- Obwohl die Verhandlungen über ein Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran zu 95 % vorangeschritten sind, gibt es bei den entscheidenden Ausführungsdetails erhebliche Widerstände, was zu einer marginalen Verzögerung des Zeitplans für die Unterzeichnung des endgültigen Abkommens führt.
- Der Kernentwurf des potenziellen Abkommens sieht eine 60-tägige Waffenruhe an allen Fronten vor und fordert die Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen, um die vollständige Wiederaufnahme der Schifffahrt zu ermöglichen. Doch das Ringen um Interessen führt dazu, dass die Preisaufschläge kurzfristig nicht vollständig beseitigt werden können.
- Der Iran besteht darauf, dass die USA sofort 120 Milliarden Dollar an im Ausland eingefrorenen Vermögenswerten freigeben, als vorrangige Bedingung. Präsident Trump hat jedoch die US-Verhandlungsführer angewiesen, das Tempo zu drosseln. Fox News berichtet, dass die USA möglicherweise eine Frist von fünf bis sieben Tagen für die endgültigen Verhandlungen setzen.
Kernunterschiede hinter dem 95%-Fortschritt
Laut einem anonymen hochrangigen Beamten, der mit den Verhandlungen in Doha vertraut ist, haben die USA und der Iran zwar den Großteil der Bestimmungen im makroökonomischen Rahmen abgestimmt, aber die verbleibenden 5 % der Differenzen konzentrieren sich auf die sensibelsten Mechanismen des Interessenaustauschs. Im Bereich der nuklearen Streitigkeiten enthält der Entwurf zwar das prinzipielle Versprechen des Iran, keine Atomwaffen zu besitzen, und plant, während der zweimonatigen Waffenruhe einen Mechanismus zur Behandlung von hochangereichertem Uran zu entwickeln, doch fehlt es an substanziellen Einschränkungen. Der Entwurf umfasst keine Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm und fordert auch nicht die sofortige Einstellung der Urananreicherung. Dieses rechtliche Vakuum auf technischer Ebene hat zu heftigen Debatten innerhalb der US-Politik geführt, während die iranische Studenten-Nachrichtenagentur öffentlich widersprach und erklärte, dass Teheran im vorläufigen Entwurf keine substanziellen Zugeständnisse in der Nuklearfrage gemacht habe, was die ursprünglich klaren Verhandlungserwartungen auf technischer Ebene erneut unter Druck setzt.
Wiedereröffnung der Straße von Hormus und finanzielle Gegenleistungen
Als die wirtschaftlich einflussreichste Klausel dieser Verhandlungsrunde ist die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus direkt mit der Freigabe der eingefrorenen iranischen Gelder verknüpft. Der Entwurf verlangt, dass der Iran innerhalb von 30 Tagen die Seeminen in der Straße räumt, um diese zentrale Lebensader des globalen Öltransports wieder in einen sicheren Zustand vor dem Krieg zu versetzen, während die USA im Gegenzug die Offshore-Blockade aufheben. Teheran koppelt jedoch die Umsetzung an die finanzielle Freigabe und fordert die sofortige Abwicklung und Freigabe von insgesamt 120 Milliarden Dollar an im Ausland eingefrorenen Finanzmitteln durch die USA. Da der Präsident der iranischen Zentralbank direkt in Doha anwesend ist, sind die technischen Abwicklungswege dieser Gelder und die Prüfung der Treuhandkonten zum Brennpunkt des Tauziehens geworden. Aufgrund des Mangels an grundlegenden Vertrauen zwischen den Parteien ist die Frage, ob die Gelder auf einmal oder schrittweise entsprechend dem Fortschritt der Öffnung der Wasserstraße freigegeben werden, der schwierigste Interessenkonflikt für das Vermittlungsteam von Katar.
Umfang der Waffenruhe und variierende Interessen
Ein weiteres zentrales Hindernis für die Umsetzung des Abkommens ist die genaue Definition des Umfangs der Waffenruhe, was die Rolle regionaler Stellvertreter in geopolitischen Konflikten erheblich verstärkt. Der Iran hat klar gefordert, dass Israel alle militärischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon als Voraussetzung für die Unterzeichnung des Abkommens einstellen muss, um den militärischen Druck auf seine schiitische geopolitische Achse im Nahen Osten zu verringern. Im Gegensatz dazu besteht Israel darauf, dass die Hisbollah im Libanon vollständig entwaffnet wird. Diese vielschichtige politische Realität macht es den Verhandlungsführern in Doha schwer, selbst bei Fortschritten in der Textformulierung die Zustimmung der höchsten Entscheidungsträger in ihren jeweiligen Ländern zu gewinnen. Mit der Anweisung von Präsident Trump über soziale Medien, die Verhandlungen nicht zu überstürzen, beginnen die zuvor übermäßig optimistischen Erwartungen des Marktes an eine sofortige Entspannung der geopolitischen Spannungen, sich in einer Neubewertung niederzuschlagen.