
Rohölpreise steigen: Risikoaufschläge neu bewertet
Am Freitag erholten sich die internationalen Ölpreise im asiatischen Handel von ihrem Rückgang am Vortag, da der Markt die Unsicherheiten im Nahen Osten neu in den Preis einbezog. Der März-Kontrakt für Brent-Rohöl wurde zeitweise über 64 Dollar pro Barrel gehandelt, während WTI wieder nahe der 60-Dollar-Marke notierte.
Trumps jüngste Äußerungen lösen Versorgungsbedenken aus
Der direkte Auslöser für den Anstieg der Ölpreise war die jüngste Äußerung des US-Präsidenten Trump. Trump sagte gegenüber den Medien an Bord der Air Force One, dass eine US-Flotte auf dem Weg in Richtung Iran sei und sprach eine Warnung an die iranische Seite aus; Berichten zufolge werden ein Flugzeugträger und mehrere Zerstörer in wenigen Tagen im Nahen Osten eintreffen. Da Iran ein wichtiger Produktionsstaat der OPEC und zudem ein bedeutender Öllieferant für China ist, befürchtet der Markt bei einer Eskalation der Lage Auswirkungen auf die Export- und Transportkette.
Wöchentlich weiter im Plus, aber der Kampf zwischen Bullen und Bären hält an
In der Wochenbetrachtung scheinen die Ölpreise den fünften Anstieg in Folge zu verzeichnen, jedoch ist der Kursverlauf nicht einseitig. Reuters berichtet, dass die Ölpreise zuvor um etwa 2 % gefallen waren, bevor sie nach der „Flotten“-Nachricht wieder stiegen. Der wöchentliche Anstieg liegt weiterhin bei etwa 0,6 %.
Fundamental sehen die Märkte auf der einen Seite Marginalverbesserungen auf der Nachfrageseite: Die Internationale Energieagentur hat in ihrem Januar-Bericht die Wachstumsprognose für die Nachfrage bis 2026 angehoben, mit einer erwarteten Steigerung um etwa 930.000 Barrel pro Tag.
Auf der anderen Seite begrenzen Bestands- und Nachfragestrukturdaten den Preisanstieg. Reuters erwähnte, dass die offiziellen US-Daten einen stärkeren als erwarteten Anstieg der Rohölbestände zeigen, während Anzeichen einer schwächeren Kraftstoffnachfrage die Bullen in Vorsicht versetzen.
Zudem wirkt sich eine schwächere US-Dollar-Phase in der Regel unterstützend auf Rohstoffe aus, die in Dollar notiert sind; die Veränderungen in den Zinssenkungserwartungen der Fed bleiben ein wichtiger „Verstärker“ für Ölpreisbewegungen.
Worauf der Markt als Nächstes schaut
Der kurzfristige Fokus liegt weiterhin auf zwei Linien: Erstens, ob sich im Nahen Osten weitere Eskalationssignale abzeichnen, was die Risikoaufschläge weiter anheben könnte; zweitens, ob sich das Gleichgewicht von US-Beständen, Kraftstoffnachfrage und globalen Angebots- und Nachfrageprognosen ändert, was entscheidet, ob die Ölpreiserholung anhalten kann.
