
Daten im Überblick: Erholung im Dezember, aber die Quartalsentwicklung bleibt schwach
Der von der britischen Statistikbehörde (ONS) veröffentlichte Einzelhandelsindex zeigt, dass das Verkaufsvolumen im Einzelhandel im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,4% gestiegen ist und damit den Rückgang von 0,1% im November ausgleicht; die Jahreswachstumsrate liegt bei 2,5%. Betrachtet man jedoch den längeren Zeitraum, so ist das Verkaufsvolumen im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum dritten Quartal um 0,3% gesunken, was darauf hindeutet, dass die Erholung am Jahresende nicht ausreicht, um die allgemeine Schwäche umzukehren.
Das ONS weist zudem darauf hin, dass das Verkaufsvolumen weiterhin etwa 1,5% unter dem Niveau von Februar 2020 (vor der Pandemie) liegt, was auf unzureichende strukturelle Erholung hindeutet.
Strukturveränderung: Online-Erholung, Nicht-Lebensmittel unter Druck
Aus einer branchenspezifischen Perspektive betrachtet, wurde der Anstieg im Dezember hauptsächlich durch nicht-physische Kanäle angetrieben. ONS erwähnte, dass der nicht ladengestützte Einzelhandel nach einem Rückgang im Oktober und November eine Erholung zeigte, wobei einige Online-Juweliere einen Anstieg der Nachfrage nach Edelmetallen im Dezember berichteten; gleichzeitig ging der Umsatz in nicht-lebensmittelbezogenen Geschäften im gleichen Monat um 0,9% zurück.
Auch die Online-Indikatoren verbesserten sich: Der Online-Umsatz stieg im Dezember um 1,8% gegenüber dem Vormonat und 11,1% im Jahresvergleich; der Onlineanteil am Gesamtverbrauch stieg von 28,0% im November auf 28,3% im Dezember.
Erwartungslücke und politische Implikationen: Eine weitere Information für die Bank of England, aber kein Richtungswechsel
Der Fokus des Marktes auf die Dezember-Daten liegt auf der „Erwartungslücke“. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass Ökonomen zuvor generell einen leichten Rückgang des Einzelhandels im Dezember erwartet hatten (rund -0,1%), das tatsächliche Ergebnis jedoch gestiegen ist, was leicht als Anzeichen für anhaltende Konsumstärke interpretiert werden kann.
Doch die politischen Rahmenbedingungen sind komplizierter: Die Bank of England hatte im Dezember 2025 den Leitzins bereits um 25 Basispunkte auf 3,75% gesenkt, und das Abstimmungsergebnis von 5 zu 4 spiegelt wider, dass innerhalb des Komitees weiterhin Meinungsverschiedenheiten über die Inflationspersistenz bestehen; die nächste Zinsentscheidung steht für den 5. Februar 2026 an.
Inflation und Zinssenkungspfad: Februar als „Beobachtungsfenster“
Die neuesten Inflationsdaten erhöhen die politische Unsicherheit weiter. Laut Berichten von Reuters stieg der britische CPI im Dezember auf 3,4% (von zuvor 3,2%), was hauptsächlich durch Faktoren wie Flugpreise und Tabak verursacht wurde; obwohl viele Ökonomen dies eher als „Verzögerungshindernis“ denn als Beginn einer neuen Inflationswelle betrachten, reicht dies aus, um die Bank of England kurzfristig vorsichtiger zu machen.
Vor diesem Hintergrund haben einige Institutionen den Zeitpunkt der nächsten Zinssenkung von Februar auf März verschoben und darauf hingewiesen, dass der Markt weiterhin einen gewissen Spielraum für Zinssenkungen im Laufe des Jahres einpreist.
