- Der Benchmark-Zinkpreis an der Londoner Metallbörse (LME) stieg aufgrund eines unerwarteten Ereignisses auf der Angebotsseite stark an und erreichte mit 3.633,50 USD pro Tonne ein fast vierjähriges Hoch. Die Stilllegung der größten Zinkhütte Lateinamerikas von Nexa Resources (NEXA:US) verstärkte die Sorgen über einen strukturellen Mangel auf dem Spotmarkt.
- Der globale Kupferpreis verzeichnete nach acht aufeinanderfolgenden Handelstagen des Anstiegs eine technische Korrektur und fiel um 0,9 % auf 13.971 USD pro Tonne, da Investoren nach Erreichen eines historischen Hochs Gewinne mitnahmen.
- Die Bewegungen innerhalb der Industriemetalle zeigten eine deutliche Divergenz. Der Aluminiumpreis blieb aufgrund großer Abhebungsanweisungen im malaysischen Hafen Klang auf hohem Niveau schwankend, während die Preise für Zinn und Nickel um 2,5 % bzw. 1,6 % an einem Tag fielen.
Häufige Black-Swan-Ereignisse auf der Angebotsseite verändern das Preisbildungsmodell. Der zentrale Preisbildungsmechanismus des globalen Basismetallmarktes verschiebt sich strukturell nach oben aufgrund häufiger Unterbrechungen auf der Angebotsseite. Laut neuesten Informationen musste die Zinkhütte Cajamarquilla von Nexa Resources (NEXA:US) in Peru aufgrund eines Brandschadens den Betrieb einstellen. Diese Anlage hat eine Kapazität von 344.400 Tonnen pro Jahr und ist ein zentraler Bestandteil der Lieferkette in Lateinamerika. Der Broker Marex stellte in einem Forschungsbericht fest, dass Marktteilnehmer gezwungen sind, die Angebotselastizität des Zinkmarktes neu zu bewerten, insbesondere nach dem vorherigen Explosionsvorfall bei Kazzinc. Die kontinuierlichen Fälle höherer Gewalt haben die vorherige Annahme eines relativ ausgeglichenen Angebots und Nachfrageverhältnisses durchbrochen und zwingen quantitative Fonds und Spot-Händler, Long-Positionen auf der Terminmarktkurve neu aufzubauen.
Lagerbestandswarnung der Londoner Metallbörse. Die Unterbrechungen auf der Angebotsseite haben die Anfälligkeit des bestehenden Lagersystems direkt verstärkt. Neueste Daten zeigen, dass die Zinkbestände in den registrierten Lagern der Londoner Metallbörse (LME) auf 110.875 Tonnen gesunken sind. Bei der aktuellen globalen Verbrauchsrate reicht dieser Lagerbestand aus, um weniger als drei Tage Endnachfrage zu decken. Die Internationale Blei- und Zinkstudiengruppe (ILZSG) hatte zuvor prognostiziert, dass der Markt für raffiniertes Zink in diesem Jahr ein Angebotsdefizit von 19.000 Tonnen aufweisen wird, und die Stilllegung der Cajamarquilla-Hütte wird dieses Defizit zweifellos weiter vergrößern. Die extrem niedrigen Lagerbestände schränken die Fähigkeit des Spotmarktes ein, Preisschwankungen auszugleichen, sodass jede marginale Angebotsreduzierung zu starken Preissprüngen führen kann.
Technische Korrektur des Kupferpreises auf hohem Niveau. Während der Zinkpreis stark anstieg, erlebte der Kupferpreis, als Barometer der makroökonomischen Lage, eine Phase der Erholung. Zuvor hatte der Benchmark-Kupferpreis 14.196,50 USD erreicht und näherte sich dem im Januar erreichten Allzeithoch von 14.527,50 USD. Der Anstieg über acht aufeinanderfolgende Handelstage führte zu erheblichen Gewinnmitnahmen, und institutionelle Investoren reduzierten ihre Risikopositionen, als sie sich dem Widerstandsniveau des vorherigen Hochs näherten. Analysten weisen darauf hin, dass die kurzfristige Korrektur des Kupferpreises eher eine spontane Anpassung der Liquidität darstellt als eine Umkehrung der langfristigen fundamentalen Logik. Die durch den globalen Energiewandel bedingten Netzaufrüstungen und die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bieten weiterhin eine fundamentale Unterstützung für die langfristige Bewertung von Kupfer.
Divergenz der langfristigen Fundamentaldaten bei Industriemetallen. Die Bewegungen anderer Metallarten an der Londoner Metallbörse (LME) an diesem Handelstag verdeutlichen die Komplexität der aktuellen makroökonomischen Handelslogik. Der Aluminiumpreis (ALI1!) blieb stabil bei etwa 3.651,50 USD, unterstützt durch eine Abhebungsanweisung von 10.000 Tonnen im Lager in Klang. Im Gegensatz dazu zeigten die Preise für Zinn (FTIN1!) und Nickel (NICKEL1!), die stärker mit der Verbraucherelektronik- und Edelstahlindustrie verbunden sind, Schwäche. Diese divergierenden Bewegungen zwischen den Metallen deuten darauf hin, dass in einem Umfeld insgesamt strafferer makroökonomischer Liquidität die Mittel eher auf Metalle mit einer Logik der sofortigen Angebotsverknappung oder einer schnellen Reduzierung der sichtbaren Bestände ausgerichtet sind. Der Rohstoffmarkt bewegt sich von einem umfassenden Beta-Markt hin zu einem Alpha-Spiel, das auf mikroökonomischen Fundamentaldaten basiert.