- Die Wall Street steht kurz vor einer intensiven Berichtsperiode der großen Technologieaktien mit einer Gesamtkapitalisierung von fast 16 Billionen US-Dollar: Alphabet (GOOGL:US), Microsoft (MSFT:US), Amazon (AMZN:US) und Meta Platforms (META:US). Ihre Leistungsfähigkeit wird direkt die zugrunde liegende Unterstützungslogik des S&P 500 Index (SPX), der kürzlich ein Allzeithoch erreichte, testen.
- Vor dem makroökonomischen Hintergrund geopolitischer Spannungen, die die Energiekosten in die Höhe treiben, konzentrieren sich Marktmittel signifikant auf große Technologieaktien mit starken Gewinnerwartungen. Analysedaten zeigen, dass die Gewinnprognosen der „Sieben Riesen“ für das erste Quartal ein Wachstum von 19 % aufweisen werden, was deutlich über der durchschnittlichen Rate von 12 % der übrigen S&P 500-Komponenten liegt.
- Die drastische Expansion der Investitionsausgaben und der temporäre Druck auf den freien Cashflow sind die Hauptvariablen im Spiel der institutionellen Mittel. Laut Schätzungen von Institutionen werden die kombinierten Investitionen in künstliche Intelligenz der vier zentralen Technologiegiganten im Jahr 2026 voraussichtlich 649 Milliarden US-Dollar erreichen, wobei Amazon im ersten Quartal einen negativen freien Cashflow von 13,3 Milliarden US-Dollar verzeichnen könnte.
Gewinndynamik und Neubewertung
Seit dem Erreichen eines regionalen Tiefpunkts Ende März haben einige zentrale Technologieaktienkurs bereits eine Erholung von über 25 % verbucht. Nach anfänglichen Bedenken über die Amortisationszyklen der Investitionen in künstliche Intelligenz und nach Umschichtungen beginnt der Markt, die Risikoprämie in diesem Segment neu zu bewerten. Der gegenwärtige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten zwölf Monate dieser Technologiegruppe liegt, nach Ausschluss von Unternehmen mit ungewöhnlich hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, bei etwa 25 Mal, was über dem Durchschnitt des S&P 500 von 21 Mal liegt, jedoch im Vergleich zu 29 Mal im Oktober letzten Jahres eine gewisse Sicherheitsmarge zeigt. Sollten die tatsächlichen Quartalsergebnisse dieser Woche die Angemessenheit dieser Bewertung bestätigen, könnten vorher abgesprungene passive Mittel zurückkehren.
Investitionsausgaben und Druck auf den Cashflow
Aus der Sicht der Bilanzanalysen wird die massive Investition in Infrastrukturen für künstliche Intelligenz die Finanzstrukturen der Technologiegiganten umformen. Im Vergleich zu den 411 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 wird für 2026 ein Anstieg der Investitionsausgaben auf 649 Milliarden US-Dollar erwartet, wobei von den Unternehmen gefordert wird, dass die Renditen auf das eingesetzte Kapital die hohen Finanzierungs- und Abschreibungskosten decken. Metas freier Cashflow im ersten Quartal wird voraussichtlich auf 4 Milliarden US-Dollar schrumpfen und damit den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren erreichen. Angesichts des enormen Ausgabedrucks haben Unternehmen wie Microsoft und Meta begonnen, strengere Kostenkontrollen und Maßnahmen zur Optimierung des Personals umzusetzen, um das Risiko sinkender Margen zu dämpfen. Dieser Extremtest der finanziellen Hebelwirkung wird ein zentraler Punkt der Analystentelefonkonferenzen nach den Finanzberichten sein.
Marginale Preisgestaltung im Cloud-Geschäft
Als Kernindikator für die Kommerzialisierung von künstlicher Intelligenz wird die Umsatzwachstumsrate der drei öffentlichen Cloud-Dienstleister direkt die kurzfristige Preisrichtungsorientierung des Segments bestimmen. Der Markt erwartet derzeit ein Umsatzwachstum von Amazon AWS im ersten Quartal von 26 %, während für Microsoft Azure und Google Cloud ein hohes Wachstum von 38 % bzw. 50 % erwartet wird. Im letzten Quartal führte Azure trotz einer Wachstumsrate von 38 % zu einer signifikanten Kurskorrektur, was darauf hinweist, dass die Wall Street die Preisgestaltung für das Cloud-Geschäft von einem einfachen „Wachstumstreiber“ zu einem „überraschungsgetriebenen“ Modell verändert hat. Jegliche Anleitung, die diese harten Konsenserwartungen nicht übertrifft, könnte am Tag nach der Veröffentlichung des Finanzberichts eine starke Liquiditätsstörung auslösen.