Eine Analyse zweier ETFs nach dem GARP-Prinzip – also Wachstum zu einem angemessenen Preis – zeigt deutliche Unterschiede in der Portfoliostruktur. Der iShares MSCI USA Quality GARP ETF (GARP) ist stärker auf Wachstum ausgerichtet und erzielte langfristig höhere Renditen. Der Invesco S&P 500 GARP ETF (SPGP) weist dagegen ein stärkeres Value-Profil auf und bot in Bärenmärkten meist besseren Schutz vor Kursverlusten. Keiner der beiden Fonds verbindet Wachstum und eine konsequente Bewertungsdisziplin vollständig.
GARP erzielt höhere Renditen – mit weniger Bewertungsdisziplin
GARP hat über längere Zeiträume vergleichsweise starke Ergebnisse erzielt und den Gesamtmarkt übertroffen. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut der Analyse das höhere Gewicht von Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Diese Ausrichtung bedeutet zugleich, dass die Bewertung im Auswahlprozess nicht immer das gleiche Gewicht erhält.
In der Praxis ähnelt GARP daher eher einem Portfolio, das zunächst Wachstum priorisiert und erst anschließend prüft, ob der Preis angemessen ist. Ein striktes Gleichgewicht zwischen Wachstum und Bewertung bildet der Fonds weniger ab. Für langfristig orientierte Anleger wird GARP wegen seines renditestärkeren Wachstumsprofils mit „Buy“ eingestuft. Diese Bewertung bedeutet weder, dass sich die bisherige Wertentwicklung fortsetzt, noch dass der ETF für jeden Anleger geeignet ist. Die künftigen Ergebnisse bleiben unter anderem von den Bewertungen wachstumsstarker Aktien, einem Wechsel der Marktführerschaft und der allgemeinen Risikobereitschaft an den Märkten abhängig.
SPGP setzt stärker auf Value und defensive Merkmale
SPGP ist stärker wertorientiert. Das hat dem ETF in fallenden Märkten typischerweise einen besseren Schutz vor Abwärtsbewegungen verschafft. Im Vergleich zu GARP ist der Fonds weniger stark auf hoch bewertete Wachstumsaktien angewiesen und kann sich unter Bärenmarktbedingungen daher defensiver entwickeln.
Diese Positionierung hat jedoch ihren Preis. Wenn Wachstumsaktien den Markt anführen und die Kurse steigen, blieb SPGP hinter GARP zurück. Auch langfristig war die Wertentwicklung schwächer. Die Analyse stuft SPGP mit „Hold“ ein. Sie verweist auf die kurzfristig attraktiveren defensiven Eigenschaften, merkt aber an, dass Renditeprofil und Dividendenrendite das begrenzte Wachstumsexposure nicht vollständig ausgleichen. Für Anleger, die auf laufende Erträge angewiesen sind, blieb die Ausschüttungsrendite zudem hinter einem idealen Niveau zurück.
Beide ETFs weichen von einem ausgewogenen GARP-Ansatz ab
Der Grundgedanke von GARP besteht darin, Unternehmen mit Wachstumspotenzial zu finden und für dieses Wachstum einen vergleichsweise angemessenen Preis zu zahlen. Der Vergleich legt nahe, dass sich GARP in der Praxis stärker von der Bewertungsseite dieses Konzepts entfernt hat, während SPGP deutlich in Richtung Value tendiert.
GARP kann davon profitieren, wenn Bullenmärkte und ein wachstumsorientierter Handel das Marktgeschehen bestimmen. SPGP kann für Anleger geeigneter sein, die der defensiven Ausrichtung eines Portfolios größeres Gewicht beimessen. Keiner der beiden ETFs löst jedoch den Zielkonflikt zwischen Wachstum und Bewertung vollständig. Der Vergleich lässt Raum für GARP-Produkte mit einer ausgewogeneren Konstruktion – also für Fonds, die Gewinnwachstum, Bewertung, Marktbedingungen und die Begrenzung von Rückschlägen präziser zusammenführen, statt den tatsächlichen Anlagestil allein aus dem Fondsnamen abzuleiten.
Zugang zu den ETFs und Hinweise bleiben entscheidend
In der Analyse wird offengelegt, dass der Autor derzeit weder Aktien noch Optionen oder vergleichbare Derivate hält, die an die genannten Unternehmen gekoppelt sind. Zudem sei nicht geplant, innerhalb der nächsten 72 Stunden entsprechende Positionen einzugehen. Weiter heißt es, dass GARP und SPGP in der Rechtsordnung des Autors nicht zum Kauf verfügbar sind. Der Zugang zu den beiden ETFs hängt damit von der lokalen Produktzulassung und den jeweiligen Handelsmöglichkeiten ab.
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist und die Inhalte keine Eignungsempfehlung für einen bestimmten Anleger darstellen. Beim Vergleich der beiden Fonds sollten Anleger daher nicht nur auf historische Renditen achten, sondern auch Anlagestil und Bewertung, die Abhängigkeit vom jeweiligen Marktzyklus, Abwärtsvolatilität, Ausschüttungsrendite sowie die Verfügbarkeit des Produkts in der eigenen Rechtsordnung berücksichtigen.