
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Unruhen im Inland stiegen die Rohölpreise in Iran weiter an. Berichten zufolge stiegen die Brent-Rohöl-Futures um etwa 1,9 % auf etwa 65,08 USD pro Barrel und näherten sich damit dem am Vortag erreichten Zweimonatshoch; WTI-Rohöl stieg um etwa 2,4 % auf 60,74 USD pro Barrel und erreichte den höchsten Stand seit Dezember letzten Jahres.
BCA-Einschätzung: Stabilität des Regimes auf dem Prüfstand, Wahrscheinlichkeit von Versorgungsschocks bei 40 %
BCA Research wies in einem Bericht vom 12. Januar darauf hin, dass der Iran die größten regierungsfeindlichen Proteste seit Jahren erlebe, deren Intensität als höher als in den Jahren 2019-2020 und vergleichbar mit der Größenordnung der Jahre 2022-2023 beschrieben wird. Das Institut glaubt, dass die Proteste weiter eskalieren könnten, da das Regime in den letzten zehn Jahren einen Teil des öffentlichen Vertrauens verloren hat und die Opposition in der Nachfolgephase des obersten Führers Chamenei möglicherweise eine "einmalige Chance" sieht.
In diesem Kontext hat BCA die Wahrscheinlichkeit einer „erheblichen globalen Ölversorgungsschock“ auf etwa 40 % angehoben und betont, dass dies innerhalb der zuvor angegebenen Risikospanne liegt.
Wie sich Risiken ausbreiten: Militärische Bedrohungen und Schifffahrtsrouten im Markt-Fokus
Mit der Ausweitung der Unruhen berichteten Quellen über neue gegenseitige militärische Drohungen zwischen den USA und dem Iran: Die USA warnten den Iran davor, Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden, und erklärten, man werde protestierende Personen, die vom Regime bedroht würden, „retten“; der Iran warnte seinerseits die USA und Israel davor, Maßnahmen zu ergreifen, und erklärte, man werde sich nicht nur gegen US-Militärbasen, sondern auch gegen regionale Schifffahrtsrouten richten. Der Markt geht allgemein davon aus, dass, sobald sich die Spannungen auf Transport- und Exportketten auswirken, die Ölpreisvolatilität weiter zunehmen könnte.
