Mike Selig, der Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), erklärte am Dienstag in Washington, dass die Regulierungsbehörden kurz davor stehen, Richtlinien herauszugeben, die die konforme Abwicklung von Krypto-Perpetual-Futures in den USA ermöglichen. Diese sollen voraussichtlich „in etwa einem Monat“ veröffentlicht werden.
Perpetual Futures sind Derivatkontrakte ohne Verfallsdatum, die üblicherweise mit Hebelmechanismen verbunden sind. In den letzten Jahren hat sich dieses Produkt hauptsächlich auf Offshore-Märkten entwickelt. Branchendaten zeigen, dass mehr als 70 % des Derivatehandelsvolumens auf den globalen Haupt-Kryptobörsen aus Perpetual-Kontrakten bestehen, während der Anteil des heimischen US-Marktes unter 15 % liegt. Selig wies darauf hin, dass die regulatorische Ausrichtung der vorherigen Regierung dazu führte, dass relevante Unternehmen und Liquidität abwanderten, was zu einer deutlichen Liquiditätsprämie führte.
Marktanalyseexperten sagen, dass bei einer klaren US-Regulierungspflicht ein Teil des institutionellen Kapitals in den Heimatmarkt zurückfließen könnte, was die Bewertung der Handelsplattformen wiederherstellen würde. Die Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) einiger kryptobezogener börsennotierter Unternehmen weisen im Vergleich zu traditionellen Futures-Brokern einen Abschlag von etwa 20 % bis 30 % auf, was die Risikoprämie der politischen Unsicherheit widerspiegelt.
SEC und CFTC treiben „Project Crypto“ voran
An diesem Tag traten Selig und der Vorsitzende der US Securities and Exchange Commission (SEC), Paul Atkins, gemeinsam bei einer Veranstaltung auf und betonten ihre Zusammenarbeit bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte im Rahmen des „Project Crypto“.
Selig erklärte, dass die CFTC ein „Innovationsausnahmen“-System untersucht, das einen begrenzten regulatorischen Spielraum für experimentelle Geschäftstätigkeiten mit digitalen Vermögenswerten bieten soll, und dass der Regulierungsansatz für Entwickler im Bereich dezentraler Finanzen (DeFi) definiert werden soll. Personen, die den Regulierungsbehörden nahe stehen, sagen, dass diese Maßnahme darauf abzielt, die Erwartungsunterschiede, die durch regulatorische Unsicherheiten entstehen, zu verringern.
Atkins stellte jedoch fest, dass die Regulierungsbehörden, obwohl sie Richtlinien durch erklärende Leitlinien vorantreiben können, „rechtliche Sicherheit auf gesetzlicher Ebene benötigen“. Vor zwei Jahren schwächte der Oberste Gerichtshof der USA die Position der Bundesbehörden in der gerichtlichen Auslegung, wodurch Verwaltungsleitlinien in Gerichtsverfahren leichter angefochten werden können.
Prognose für klare Marktregulierungsstandards
Selig offenbarte zudem, dass Prognosemärkte demnächst klare Richtlinien erhalten und allmählich in einen umfassenderen Regelsetzungsprozess eintreten werden. Betroffene Unternehmen wie Polymarket und Kalshi, deren Verträge im Sportbereich teils unter die Zuständigkeit von Regulierungsbehörden in verschiedenen Bundesstaaten fallen, sind betroffen.
Selig erklärte, dass die staatliche Regulierung für Glücksspiel und die föderale Derivateregulierung „parallel existieren können“, aber die CFTC ihre führende Rolle im Event-Contract-Markt beibehalten wird. Marktteilnehmer glauben, dass klare Regulierungsstandards dazu beitragen können, rechtliche Risikoprämien zu senken, zugleich jedoch die Anforderungen an Sicherheiten und Informationspflichten erhöhen könnten, was bestimmte hoch verschuldete Geschäfte einschränken könnte.
Der Legislative Prozess bleibt ein Schlüsselfaktor
Im US-Senat wird weiterhin am „Digital Asset Market Clarity Act“ gearbeitet, der darauf abzielt, die Zuständigkeitsgrenzen von CFTC und SEC im Bereich digitaler Vermögenswerte zu definieren. Der Gesetzentwurf befindet sich immer noch in einem Stadium der Verhandlungen zwischen der Industrie, dem Bankensystem und Abgeordneten beider Parteien. Da sich die Zwischenwahlen 2026 nähern, verkleinert sich das Zeitfenster für eine Gesetzgebung, was die Wahrscheinlichkeit eines Durchbruchs verringert.
Branchenexperten weisen darauf hin, dass bei einer konformen Umsetzung von Perpetual Futures in den USA die Struktur des Derivatemarktes eine marginale Verbesserung erfahren könnte. Das Inlandsvolumen könnte in den nächsten 12 Monaten zweistellig wachsen. Die politische Stabilität hängt jedoch weiterhin vom formellen Regelsetzungsprozess und dem Umfang der Kongressgenehmigungen ab.
Vor dem Hintergrund des parallelen Fortschritts von Regulierung und Gesetzgebung wird gerade das institutionelle Rahmenwerk des US-Marktes für digitale Vermögenswerte umgestaltet. Ob die Marktliquidität nachhaltig zurückkehren kann, muss durch die Politikdetails und das makroökonomische Liquiditätsumfeld noch verifiziert werden.