Obwohl Bitcoin seit Jahresbeginn um etwa 25% gefallen ist und die Marktkapitalisierung seit dem historischen Hoch im Oktober letzten Jahres um über 1 Billion Dollar geschrumpft ist, hat das Interesse traditioneller Institutionen an digitalen Vermögenswerten nicht merklich nachgelassen.
Auf der iConnections Capital Connect Conference in Miami nahmen über 75 digitale Vermögensverwaltungsfonds teil, bei der rund 750 Meetings zwischen Managern und institutionellen Investoren abgehalten wurden – eine Größenordnung ähnlich der Hochphase des Kryptomarkts 2022. Daten von iConnections zeigen, dass derzeit etwa 25% der begrenzten Partner (LP) Interesse an digitalen Anlagestrategien zeigen.
Ron Biscardi, CEO von iConnections, erklärte, dass digitale Vermögenswerte allmählich von Randkonfigurationen zu "Kernpositionen" innerhalb alternativer Investitionen übergegangen sind. Die von ihm verwaltete Plattform hat ein Asset-Volumen von über 55 Billionen Dollar und verfolgt langfristig die Bewegungen institutioneller Gelder.
Marktanalysten sagen, dass, obwohl die Volatilität auf Preisebene zugenommen hat, die Einstellung der Institutionen gegenüber digitalen Vermögenswerten sich marginal verbessert hat. Die Logik der Mittelzuteilung verlagert sich von einer kurzfristigen preisgetriebenen Herangehensweise hin zu einem langfristigen Bedürfnis nach Asset-Diversifizierung.
Family Offices werden zur Hauptquelle für zusätzliches Kapital
Daten zeigen, dass Family Offices die LP-Gruppe sind, die das meiste Interesse bekundet. Diese Gruppe investiert in aufstrebende Anlageklassen normalerweise früher als Renten- und Versicherungsgelder. Branchenkenner in der Vermögensverwaltung berichten, dass in aktiven Krypto-Regionen wie Dubai, der Schweiz und Singapur eine anhaltende Nachfrage der Kunden nach digitalen Anlagen besteht.
Selbst im sogenannten "Krypto-Winter" bleibt die institutionelle Beteiligung robust. Die Aktien von Coinbase und MicroStrategy (Aktiencode: MSTR) haben im Jahresverlauf deutlicher als die meisten Tech-Aktien unterdurchschnittlich abgeschnitten, und ihre Bewertungen haben eine vorübergehende Kompression erfahren. Die weiterreichenden P/E-Ratios einiger Unternehmen im digitalen Anlagebereich sind seit den Höchstständen 2023 um über 30% gesunken, was auf steigende Risikoprämien hindeutet.
Analysten weisen darauf hin, dass es derzeit deutliche Divergenzen in den Erwartungen gibt: Während die Preisentwicklung schwach ist, steigt der Anteil der institutionellen Investitionen. Sollte die regulatorische Umgebung klarer werden, könnte die Bewertungsanpassung zuerst auf der Ebene von konformen Fondsmanagern und ETF-Produkten sichtbarer werden.
Regulierung bleibt ein entscheidender Faktor
Biscardi sagte, dass Bitcoin auf institutioneller Ebene weitgehend als legitim anerkannt ist, aber die breite Akzeptanz von Altcoins wird weiterhin durch regulatorische Unsicherheiten eingeschränkt. "Der regulatorische Rahmen ist das letzte Puzzleteil."
Die Entwicklung der US-amerikanischen Regulierungspolitik bleibt der entscheidende Faktor. Mehrere Chief Investment Officers betonten, dass die Einhaltung von Vorschriften eine entscheidende Voraussetzung für Investitionen ist. Große Institutionen agieren als Treuhänder und sind besonders empfindlich gegenüber Risikodisclosure und regulatorischen Grenzen. In der aktuellen regulatorischen Umgebung ist das direkte Halten von Tokens noch selten, stattdessen wird häufiger über Börsengehandelte Fonds (ETFs) oder Fondsstrukturen indirekt investiert.
Daten zeigen, dass einige Universitäts-Stiftungsfonds bereits begonnen haben, in kleinem Umfang in Bitcoin- und Ethereum-ETFs zu investieren. Ihr Ziel ist es nicht, die Asset-Allokation neu zu strukturieren, sondern die potenzielle Ertragsflexibilität in einem Umfeld zu verbessern, in dem die Renditen von Aktienanlagen verlangsamen.
Bitcoin wird weiterhin als Risikoanlage betrachtet
Obwohl einige Investoren Bitcoin als "digitales Gold" betrachten, zeigen die Eigenschaften des Assets eine stärkere Korrelation mit US-Aktien als mit Gold. Während Marktvolatilität zeigt Bitcoin ein Verhalten, das mehr einer Risikoanlage ähnelt.
Biscardi betonte, dass Institutionen Bitcoin eher als hochvolatiles alternatives Asset sehen denn als Safe-Haven-Asset. Diese Bewertungslogik definiert Bitcoin innerhalb von Asset-Allocation-Modellen weiterhin als High-Beta-Sektor.
Dennoch haben die Ausgaben für Sponsoring und Markenförderung deutlich zugenommen. BitGo, Galaxy Digital, Ripple und Blockstream sind alle hochrangige Sponsoren der Konferenz. Die Größe der Brancheninvestitionen zeigt, dass die Verwalter digitaler Vermögenswerte weiterhin auf institutionelle Wege setzen.
Auf makroökonomischer Ebene bleiben die Renditen von US-Staatsanleihen hoch und das Liquiditätsumfeld angespannt, wodurch Risikovermögenswerte insgesamt unter Druck geraten. Um eine nachhaltige Bewertungsanpassung der digitalen Vermögenswerte zu erreichen, sind weiterhin regulatorische Klarheit und eine Optimierung der Kapitalstruktur erforderlich. In der aktuellen Phase spiegelt der Anstieg der institutionellen Beteiligung eine strukturelle marginale Verbesserung wider, aber die Diskrepanz zwischen Preisentwicklung und Zuteilungsvolumen steht noch vor der Bewährungsprobe der Zeit.