Auf der Technologie-, Medien- und Telekommunikationskonferenz von Morgan Stanley führte AMD-CEO Lisa Su ein lebhaftes Gespräch mit einem Analysten von Morgan Stanley und beantwortete mehrere brennende Fragen im Rahmen des Baubooms der KI-Infrastruktur. Su hob besonders hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen AI-Chip-Herstellern und großen Technologiekonzernen, die Diversifizierung der KI-Infrastruktur und deren Auswirkungen auf zukünftige Computerarchitekturen im aktuellen Markt zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Industrie geworden sind.
KI-Infrastruktur tendiert zur Heterogenität, "Universalchips" nicht ausreichend
Beim Gespräch über die Anforderungen der KI-Rechenleistung bemerkte Lisa Su, dass die Art der für KI benötigten Berechnungen zunehmend vielfältiger wird und der Ausbau der KI-Infrastruktur eine komplexere Phase erreicht hat. Sie betonte, dass die KI-Berechnungen nicht mehr auf einen einzelnen "Universalchip" angewiesen sind, sondern in das Zeitalter der heterogenen Berechnungen eingetreten sind. Su erklärte, dass die Vielfalt der KI-Workloads bedeutet, dass von Training zu Inferenz, von großen zu mittelgroßen Modellen, unterschiedliche Anwendungsszenarien verschiedene Arten von Rechenressourcen erfordern.
„Im nächsten Stadium der KI-Infrastruktur kann kein einzelner Chip alles am besten erledigen, es ist bereits eine heterogene Welt“, äußerte Su und erklärte, dass die Diversität der Rechenanforderungen flexiblere Architekturen und Chip-Lösungen erfordert. Sie glaubt, dass ASICs (Application-Specific Integrated Circuits) bei bestimmten Berechnungsaufgaben ihren Platz haben werden, aber AMD wird ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und spezifizierter Workload-Anpassung anstreben.
Su erwähnte außerdem, dass die Zusammenarbeit zwischen AMD und OpenAI ein hervorragendes Beispiel für das Investitionspotenzial in die KI-Infrastruktur ist. Letztes Jahr erzielte AMD eine groß angelegte Rechenleistungs-Vereinbarung mit OpenAI, das zudem rund 10 % der AMD-Anteile zu einem günstigen Preis kaufte. Kürzlich hat AMD auch eine ähnliche Kooperationsvereinbarung mit Meta getroffen, deren Umfang sich auf 6 Gigawatt beläuft und deren Transaktionswert potenziell mehrere Hundert Milliarden Dollar betragen könnte.
Zusammenarbeit mit Meta: Optionsscheine als Antrieb für eine vertiefte Kooperation
Beim Gespräch über die Zusammenarbeit mit Meta enthüllte Su, dass AMD durch die Ausgabe von leistungsbasierten Optionsscheinen an Meta die Partnerschaft weiter gefestigt hat. Sie betonte, dass der Wert der Optionsscheine darin liegt, Käufe im Rahmen der Transaktionen zu beschleunigen und die Unterstützung für den Aufbau des AMD-Ökosystems zu bieten. „Wir sehen weitreichende Möglichkeiten und skizzieren Wege für die Zukunft der KI-Infrastruktur“, erklärte sie. Die Unternehmen werden gemeinsam daran arbeiten, Leistungsziele zu erreichen. Diese Art der Zusammenarbeit könnte in Zukunft auf andere Kunden übertragen werden, bleibt jedoch für OpenAI und Meta einzigartig und tiefgreifend.
Engpässe in der CPU-Versorgung und der Anstieg der Speicherpreise: Auswirkungen auf den Markt
Neben der Diversität der KI-Infrastruktur sprach Su auch über zwei aktuelle Probleme, die die Lieferkette beeinflussen: Engpässe in der CPU-Versorgung und der Anstieg der Speicherpreise. Sie meinte, dass der sprunghafte Anstieg der Nachfrage nach KI-Rechenleistung die Nachfrage nach CPUs über die Prognosen hinaus ansteigen ließ, besonders bei großen Technologieunternehmen, die viele ihrer AI-Rechenbedarf Vorhersagen nicht ausreichend bedacht hatten. Der Markt sei heute viel größer als noch vor drei bis sechs Monaten erwartet.
Su erklärte, dass AMD in einer vorteilhaften Position in der Lieferkettenzusammenarbeit sei, um den Großteil der Marktnachfrage zu bedienen und plane, die Versorgungsfähigkeiten in den Jahren 2026 und 2027 weiter auszubauen. Sie bemerkte jedoch auch, dass der Anstieg der Preise für DDR4- und DDR5-Speicher die Preisgestaltung von Endverbraucherprodukten beeinflusst, was voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte weiterhin erheblichen Kostendruck auf den PC-Markt ausüben wird.
Heftige Konkurrenz im chinesischen Markt, AMD bleibt global auf Chip-Innovationen fokussiert
Zu den Gesprächen über den chinesischen Markt merkte Su an, dass trotz der intensiven Konkurrenz in China AMD diesen Markt weiterhin optimistisch betrachtet und die Errungenschaften der chinesischen Chiphersteller anerkennt. Sie unterstrich, dass AMD weiterhin global auf Chip-Innovationen achtet und Kunden die besten Lösungen durch ein vielfältiges Produktportfolio und flexible Rechenlösungen bieten möchte.