranche verschärft. Die Benzinpreise in den USA sind in der vergangenen Woche um 7 % gestiegen, was zeigt, dass der Druck aus der vorgelagerten Versorgung schnell auf den Endverbrauchermarkt übertragen wird.
Investitionsausblick
SPI Asset Management ist der Ansicht, dass es keinen historischen Präzedenzfall für die aktuelle Pattsituation an der Straße von Hormus gibt. Der entscheidende Faktor auf dem Markt ist derzeit die Dauer der Blockade und nicht nur die Produktionszahlen. Solange die physischen Engpässe andauern, wird die Berechnung von Angebot und Nachfrage für Rohöl zwangsläufig auf ein höheres Preisgleichgewicht hinauslaufen. Investoren sollten auf die anhaltende Trägheit des Marktes gegenüber dem Risiko von Lieferunterbrechungen achten, da der spiralförmige Anstieg der Kraftstoffpreise im zweiten Quartal das Hauptthema der globalen Inflation werden könnte, wenn sich die Konflikte verlängern.