Mit der Ankündigung der USA, ihre militärischen Schläge gegen den Iran zu verstärken, kam es am Donnerstag zu einer deutlichen Korrektur auf den globalen Basismetallmärkten. Der LME-Dreimonatskupfer fiel um 1,06 % auf 12.305 USD pro Tonne und beendete damit die jüngste Serie von Kursgewinnen. Diese Preisbewegung spiegelt nicht nur die risikoscheue Kapitalflucht wider, sondern offenbart auch tiefgründig die potenziellen Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die globalen Lieferketten der Fertigungsindustrie. Während die Energiepreise für Rohöl und andere Energiequellen steigende Risiken aufweisen, müssen die Schmelzkosten von Industriemetallen und die Erwartungen an die Nachfrage neu bewertet werden. Obwohl der Hauptkontrakt von Shanghaier Kupfer mit einem Rückgang von 0,68 % relative Widerstandskraft zeigte, wird die abwartende Stimmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette an den Märkten deutlich.
Erwartungen zur Rohstoffversorgung und Kosten der Schmelzung
Die stark ansteigende geopolitische Spannung im Nahen Osten überträgt sich durch den Energiekostenkanal auf die vorgelagerten Schmelzprozesse der Nichteisenmetalle. Die Schmelzung von Kupfer, Aluminium, Zink und anderen Basismetallen hängt stark von Strom und fossilen Energieträgern ab. Obwohl die US-Militäraktionen hauptsächlich auf den Nahen Osten konzentriert sind, führen die dadurch verursachten globalen Störungen in der Energieversorgung und die steigenden Preisspitzen zu erhöhten Grenzkosten für energieintensive Schmelzanlagen in Europa und Teilen Asiens. Allerdings konnte diese Kostenunterstützung kurzfristig nicht in Preisanstiege umgewandelt werden, da die Ängste vor einem Nachfragerückgang die Preisgestaltung für steigende Angebotskosten überwogen. Der Rückgang bei LME-Aluminium und -Zink um 0,85 % bzw. 1,49 % zeigt, dass bei makroökonomischen systemischen Risiken das Kapital in erster Linie das nachfrageseitige zyklische Risiko meidet, anstatt die Angebotsseite kostengetrieben zu handeln.
Übertragung entlang der Wertschöpfungskette
Die heftigen Schwankungen im makroökonomischen Umfeld werden entlang der Metallwertschöpfungskette schnell nach unten übertragen. Kupfer und Zinn sind hierfür Beispiele, da beide Metalle zentrale Rohstoffe für die globale Elektrifizierung und die elektronische Informationsindustrie darstellen. Der LME-Zinnpreis fiel um 3,44 % und der Shanghai-Zinn um 3,05 % an einem einzigen Tag, was die extrem pessimistische Erwartung des Marktes bezüglich der Erholung der Nachfrage in Konsumelektronik und Halbleiterverpackungen widerspiegelt. Für Unternehmen, die Kupfer im primären Verarbeitungsbereich, wie z.B. in Kabeln, Haushaltsgeräten und Komponenten für Elektrofahrzeuge, verwenden, führt das hohe Niveau von 95.880 Yuan für Shanghai-Kupfer zusammen mit externen makroökonomischen Risiken zu extremer Vorsicht beim Spot-Einkauf. Viele Verarbeitungsunternehmen könnten sich dafür entscheiden, bestehende Lagerbestände abzubauen und den Abschluss neuer Langzeitverträge aufzuschieben, um das Risiko eines einseitigen Preisrückgangs zu vermeiden. Sollte sich der Rückgang bei den Orders, aufgrund der globalen Rezessionsängste, in der Realität bewahrheiten, wird der Druck auf die Lagerbestände im mittleren Bereich der Wertschöpfungskette in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals sichtbar werden.
Wettbewerbslandschaft und regionale Marktunterschiede
Vor dem Hintergrund der geopolitischen Neuordnung der globalen Handelslandschaft zeigen die regionalen Wettbewerbsmerkmale des Nichteisenmetallmarktes neue Züge. Die jüngsten Daten zeigen deutlich die Preisunterschiede zwischen LME und SHFE angesichts derselben makroökonomischen Schocks. Der Anstieg des Shanghai-Blei um 0,6 % und des Shanghai-Zink um 0,02 % trotz des negativen Umfelds zeigt, dass einige kleine Metallarten in China über eine gewisse unabhängige Preisfähigkeiten verfügen, gestützt durch eine hohe Eigenversorgung und solide mikroökonomische Fundamentaldaten. Angesichts der enormen Unsicherheiten in den globalen Lieferketten könnten große Produktionsländer wie China beschleunigt Strategien zur autonomen Kontrolle wichtiger Rohstoffe vorantreiben und dazu neigen, eine sicherere regionale Metalle-Lieferkette außerhalb des US-Dollar-Preissystems aufzubauen. Langfristig wird die Nachfrage asiatischer Industriekapitalien nach einer Stärkung der Preisbestimmungsrechte ihrer lokalen Futures-Börsen zunehmen, wenn das von den USA dominierte LME-System weiterhin durch heftige geopolitische Schwankungen behindert wird.