- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Montag um 7,5 Basispunkte auf 2,775 % und erreichte im Tagesverlauf 2,800 %, den höchsten Stand seit Oktober 1996.
- Der weltweite Ausverkauf von Staatsanleihen und der durch die Lage im Nahen Osten ausgelöste Anstieg der Ölpreise verstärkten sich gegenseitig, was die globalen Inflationserwartungen anheizte und die Benchmark-Renditen in den USA und der Eurozone ebenfalls steigen ließ.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Bank of Japan (BOJ) im Juni wird vom Markt höher eingepreist, während Berichte über einen Nachtragshaushalt der japanischen Regierung die Sorgen über das Angebot an langfristigen Staatsanleihen verstärkten.
Merkmale der Verschiebung der Renditekurve
Der jüngste Ausverkauf am Markt für japanische Staatsanleihen (JGB) zeigt sich über die gesamte Kurve hinweg. Neben der 10-jährigen Benchmark-Anleihe stieg die Rendite der 5-jährigen Staatsanleihen um 3,5 Basispunkte auf 2,020 % und erreichte im Tagesverlauf ein historisches Hoch von 2,025 %. Am langen Ende stieg die Rendite der 20-jährigen Staatsanleihen laut der Japan Bond Trading Company um 9,5 Basispunkte auf 3,735 % und erreichte damit den höchsten Stand seit August 1996. Die allgemeine Steilheit der Renditekurve spiegelt eine Neubewertung der Marktteilnehmer hinsichtlich der Inflationsbeständigkeit und eines potenziellen Straffungszyklus wider. Sollten die globalen Energiepreise hoch bleiben, könnte der inländische Inflationsdruck in Japan die Zinsniveaus weiter anheben.
Politische Erwartungen und fiskalische Störfaktoren
Nach der Entscheidung der Bank of Japan, die Zinsen auf ihrer April-Sitzung unverändert zu lassen, wurde ihre zukunftsgerichtete Politik von den Märkten als tendenziell restriktiv interpretiert. Derzeit setzen Händler verstärkt auf eine mögliche Zinserhöhung bei der geldpolitischen Sitzung im Juni. Zudem gibt es fiskalische Störfaktoren. Berichten zufolge plant die japanische Regierung einen Nachtragshaushalt, um den hohen Treibstoffkosten zu begegnen, was Bedenken hinsichtlich eines Anstiegs des Anleihevolumens und der fiskalischen Disziplin aufwirft und den Aufwärtsdruck auf die Renditen verstärkt.
Institutionelle Ansichten und Marktpreislogik
Die Wechselwirkungen auf den globalen Anleihemärkten sind in dieser Volatilität deutlich sichtbar. Am vergangenen Freitag stiegen die Renditen der US-Staatsanleihen aufgrund von Inflationsängsten und geopolitischen Prämien auf ein Jahreshoch, während auch die Renditen italienischer und deutscher Staatsanleihen einen synchronen Aufwärtstrend zeigten. Ataru Okumura, Senior Rate Strategist bei SMBC Nikko Securities, bemerkte, dass der Aufwärtsdruck sich von den Märkten in Japan und Großbritannien auf die USA und die Eurozone ausbreitet. Das Institut ist der Ansicht, dass, obwohl die Nachricht über den Nachtragshaushalt den Ausverkauf beschleunigt hat, die Reaktion der langfristigen Anleihemärkte kurzfristig möglicherweise übertrieben ist, da das genaue Ausmaß noch nicht feststeht.