- Der MSCI Asien-Pazifik-Index ohne Japan schloss mit einem Anstieg von 0,4%, wobei positive Erwartungen an die Lieferkette für künstliche Intelligenz teilweise die geopolitische Risikoprämie ausglichen.
- Anthropic reichte heimlich einen Antrag auf Börsengang ein und Alphabet (GOOG:US) plant, 80 Milliarden US-Dollar zur Erweiterung der KI-Infrastruktur zu beschaffen, was die Stimmung im Technologiesektor hebt. Die Kapazitätsversorgung von Nvidia (NVDA:US) steht im Mittelpunkt.
- Der südkoreanische KOSPI-Index fiel im Tagesverlauf um 3,3%, da die Kerninflationsdaten im Mai ein Zweijahreshoch erreichten und die Erwartungen einer Straffung durch die Bank of Korea (BOK) verstärkten. Der Brent-Rohöl-Futures-Kontrakt fiel auf den Bereich von 94 US-Dollar zurück.
Kapitalausgaben der Technologieriesen prägen Bewertungsprognosen neu
Gerüchte über einen Börsengang von Anthropic mit einer Bewertung von bis zu einer Billion US-Dollar, zusammen mit Alphabets (GOOG:US) nachbörslich angekündigtem Plan zur Kapitalbeschaffung von 80 Milliarden US-Dollar (einschließlich einer Investition von Berkshire Hathaway), treiben die Neubewertung der Preisgestaltung für den Ausbau der KI-Infrastruktur an. Der Aktienkurs von Alphabet fiel nachbörslich um 0,7%. Auf der Industrieseite bekräftigte das Management von Nvidia (NVDA:US), dass die Versorgung mit Zentral- und Grafikprozessoren der hohen Nachfrage gerecht wird, jedoch bleiben Kapazitätsengpässe in der Lieferkette ein mittelfristiger Faktor. Sollte die Kapitalausgaben für KI weiterhin die Erwartungen übertreffen, könnte dies die Bewertungszentren der entsprechenden Hardwarelieferanten beeinflussen.
Geopolitische Lage und Rückgang der Rohöl-Risikoprämie
Nach der Ankündigung des Libanon, dass die Hisbollah und Israel eine teilweise Waffenruhe vereinbart haben, fiel der Preis des Brent-Rohöl-Futures-Kontrakts (BRN1!) um 0,9% auf 94,13 US-Dollar pro Barrel und gab damit einen Teil der vorherigen geopolitischen Risikoprämie ab. Angesichts der wiederholten Rückschläge bei den indirekten Waffenstillstandsverhandlungen im Nahen Osten seit April bleibt die Marktpreisgestaltung für den regionalen Friedensprozess vorsichtig. Sollte die Unsicherheit auf der Angebotsseite von Rohöl weiter nachlassen, könnte dies den globalen Inflationsdruck am Rande verringern.
Makrodaten und langfristige Performance der US-Aktien
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Mai auf 54,0, deutlich über dem vorherigen Wert von 52,7 und erreichte damit ein Vierjahreshoch. Analysten weisen darauf hin, dass die durch geopolitische Konflikte verursachten Störungen in der Lieferkette Unternehmen dazu veranlassten, ihre Lagerbestände vorzeitig aufzufüllen, was die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe anhob. Der S&P 500 Index (SPX:US) stieg über Nacht um 0,3% und verzeichnete damit die längste neunte wöchentliche Gewinnserie seit Ende 2023. Vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und hoher Realzinsen zeigen die Kernaktienwerte der USA eine gewisse Unterstützung.
Erwartungen der koreanischen Zentralbank zur Straffung und regionale Marktdivergenz
Die Performance von Aktienvermögen in der asiatischen Region war unterschiedlich. Der japanische Nikkei 225 Index (NI225:JP) fiel um 0,7%, während der südkoreanische KOSPI-Index nach Erreichen eines Allzeithochs durch Gewinnmitnahmen um bis zu 3,3% einbrach. Schwergewichtige Halbleiteraktien wie Samsung Electronics (005930:KS) und SK Hynix (000660:KS) zeigten erhebliche Schwankungen. In Bezug auf Makrodaten beschleunigte sich der Verbraucherpreisindex in Südkorea im Mai auf ein über zwei Jahre hohes Niveau, was die Markterwartungen einer baldigen Straffung der Geldpolitik durch die Bank of Korea (BOK) verstärkte, wodurch der Wechselkurs des Won und die lokalen Liquiditätserwartungen unter Druck gerieten.
Performance über verschiedene Anlageklassen und Liquiditätsbeobachtung
Der Devisenmarkt blieb stabil, der US-Dollar-Index (DXY), der die Stärke des Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, hielt sich im Bereich von 99,15. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel um 4,5 Basispunkte auf 4,43%. Edelmetalle zeigten ihre Eigenschaft als sicherer Hafen, der Goldpreis (GOLD) stieg um 0,9% auf 4523,58 US-Dollar. Kryptowährungen standen insgesamt unter Druck, Bitcoin (BTC:US) fiel um 1,1% auf 70599,26 US-Dollar, Ethereum (ETH:US) sank um 0,5% auf 1992,04 US-Dollar. Sollte sich die makroökonomische Liquiditätserwartung ändern, könnte die Volatilität von Hochrisikoanlagen entsprechend zunehmen.