- Die Bank of England (BoE) hat erstmals auf offizieller Ebene Stablecoins als "neue Form von Geld" definiert und einen klaren Zeitplan für die Eröffnung von Anträgen auf eine Lizenz für "systemische Stablecoins" innerhalb des Jahres festgelegt. Dies markiert den Eintritt der Akzeptanz von Krypto-Zahlungsmitteln in das souveräne Kreditsystem in eine Phase der praktischen Umsetzung.
- Die Aufteilung der Regulierungsbefugnisse hat eine Dual-Peak-Management-Struktur etabliert. Systemisch wichtige Stablecoins, die weitreichende Zahlungseigenschaften besitzen und makrofinanzielle Schwankungen auslösen könnten, werden direkt von der Zentralbank überwacht, während nicht-systemische digitale Vermögenswerte der Financial Conduct Authority (FCA) unterstellt sind, um den Raum für regulatorische Arbitrage zu verringern.
- Angesichts der aktuellen globalen Krypto-Markt-Situation, in der 99% der Stablecoins in US-Dollar denominiert sind und die meisten nicht den Compliance-Anforderungen des US-GENIUS-Gesetzes entsprechen, versucht die britische Regierung, eine politische Resonanz mit den USA auf der Compliance-Zeitachse zu schaffen, um eine strategische Fensterperiode für die globale Liquidität von in Pfund denominierten digitalen Vermögenswerten zu eröffnen.
Regulierungsstruktur und systemische Risikoprävention
Die Äußerungen von Sasha Mills, Exekutivdirektorin der Bank of England (BoE), beendeten die langjährigen Spekulationen des Marktes über die Neigung der souveränen Behörden, tokenisierte Einlagen zu bevorzugen und öffentliche Blockchain-Stablecoins abzulehnen. Die Zentralbank stellte klar, dass sie keine administrative Intervention vornehmen wird, um "Gewinner auszuwählen", sondern die Wahl den mikroökonomischen Akteuren des Marktes überlässt. Diese marginale Änderung der Politik bedeutet, dass Stablecoins, die auf Distributed-Ledger-Technologie basieren, die gleiche Zahlungsgesetzlichkeit wie traditionelles Bankkredit erhalten, sofern die Emittenten die Anforderungen an die Kapitaladäquanz und die Transparenz der Reservevermögen erfüllen. Der Ende des Jahres zu öffnende Lizenzantrag wird strenge Standards für die Trennung von Reservevermögen festlegen, um die Fähigkeit zur verlustfreien Rückzahlung unter extremen Marktbedingungen zu gewährleisten und eine Liquiditätskrise durch einen Ansturm auf digitale Vermögenswerte zu verhindern.
Umsetzung des Dual-Peak-Modells der Regulierungsaufteilung
Auf der konkreten Umsetzungsebene hat Großbritannien einen Dual-Peak-Regulierungsmechanismus etabliert, der von der Bank of England (BoE) und der Financial Conduct Authority (FCA) koordiniert wird. Die Beteiligung von Matthew Long als Direktor für Zahlungen und digitale Vermögenswerte der FCA klärte die Compliance-Pfade für digitale Währungen unterschiedlicher Größe. Systemische Stablecoins, die aufgrund ihrer hohen Frequenz, großen Volumina und tiefen Integration in die Realwirtschaft charakterisiert sind, werden in den makroprudenziellen Rahmen der Zentralbank eingebettet; während andere kleinere Stablecoins, die sich auf On-Chain-Transaktionsabsicherungsfunktionen konzentrieren, der Verhaltensregulierung der FCA unterliegen. Dieser gestufte Mechanismus senkt nicht nur die Compliance-Eintrittsbarrieren für Start-up-Web3-Unternehmen, sondern bietet auch großen Finanzinstituten eine klare Anleitung zur Ausgabe von in Pfund denominierten stabilen Vermögenswerten innerhalb eines Compliance-Rahmens.
Herausforderung der globalen Dominanz von US-Dollar-gebundenen Vermögenswerten
Daten zeigen, dass derzeit 99% des globalen Stablecoin-Marktkapitals durch US-Dollar-Vermögenswerte als Basisanker gebunden sind. Diese strukturelle Unausgewogenheit schwächt nicht nur die Stimme nicht-amerikanischer souveräner Währungen im nächsten digitalen Zahlungsnetzwerk, sondern führt auch zu unipolaren Wechselkursüberlaufeffekten. Mills betonte, dass die derzeit auf dem Markt befindlichen führenden US-Dollar-Stablecoins im Allgemeinen nicht den Compliance-Anforderungen des US-GENIUS-Gesetzes entsprechen. Großbritannien hat diese regulatorische Lücke erkannt und versucht, durch die Synchronisierung seines Regulierungszeitplans mit dem US-Gesetzgebungsprozess globales Kapital anzuziehen, das nach Sicherheit sucht, indem es einen Teil seiner Reserven in Pfund denominierte Vermögenswerte umwandelt. Sollte diese Strategie erfolgreich voranschreiten, könnte das Emissionsvolumen von Pfund-Stablecoins in den kommenden Quartalen messbar wachsen.
Institutionelle Allokation und Entwicklung des Clearing-Netzwerks
Mit der bevorstehenden Öffnung des regulatorischen Kanals mit staatlicher Unterstützung könnten traditionelle Finanzinstitute ihre Allokationsstrategien im Bereich digitaler Vermögenswerte erheblich anpassen. Große Geschäftsbanken und Vermögensverwaltungsgesellschaften, die bisher aufgrund von Compliance-Reibungen nicht in der Lage waren, sich an On-Chain-Abwicklungen zu beteiligen, können nun durch den Besitz oder die Ausgabe systemischer Stablecoins ihre grenzüberschreitenden Abwicklungsgeschäftsmodelle neu gestalten. Ein auf Blockchain-Technologie basierendes Clearing-Netzwerk kann die Reibungskosten und Zeitverzögerungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen erheblich reduzieren. Sollte die Lizenzvergabe der Bank of England Ende des Jahres führende Institutionen anziehen, könnte dies die Integration der Liquidität zwischen dem traditionellen Fiat-System und dem nativen Krypto-Ökosystem erheblich beschleunigen und die digitalen Übertragungswege regionaler Währungen neu gestalten.