
Die Zinnpreise an der Londoner Metallbörse (LME) stiegen am Mittwoch stark an und überschritten während des Handels die Marke von 51.000 US-Dollar pro Tonne, was ein neues Allzeithoch darstellt. Der Markt führt diesen Anstieg auf den Zustrom von Kapital und erwarteten Störungen auf der Angebotsseite zurück, was Zinn zu einem der "Vorläufer" im aktuellen Industriemetallmarkt macht.
Preisspitze: Im Handel bei 51.675 USD, Anstieg im Jahr über ein Viertel
Berichten zufolge stieg der LME-Zinnpreis an diesem Tag um etwa 4,3 % und erreichte ein Tageshoch von 51.675 US-Dollar pro Tonne, womit er das Hoch von 2022 übertraf. Seit Jahresbeginn hat der Zinnpreis bereits um mehr als 25 % zugelegt.
Da Zinn häufig in der Elektroniklötung verwendet wird, sehen manche Trader es auch als Indikator für die Elektronikkonjunktur und kapitale Ausgaben im Zusammenhang mit Rechenleistung.
Heimischer Markt noch „hitziger“: SHFE-Zinn erreicht Preislimit und setzt neuen Rekord
Im Vergleich zur LME ist die Entwicklung des heimischen SHFE-Zinns noch steiler. Berichte erwähnen, dass der Zinnpreis an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) um etwa 9 % stieg und damit das Tageslimit erreichte, wobei er auf 413.170 Yuan pro Tonne (etwa 59.212 US-Dollar) kletterte, und es ist bereits das zweite Mal in dieser Woche, dass das Preislimit erreicht wurde.
Angebotsseitige Faktoren: Indonesien bekämpft illegalen Bergbau, ungeprüfte Kontingente schaffen Unsicherheit
Was das Angebot betrifft, beobachten Händler die Entwicklungen der indonesischen Zinnlieferungen genau. Indonesien als zweitgrößter Zinnproduzent der Welt bekämpft derzeit den illegalen Bergbau, was als Beeinträchtigung der Versorgung in den Hauptproduktionsregionen angesehen wird. Trotz eines deutlichen Anstiegs der Exporte im November weist der Bericht darauf hin, dass die indonesische Regierung in diesem Jahr noch keine Bergbaukontingente genehmigt hat, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholungsphase aufkommen lässt.
Bestände und Laufzeitstruktur: Bestände steigen, Forward-Prämie deutet auf „nicht extreme Knappheit“ hin
Es ist bemerkenswert, dass der starke Anstieg der Zinnpreise nicht unbedingt auf extreme Knappheit im Spotmarkt hinweist. Der Bericht zeigt, dass die LME-Zinnbestände auf ein Elfmonats-Hoch gestiegen sind und die Terminkurse deutlich über den Spotkursen liegen, was eine 'Forward-Prämie' ergibt – ein Zeichen dafür, dass der Markt nicht so extrem unterversorgt ist wie bei einigen anderen Metallen.
