Am Montagmorgen in London/Singapur kehrte der globale Markt unter der Kombination von "Risikoscheu + politische Unsicherheit" zur Vorsicht zurück: Der Dollar schwächte sich ab, die US-Aktien-Futures fielen, und Gold stieg auf ein neues Rekordhoch. Der Auslöser war die weitere Verschärfung des Konflikts zwischen US-Präsident Trump und Fed-Chef Jerome Powell – Powell erklärte, dass die Vorladung des Justizministeriums und die strafrechtlichen Drohungen "sich nicht nur auf das Renovierungsprojekt an sich beziehen", sondern darauf abzielen, Druck auf die Fed auszuüben und die Zinsentscheidungen zu beeinflussen.
Markt gibt erstes "Votum": Dollar fällt, Futures schwächeln, VIX steigt
Die US-Aktienindex-Futures schwächten sich vor der Eröffnung deutlich ab, die S&P 500 und Nasdaq-Futures fielen um jeweils mehr als 0,6 %; der als Panikbarometer geltende VIX-Volatilitätsindex verzeichnete den größten Anstieg seit November. Gleichzeitig wurde Gold als Absicherung gegen Volatilität und Inflation stark nachgefragt, wobei Spot- und Future-Preise zeitweise das Rekordniveau von rund 4600 USD pro Unze erreichten.
Auch am Zinsmarkt gab es subtile Veränderungen: Die Federal Funds Rate Futures wetteten leicht verstärkt auf eine Zinssenkung im Jahresausschnitt (um einige Basispunkte), was zwar nicht stark ausfiel, aber Besorgnis über die mögliche Beeinflussung der zukünftigen Zinspfad durch "Kontroversen über die Unabhängigkeit der Politik" widerspiegelt.
"Trump vs. Powell" weitet sich auf die Justizebene aus, Sorge um Unabhängigkeit wächst
Laut Reuters berichtete Powell, dass das Justizministerium der Fed letzte Woche eine Vorladung bezüglich seiner letztjährigen Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats wegen der Kostenüberschreitungen beim Umbau des Fed-Hauptsitzes zugestellt habe; unter der Androhung strafrechtlicher Vorwürfe in Form einer Anklage durch ein Grand Jury. Das Renovierungsprojekt wird mit einem Umfang von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar angegeben. Powell betonte, der eigentliche Fokus liege nicht auf der Renovierung oder der Aufsicht durch den Kongress, sondern vielmehr auf dem Druck der Regierung in Bezug auf Zinssenkungen und Entscheidungsfindungen der Fed.
Trump erklärte gegenüber NBC, er sei "nicht informiert", setzte jedoch seine Kritik an Powells Leistung bei der Fed und dem Bauprojekt fort. Das Tauziehen um Zinssätze und Personalbesetzungen lässt die Frage, ob die Fed vor politischem Einfluss geschützt bleibt, erneut Teil der Marktbewertung werden.
Finanzaktien führen Verluste an: Vorschlag eines 10%igen Zinsobergrenzungsschlages trifft Banken
Vor diesem Hintergrund gerieten Bank- und Konsumfinanzaktien unter Druck. Trump schlug außerdem vor, ab dem 20. Januar für ein Jahr eine Obergrenze von 10 % auf Kreditkartenzinsen einzuführen, was der Markt als direkten Schlag gegen das Profitmodell der Branche entschlüsselte: Im vorbörslichen Handel fielen Citigroup, JPMorgan und Bank of America um etwa 2,5 % bis 4 %; American Express fiel um fast 5 %; Unternehmen wie Synchrony und Capital One aus dem Bereich Konsumfinanzierung/Kreditkarten sanken zeitweise um mehr als 10 %.
Auch der europäische Markt wurde in Mitleidenschaft gezogen. Reuters berichtete, dass Trumps Äußerungen zur 10%igen Zinsobergrenze europäische Bankaktien schwächten, der paneuropäische STOXX 600-Index ging leicht vom Rekordhoch zurück.
