Der globale Energieschock überträgt sich rasch auf den europäischen Anleihenmarkt.
Durch den Anstieg der Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten beginnen Investoren, ihre Einschätzungen zur Inflation und den Zinsperspektiven in der Eurozone zu überdenken, was zu einem zweiten Wochenrückgang der Anleihekurse führte.
Ölpreise als Schlüsselvariable
In dieser Woche sind die internationalen Ölpreise stark gestiegen, wobei der Brent Crude um nahe 10% zulegte.
Obwohl die Internationale Energieagentur die Freigabe eines Rekordumfangs an strategischen Ölreserven ankündigte und die USA den Ländern vorübergehend den Kauf eines Teils der sanktionierten russischen Rohöls ermöglichten, glaubt der Markt, dass diese Maßnahmen nur eine kurzfristige Linderung bieten können.
Steigende Renditen europäischer Anleihen
Die Renditen von Benchmark-Bunds steigen weiterhin:
- 10-jährige Bund-Rendite: ca. 2,98%
- 2-jährige Bund-Rendite: ca. 2,42%
Die Renditesteigerungen bei Staatsanleihen der Peripherieländer sind noch deutlicher. Die Rendite der italienischen 10-jährigen Staatsanleihe stieg auf 3,81%.
Zinspfad vor Neupreisung
Analysten weisen darauf hin, dass die Europäische Zentralbank möglicherweise eine längere Dauer der Straffungspolitik beibehalten muss, falls die Ölpreise auf hohem Niveau verbleiben.
Das bedeutet, dass die bisherigen Markterwartungen für Zinssenkungen weiter hinausgezögert werden könnten.