Vor dem Hintergrund, dass die Konflikte im Nahen Osten die Ölpreise in die Höhe treiben und die inländische Kraftstoffnachfrage weiterhin schwach ist, stellt China die Energiesicherheit über die Gewinne der Raffinerien. Mehrere Insider berichten Reuters, dass die nationale Entwicklungs- und Reformkommission diese Woche unabhängige Raffinerien angewiesen hat, die Rohölverarbeitung auf einem Niveau zu halten, das nicht unter dem Durchschnitt der letzten zwei Jahre liegt, um die inländische Kraftstoffversorgung zu gewährleisten; bei Nichteinhaltung könnten den Raffinerien die Rohölimportkontingente gekürzt werden. Für die stark auf Importkontingente angewiesenen "Teekessel"-Raffinerien bedeutet diese Anforderung, dass das im April ursprünglich mögliche freiwillige Herunterfahren der Kapazitäten durch eine politisch angeordnete Produktionsstabilität ersetzt wird.
Diese Anforderung richtet sich direkt gegen die bisherige Erwartung von Produktionskürzungen auf dem Markt. Reuters berichtete am 31. März, dass chinesische kleine unabhängige Raffinerien, die unter dem doppelten Druck steigender Rohölpreise und schwacher inländischer Nachfrage stehen, ursprünglich planten, ihre Verarbeitung im April zu reduzieren, wobei die Betriebsraten von etwa 55 % im Februar und März auf etwa 50 % zurückgehen könnten. Nun haben die Regulierungsbehörden eingegriffen, um die Verarbeitung zu stabilisieren, was zeigt, dass die politische Ebene der "Versorgungssicherheit" eine deutlich höhere Priorität einräumt als der kurzfristigen operationellen Flexibilität.
Bemerkenswerterweise handelt es sich hierbei nicht um eine isolierte Maßnahme, sondern sie bildet zusammen mit dem anhaltenden Exportbeschränkungen für Raffinerieprodukte Chinas ein Koppelungspaket. Reuters berichtete zuvor, dass China die Exportbeschränkungen für Raffinerieprodukte bis April verlängert hat, mit nur geringem Spielraum für Ausnahmen. Dies bedeutet, dass Peking durch die Doppelstrategie "Verarbeitung stabilisieren, Export kontrollieren" mehr Kraftstoffressourcen für den Inlandsmarkt bindet, um Risiken durch anhaltende Unsicherheiten in der Straße von Hormus und in den Lieferketten des Nahen Ostens zu begegnen. Für den asiatischen Markt der Raffinerieprodukte trägt diese Politik dazu bei, die Besorgnis über Engpässe in China zu lindern, könnte jedoch auch die externe Angebotslage angespannt halten.
Aus Marktsicht deutet diese Nachricht eher auf ein "Versorgungssignal" hin als auf "Gewinnvorteil". Die Teekessel-Raffinerien stehen in einem Umfeld hoher Ölpreise vor steigenden Kosten und eingedrückten Gewinnen und werden nun aufgefordert, die Verarbeitungskapazität aufrechtzuerhalten, was verdeutlicht, dass das politische Ziel in erster Linie die Stabilität der inländischen Energieversorgung ist und nicht die Verbesserung der Rentabilität der Raffinerien. Sollte die Lage im Nahen Osten weiterhin Unruhe stiften und die Ölpreise länger hoch bleiben, könnte diese administrative Maßnahme zur Stabilisierung der Versorgung auch auf eine längere Zeitspanne der Exportkontrolle und Kontingentsbeschränkungen ausgeweitet werden.