- Während der asiatischen Handelssitzung stiegen die Referenz-Brent-Öl-Futures um etwa 2 % auf ein fast dreiwöchiges Hoch von 107,97 USD pro Barrel, hauptsächlich getrieben durch die gestoppten Friedensverhandlungen im Nahen Osten und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus als angebotsseitige Beschränkung.
- Der Bereich Technologische Hardware zeigte eine signifikante Überrendite, unterstützt durch die vorherige optimistische Umsatzprognose von Intel (INTC:US) und die erwarteten Kapitalausgaben im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Nikkei 225-Index, der koreanische KOSPI-Index und der Taiwan Weighted Index erreichten historische Höchststände.
- Die makroökonomische Liquidität steht vor einem entscheidenden Zeitfenster, in dem diese Woche die Unternehmen, die 44 % der Marktkapitalisierung des S&P 500-Index ausmachen, zahlreich ihre Quartalsberichte veröffentlichen werden. Gleichzeitig erwarten die Märkte, dass die US-Notenbank, die Bank of Japan (Behält den Zinssatz bei 0,75%), die Europäische Zentralbank und die Bank of England diese Woche ihre Leitzinsen unverändert lassen werden.
Geopolitische Prämie und Neubewertung der Energieversorgungskette
Die langfristigen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten führen zu einer tiefgreifenden Neubewertung der globalen Energieversorgungskette. Obwohl vorläufige Waffenstillstandsvereinbarungen direkte militärische Aktionen der USA und Israels gegen den Iran verzögerten, führte die substantielle Schließung der Straße von Hormus, einer globalen Kernenergieachse, zu extremen Angebotseinschränkungen auf den Märkten für Rohöl und Erdgas. Daten zeigen, dass der Juni-Preis für verflüssigtes Erdgas (LNG) nach Nordostasien auf 16,70 USD pro Million britische Wärmeeinheiten gestiegen ist, was einen Aufschlag von etwa 61 % gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt darstellt; der Preis für Kerosin in Singapur stieg ebenfalls auf 185 USD pro Barrel. Analysten von Goldman Sachs hoben ihr Jahresendziel für Brent-Öl auf 90 USD an, basierend auf der Annahme, dass Exporte aus der Golfregion bis Ende Juni wieder aufgenommen werden. Sollte sich der Lagerbestand weiter erschöpfen, könnte die gespannte Stimmung auf dem Spotmarkt zu nichtlinearen Preissteigerungen führen.
Ausblick auf Kapitalausgaben der Technologieriesen
Im starken Kontrast zu den Angebotsängsten auf den Energiemärkten stehen die weiterhin hohen Gewinnerwartungen für die Wertpapiermärkte in der Lieferkette der Künstlichen Intelligenz. Intels unerwartet positive Umsatzprognose für das zweite Quartal bietet eine Basis auf Unternehmensebene für die kontinuierlichen Investitionen in Recheninfrastruktur. In asiatischen Märkten mit hoher Halbleitergewichtung führte der beträchtliche Kapitalzufluss zu einem strukturellen Anstieg der Marktkapitalisierung in Japan, Korea und Taiwan. Diese Woche werden die Märkte den Fokus auf die Gewinnberichte der großformatigen Cloud-Service-Anbieter Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta richten. Wenn diese Unternehmen weiterhin zweistellige Wachstumsraten bei den Kapitalausgaben für die KI-Infrastruktur melden, könnte dies die Bewertungsniveaus in den Sektoren Chipdesign und Waferfertigung weiter erhöhen.
Liquiditätspreisgestaltung in der Super-Notenbankwoche
Die globalen Devisen- und festverzinslichen Märkte behalten vor dem Vorabend der Super-Notenbankwoche einen Zustand niedriger Volatilität bei. Der Euro gehandelt gegen den US-Dollar bei 1,1724, und der US-Dollar gegen den japanischen Yen bei einem Bereich von 159,32. Diese Woche werden die Leitzinsentscheidungen der Hauptgeldbehörden, einschließlich der US-Notenbank, der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank und der Bank of England, erwartet. Vor dem Hintergrund, dass Brent-Öl über die Marke von 100 USD zurückgekehrt ist, könnte die Energieeinkaufsinflation die Zentralbanken der entwickelten Volkswirtschaften zwingen, ihre zukünftigen politischen Wege enger zu gestalten. Derzeit erwarten die Märkte, dass die Bank of Japan den kurzfristigen Zinssatz bei 0,75 % unverändert lassen wird. Sollten die Europäische und die Bank of England in ihren politischen Erklärungen Wachsamkeit gegenüber einer Rückkehr der Inflation zeigen, könnte die derzeitige Marktbewertung von zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im Jahresverlauf systematisch revidiert werden.