Argentinien plant, Transaktionsdaten von Nutzerinnen und Nutzern von Kryptowährungen ab 2029 mit anderen Ländern zu teilen. Damit sollen Kryptoasset-Transaktionen in einen breiteren grenzüberschreitenden Informationsaustausch einbezogen werden. Für Plattformen und Nutzer rücken damit der Umfang der Meldungen, die beteiligten Institutionen und der Zeitplan für die Umsetzung in den Mittelpunkt.
Am Handel mit Kryptowährungen selbst würde sich dadurch zunächst nichts ändern. Identitätsdaten und Transaktionsaufzeichnungen, die bei Handelsplattformen liegen, könnten jedoch Bestandteil eines internationalen regulatorischen Informationssystems werden. Für Kryptoasset-Plattformen, die in Argentinien tätig sind oder argentinische Nutzer bedienen, könnten deshalb die Identifizierung von Kunden, die Aufbewahrung von Unterlagen und Meldeprozesse zu zentralen Compliance-Themen werden.
Internationaler Datenaustausch ab 2029 als Ziel
Der bislang klarste Zeitrahmen ist das Jahr 2029. Argentinien nutzt dieses Jahr als Zielmarke für den internationalen Austausch von Transaktionsdaten von Kryptonutzerinnen und -nutzern. Welche staatliche Behörde die Umsetzung übernehmen soll, welche Länder an dem Austausch beteiligt wären und ob für verschiedene Kryptoassets und Plattformen dieselben Standards gelten, ist bislang nicht festgelegt.
2029 sollte daher nicht als Zeitpunkt verstanden werden, an dem sämtliche Nutzerdaten auf einmal offengelegt werden. Derartige Datenaustauschsysteme umfassen in der Regel mehrere Schritte: die nationale Meldung, die Prüfung der Informationen, die grenzüberschreitende Übermittlung und die Nutzung durch die empfangende Institution. Argentiniens technische Standards, die Definitionen der meldepflichtigen Daten und die konkreten Umsetzungsregeln müssen in späteren offiziellen Dokumenten noch präzisiert werden.
Welche Pflichten auf Plattformen und Nutzer zukommen könnten
Sollte der Plan in seiner derzeit erkennbaren Richtung umgesetzt werden, könnten Kryptobörsen und andere Handelsplattformen dazu verpflichtet werden, umfassendere Informationen zu Nutzern, Konten und Transaktionen zu erheben und aufzubewahren. Neben Käufen und Verkäufen könnten dabei Angaben zum Aufenthaltsort eines Nutzers, zur Identität des Kontoinhabers und zu Vermögensübertragungen verarbeitet werden. Welche Daten tatsächlich erforderlich sind, wird von den später erlassenen argentinischen Gesetzen und regulatorischen Vorgaben abhängen.
Für Nutzer bedeutet dies, dass Transaktionsdaten, die bislang möglicherweise nur innerhalb einer Plattform gespeichert wurden, in einen grenzüberschreitenden Informationsaustausch zwischen Aufsichts- und Steuerbehörden gelangen könnten. Offen ist, ob bestimmte Datensätze tatsächlich weitergegeben werden, welche Institutionen sie erhalten dürfen, wie lange sie gespeichert werden und welche Rechte Nutzer auf Auskunft oder Berichtigung haben. Diese Fragen müssen durch die formalen Regeln beantwortet werden.
Kryptoregulierung setzt stärker auf Nachvollziehbarkeit
Der argentinische Plan steht für die zunehmende Einbeziehung von Kryptoaktivitäten in klassische Finanzaufsicht. Im Fokus steht damit nicht mehr nur, ob Plattformen den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen ermöglichen. Ebenso wichtig werden die Identitätsprüfung, die Dokumentation von Transaktionen und die Nachvollziehbarkeit grenzüberschreitender steuerlicher Informationen.
Für Marktteilnehmer hängt die praktische Wirkung von den Details der Umsetzung ab. Dazu gehört die Frage, ob Plattformen regelmäßig Berichte an argentinische Behörden übermitteln müssen, welche Transaktionen eine Meldepflicht auslösen und ob auch Plattformen mit Sitz im Ausland unter die Regelung fallen. Solange diese Punkte nicht geklärt sind, ist 2029 als politisches Ziel und nicht als Termin für einen abgeschlossenen, umfassenden Datenaustausch zu verstehen.
Unmittelbar betrifft der Plan daher vor allem das Umfeld aus Informationspflichten und regulatorischer Zusammenarbeit rund um Kryptonutzer und Plattformen. Beide Gruppen müssen die künftigen offiziellen Vorgaben zu den erfassten Daten, den Meldeverantwortlichkeiten, den grenzüberschreitenden Empfängerinstitutionen und den Datenschutzvorkehrungen beobachten.