
Am Mittwoch (14. Januar), während die meisten Institutionen an der Wall Street weiterhin optimistisch gegenüber US-Aktien sind, äußert Ariel Investments-Vorsitzender und Co-CEO John Rogers eine defensivere Einschätzung: Er rechnet damit, dass die US-Wirtschaft bis Ende des Jahres in eine leichte Rezession geraten könnte, und der Dow Jones Industrial Average möglicherweise um 15% bis 20% zurückgeht und sich dem Bärenmarkt annähert.
Rogers: Leichte Rezession bis Jahresende möglich, Dow könnte um 15%-20% zurückgehen
Rogers äußerte auf einer Veranstaltung in Chicago, dass der Konsum der wohlhabenden Bevölkerung weiterhin stark sei, die breitere Mittelschicht jedoch durch die hohen Lebenshaltungskosten „ständig unter Druck“ gesetzt werde, was allmählich die Gesamtnachfrage und die Gewinnprognosen der Unternehmen beeinflusst. Daher wetten er darauf, dass der Dow in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang von 15% bis 20% verzeichnen könnte.
Bärische Perspektive: Gezielte Konsumspaltung und Bewertungsgetriebener Bullenmarkt
In Rogers' Rahmenwerk geht das Risiko nicht nur von einzelnen Datenpunkten aus, sondern von einer „strukturellen Spaltung“: Wohlhabende Kreise geben weiterhin Geld für Reisen, Unterhaltung und nicht notwendige Konsumgüter aus, während normale Haushalte unter Rechnungsdruck preissensibler werden und weniger flexible Konsummuster zeigen.
Er bemerkte auch, dass der zweistellige Anstieg der US-Aktienmärkte in den letzten Jahren „ungewöhnlich“ sei und dass der KI-Investitionsboom und die überhöhte Gewichtung von großen Technologiewerten es erschwerten, die tatsächliche Wirtschaftstemperatur widerzuspiegeln, weshalb er die steigende Marktkonzentration mit Vorsicht betrachte.
Andere Ansicht: KPMG erwartet mehr Zinssenkungen, warnt jedoch ebenfalls vor Rückgang des Dow
Bei derselben Veranstaltung gab die Chefökonomin von KPMG, Diane Swonk, eine andere Prognose ab: Sie glaubt, dass die Fed in diesem Jahr möglicherweise drei Mal die Zinsen senkt, was mehr ist als die im Dotplot reflektierten vorsichtigeren Erwartungen; dennoch erwartet sie, dass der Dow bis Jahresende von etwa 49.200 Punkten auf etwa 43.000 Punkte fällt, aber schätzt, dass die USA mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Rezession vermeiden können.
Swonk erwähnte auch, dass die Inflation aufgrund von Steuervariablen für Einkommensstarke und Erhöhungen des Mindestlohns in mehreren Bundesstaaten möglicherweise eine gewisse Hartnäckigkeit bewahrt; angesichts geopolitischer Risiken und Wachstumsbedenken könnte die Tendenz, Gold als sicheren Hafen zu nutzen, anhalten.
Vermögenspräferenzen: Weiterhin optimistisch für Small Caps und 'robustere' Titel in widrigen Zeiten
Trotz einer allgemein vorsichtigeren Haltung hat Rogers nicht vollständig auf "vollständige Verteidigung" umgeschaltet. Er erklärte, dass er weiterhin Small Caps gut einschätze und nannte Unternehmen wie Smucker, die sich in wirtschaftlich schwierigeren Phasen relativ stabil entwickeln könnten. Ariel Investments mit Hauptsitz in Chicago wurde 1983 gegründet und betreibt langjährig Investmentfonds mit einem wertorientierten Ansatz.
