Die Welt Platin Investment Association (WPIC) erklärte am Mittwoch, dass der weltweite Platinmarkt voraussichtlich das vierte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit erleben wird, wobei das Defizit 2026 möglicherweise 240.000 Unzen erreichen könnte. Die Vereinigung hatte zuvor prognostiziert, dass der Markt 2025 weitgehend ausgewogen sein würde, aber eine im vierten Quartal stärker als erwartete Investitionsnachfrage wird das Defizit für 2025 auf 1,1 Millionen Unzen erhöhen, das größte seit 2014.
Der Spotpreis für Platin ist nach einem starken Anstieg von 127 % im Jahr 2025 in diesem Jahr um 2 % gestiegen und erreichte am 26. Januar ein Rekordhoch von 2.918,80 US-Dollar pro Unze. Die Hauptgründe für den Preisanstieg sind der Anstieg des Goldpreises, ein knappes physisches Angebot und ein strukturelles Marktdefizit.
WPIC wies darauf hin, dass die weltweite Platinnachfrage 2026 voraussichtlich um 8 % gegenüber dem Vorjahr auf 7,6 Millionen Unzen zurückgehen wird, die Investitionsnachfrage jedoch stark zunehmen wird. Für 2026 wird erwartet, dass die Investitionsnachfrage nach Platinbarren und -münzen um 45 % steigen wird, inspiriert von einem Anstieg von 94 % im letzten Jahr. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Nachfrage aus der Automobilindustrie um 3 % und die Nachfrage nach Schmuck um 12 % zurückgehen wird.
Die Vereinigung prognostiziert, dass das Platinangebot 2026 infolge einer erhöhten Recyclingmenge um 2 % wachsen wird, mit einem Gesamtangebot von voraussichtlich 7,4 Millionen Unzen. WPIC erklärt zudem, dass trotz des Angebotswachstums das Marktdefizit bestehen bleiben wird, mit einem voraussichtlichen Rückgang der Lagerbestände über dem Boden (dem nicht zugewiesenen Vorrat, der in Tresoren gelagert wird) um 8 % auf 2,6 Millionen Unzen, was dem weltweiten Bedarf von vier Monaten nahekommt.
WPIC nutzte Marktdaten des Beratungsunternehmens Metals Focus und erklärte, dass trotz Angebotsengpässen der Markt weiterhin vor Herausforderungen stehen wird, insbesondere bei unzureichendem Nettozufluss von ETFs und einer sinkenden Nachfrage. Zu den Mitgliedern der Vereinigung gehören die weltweit führenden Platinproduzenten.