Angetrieben durch die Eskalation der Lage im Nahen Osten und den sprunghaften Anstieg der Ölpreise, fiel die Rendite von US-Staatsanleihen am vergangenen Freitag den dritten Tag in Folge, da der Markt Inflation und den politischen Kurs der Fed neu bewertet. Laut einem Reuters-Bericht führten die durch den Iran-Konflikt steigenden Energiepreise weltweit zu höheren Anleiherenditen. Die Rendite von US-Staatsanleihen stieg auf ein Achtmonatshoch, und die Erwartungen für Zinssenkungen in diesem Jahr kühlten merklich ab. Einige Zinskontrakte begannen sogar, die Möglichkeit einer erneuten Zinserhöhung einzubeziehen.
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg auf etwa 3,89 %, die Zehnjahresrendite auf etwa 4,39 %. Dies spiegelt die doppelte Neubewertung der kurzläufigen Zinspolitik und der mittelfristigen Inflationsaussichten durch die Investoren wider. Gleichzeitig wurden auch britische und deutsche Staatsanleihen verkauft, was zeigt, dass der Energieschock die globalen Zinsmärkte schnell von geopolitischen Risiken beeinflusst hat.
Der Ölpreis ist die zentrale Variable bei der Anpassung des Anleihenmarktes. Berichte von Reuters und Associated Press zeigen, dass Brent-Rohöl am vergangenen Freitag über 112 Dollar pro Barrel schloss, und US-Rohöl notierte bei etwa 98,32 Dollar. Beeinflusst durch Störungen im Transport durch die Straße von Hormus und das Risiko von Angriffen auf Energieinfrastrukturen im Nahen Osten ist der Ölpreis im Monat um über 50 % gestiegen.
Die Inflationserwartungen haben sich schnell erhöht, da die jüngsten US-KPIs zwar moderat blieben, der Energieschock jedoch den weiteren Verlauf verändern könnte. Laut dem US Bureau of Labor Statistics stieg der CPI im Februar im Jahresvergleich um 2,4 %, der Kern-CPI um 2,5 %, während die Energiepreise nur um 0,5 % anstiegen. Das bedeutet, dass bei anhaltend hohen Ölpreisen die Inflationsraten in den kommenden Monaten erneut ansteigen könnten.
Auch die Veränderungen auf den Zinsmärkten werden immer deutlicher. Reuters berichtet, dass, da der Markt die Wetten auf eine gleichzeitige Lockerung der wichtigsten Zentralbanken aufgegeben hat, Investoren beginnen, ein Szenario von „weniger Zinssenkungen oder sogar erneuten Zinserhöhungen“ zu preisen. Für die USA betrifft diese Neubewertung eher die Logik der „Angebotserschock-Inflation“ statt der einer Überhitzung der Nachfrage.
Sollten die Risiken im Nahen Osten anhalten und der Rohölpreis um die 100 Dollar pro Barrel verbleiben oder sogar weiter steigen, könnte der US-Staatsanleihenmarkt kurzfristig seine bärisch steile Struktur beibehalten. Dies bedeutet, dass die langfristigen Renditen schneller steigen als die kurzfristigen, was den höheren Inflations- und Laufzeitprämienanspruch der Investoren widerspiegelt. Diese Einschätzung basiert auf den aktuellen Marktpreisen.