- Goldman Sachs (GS:US) hat seine Kupferpreisprognose für Ende 2026 deutlich auf 13.735 USD pro Tonne angehoben, was einer Erhöhung um etwa 10,2 % gegenüber der vorherigen Prognose von 12.465 USD entspricht. Dies ist hauptsächlich auf das langsamer als erwartete globale Angebotswachstum und den über den Erwartungen liegenden Anstieg der US-Importe zurückzuführen.
- Die Bank hat auch ihre Kupferpreisprognose für 2027 von 12.150 USD auf 13.800 USD pro Tonne angehoben, was die strukturell optimistische Haltung der großen Wall-Street-Investmentbanken zur mittel- bis langfristigen Angebots- und Nachfragesituation bei Basismetallen widerspiegelt.
- Die Angebots- und Nachfragespannung auf den Märkten außerhalb der USA übertrifft die bisherigen Erwartungen, und die starke Importnachfrage in den USA beschleunigt den Abfluss aus den bestehenden globalen Metallbeständen, was die Prämien im Spotmarkt verstärkt.
Stagnierendes Angebotswachstum vertieft die Marktlücke
Die globale Kupferproduktion steht in der ersten Hälfte des Jahres 2026 vor mehreren Herausforderungen. Goldman Sachs hebt in seinem neuesten Forschungsbericht hervor, dass sowohl der Fortschritt bei der Inbetriebnahme von Projekten in den Hauptproduktionsgebieten als auch die Kapazitätsauslastung hinter den vorherigen Erwartungen zurückbleiben. Aufgrund des verlangsamten Wachstums der Raffineriekapazitäten und des Rückgangs der Erzgrade in einigen traditionellen Minen ist das Gesamtwachstum des Angebots an raffiniertem Kupfer deutlich schwächer als der historische Durchschnitt. Diese marginale Verengung des Angebots ist der Haupttreiber für die Neubewertung der Preisbildungsmodelle für Rohstoffe durch Investmentbanken. Sollten geopolitische Störungen oder Umweltprüfungen weiter verschärft werden, könnte sich die globale Angebotslücke in der zweiten Jahreshälfte weiter vergrößern.
Starker Anstieg der US-Importnachfrage absorbiert globale Bestände
Auf der Nachfrageseite übertrifft der US-Markt die allgemeinen Erwartungen der Rohstoffhändler. Aufgrund der Erholung der heimischen Fertigungsindustrie und der starken Nachfrage nach hochleitfähigen Metallen für die Modernisierung und den Umbau des Stromnetzes sind die Kupferimporte der USA auf dem internationalen Markt stark gestiegen. Dieser Trend hat nicht nur die physischen Bestände an den wichtigsten nordamerikanischen Börsen direkt reduziert, sondern auch durch Arbitragefenster Spotlieferungen aus Europa und Asien angezogen. Die Analyse von Goldman Sachs zeigt, dass die anhaltend hohen US-Importe tatsächlich einen Reservoir-Effekt auf die bestehenden sichtbaren globalen Bestände haben, wodurch der internationale Kupferpreis auf ein höheres Gleichgewichtsniveau angehoben wird.
Engpässe auf den Überseemärkten übertreffen Erwartungen
Neben den USA zeigen auch die Angebots- und Nachfragebilanzen in einigen Kernverbrauchswirtschaften in Europa und Asien ein enges Gleichgewicht. Der Markt hatte zuvor erwartet, dass die Überseemärkte außerhalb von USA und Europa aufgrund makroökonomischer Schwankungen ein Überangebot aufweisen könnten, aber die tatsächlichen Daten zeigen, dass der rigide Verbrauch von Kupfer durch die grüne Energiewende und den Ausbau der Elektrifizierungsinfrastruktur eine hohe Widerstandsfähigkeit bewahrt hat. Die Prämien und Abschläge auf dem Spotmarkt steigen weiter, und die lieferbaren Bestände an den wichtigsten Börsen wie der London Metal Exchange und der Chicago Mercantile Exchange befinden sich langfristig auf historisch niedrigen Niveaus, was die allgemeine Knappheit der Angebots- und Nachfragesituation weiter bestätigt.
Neugestaltung der Forward-Preisstruktur und Preislogik
Mit der doppelten Anhebung der Preisprognosen für Ende 2026 und das gesamte Jahr 2027 erlebt die Forward-Kurve des Kupfermarktes eine strukturelle Neugestaltung. Goldman Sachs hat die Kupferpreisprognose für 2027 auf 13.800 USD pro Tonne angehoben, was zeigt, dass das aktuelle Missverhältnis von Angebot und Nachfrage kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern ein systemisches Phänomen mit mittel- bis langfristiger Dauer. Marktanalysten weisen darauf hin, dass, wenn die wichtigsten Zentralbanken in zukünftigen geldpolitischen Zyklen Liquidität freisetzen oder der globale Fertigungs-PMI in den Expansionsbereich zurückkehrt, die finanziellen und physischen Eigenschaften des Rohstoffmarktes in Resonanz treten könnten, was den Prozess der Vermögensneugestaltung der Kupferpreise weiter beschleunigen könnte.