Am 1. April blieben die globalen Währungs- und Anleihemärkte vor einem geopolitischen Wendepunkt volatil, während die US-Aktien-Futures dank der Unterstützung asiatischer und europäischer Märkte stark anstiegen. Die für 21 Uhr Ortszeit geplante Ansprache von Trump wird als entscheidende Variable für die Preisgestaltung globaler makroökonomischer Risiken im zweiten Quartal 2026 angesehen.
Geopolitische Wende und Neubewertung makroökonomischer Risiken
Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar wird die globale Makrologik von der Risikovermeidung und Energieinflation dominiert. Die Markterholung am Mittwoch ist im Wesentlichen eine erste Bereinigung der „Kriegsprämie“. Mit der Möglichkeit eines direkten Dialogs mit dem Iran, die vom Weißen Haus signalisiert wurde, schwächte sich die Ölangebotsprämie, die die Inflationserwartungen in die Höhe getrieben hatte, schnell ab. Diese marginalen geopolitischen Verbesserungen bieten den bisher stark überverkauften globalen Aktienmärkten eine wertvolle Atempause, insbesondere dem S&P 500 und dem Nasdaq, die nach den schweren Verlusten im März versuchen, eine technische Bodenbildung zu vollziehen.
Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen (Cross-Asset Implications)
Die potenzielle Abkühlung der geopolitischen Lage hat weitreichende kettenartige Reaktionen über verschiedene Anlageklassen hinweg ausgelöst. Auf dem Rohstoffmarkt führte der 3%ige Rückgang des Rohöls direkt zu einer Entspannung der Inflationserwartungen, jedoch spiegelt der Anleihemarkt diese Entwicklung noch nicht vollständig wider, da die Federal Reserve weiterhin eine vorsichtige Haltung in Bezug auf Zinssenkungen einnimmt. Auf dem Devisenmarkt erzielten Yen und Won eine deutliche Erholung angesichts der verbesserten Risikoaversion, was auf eine erneute Belebung von Arbitragegeschäften hinweist. Sollte Trump jedoch keine substanzielle Einigung erzielen, bleibt die Schifffahrtssituation in der Straße von Hormus unklar, und die Energiepreise könnten längerfristig hoch bleiben, was eine erneute Anpassung der Preise über verschiedene Anlageklassen hinweg zur Folge haben könnte. Zudem könnte mit dem nahenden Karfreitagsfeiertag am Freitag die Marktlage vorübergehend an Liquidität verlieren, wodurch Schwankungen, die durch Datensignale verursacht werden, verstärkt werden könnten.
Rückkehr der Wachstumsmärkte zur Inflationsabsicherung
Die in der zweiten Wochenhälfte veröffentlichten Daten zu Privatlohneinkommen und Einzelhandelsumsätzen werden zum nächsten wichtigen Fokus des Marktes. Obwohl die geopolitischen Konflikte die Schlagzeilen dominierten, richten sich Makroinvestoren allmählich wieder auf die Fundamente der US-Wirtschaft. Zeigt der Arbeitsmarkt eine unerwartete Schwäche, könnten die Erwartungen an eine Zinssenkung der Federal Reserve auch bei rückläufigen Energiepreisen gezwungen sein, neu bewertet zu werden. Die stark rückläufigen Ergebnisse von Nike und RH haben bereits die Alarmglocken hinsichtlich einer Konsumflaute geläutet. Somit ist der aktuelle Anstieg der US-Aktien-Futures nicht nur ein geopolitischer Erfolg, sondern ein Spiel zwischen der Entlastung des Inflationsdrucks und dem potenziellen Verlust des Wirtschaftswachstums.