- Das US-Verteidigungsministerium (DoD) hat offiziell den Haushaltsantrag von 1,5 Billionen USD für das Fiskaljahr 2027 eingereicht, der 1,15 Billionen USD Grundzuschüsse und 350 Milliarden USD Ergänzungshaushaltsgesetze umfasst und die größte Ausweitung der Ausgaben seit dem Zweiten Weltkrieg markiert.
- Die Struktur der Kapitalausgaben zeigt einen signifikanten Wendepunkt, da eine neue Kategorie "Präsidiale Prioritäten" einen Fonds von 750 Milliarden USD bereitstellt, wobei die Mittel stark in goldene Raketenabwehr, autonome Drohnennetze (54 Milliarden USD) und die Herstellung der nächsten Schiffs-Generation fließen.
- Der Sekundärmarkt bewertet das Risiko von Langzeitverträgen und Verhandlungen im Kongress neu, wobei Kernverteidigungstitel unter Druck geraten: General Dynamics (GD:US) fiel um 1,99%, Huntington Ingalls Industries (HII:US) sank um 3,56% und Boeing (BA:US) verzeichnete ein Minus von 2,63%.
Doppelspuriger Haushaltsaufbau und Baseline der Staatsausgaben
Der aktuelle Haushaltsplan des US-Verteidigungsministeriums von 1,5 Billionen USD verwendet im fiskalpolitischen Rahmen ein typisches Doppelspursystem. Davon sind 1,15 Billionen USD als Grundbudget vorgesehen, hauptsächlich zur Deckung normaler Betriebskosten, Gehaltserhöhungen und vorab festgelegter Ausrüstungskäufe. Die übrigen 350 Milliarden USD sind als Ergänzungsantrag geplant und bedürfen einer gesonderten Abstimmung im Kongress, ähnlich früheren Versöhnungsgesetzen. Bemerkenswert ist, dass die derzeitigen Kosten für den Konflikt mit dem Iran und den Munitionsverbrauch strategisch herausgerechnet wurden. Das Pentagon weist darauf hin, dass aufgrund der Verzögerung im Zuweisungsverfahren die tatsächlichen Kosten für die geopolitischen Reibungen im Nahen Osten durch zusätzliche Gesetze gedeckt werden müssen. Sollte der Kongress den Doppelspurhaushalt vollständig durchlassen, würde dies die jährliche Verteidigungsausgabenbasis der US-Bundesregierung substantiell erhöhen und langfristige Auswirkungen auf das Haushaltsdefizit haben.
Restrukturierung der Kapitalausgaben und Präsidiale Prioritäten
Der Kernmargenfaktor dieses Haushaltszyklus ist die strukturelle Neuausrichtung der Mittelverteilung. Die neu geschaffene Kategorie "Präsidiale Prioritäten" wird zum größten Wasserbecken, mit insgesamt 750 Milliarden USD. Im maritimen Bereich der schweren Vermögenswerte fließen 65 Milliarden USD direkt in die Herstellung von 18 Hauptkriegsschiffen und 16 Hilfsschiffen, benannt als „Goldene Flotte“-Programm, und markieren die größte Schiffbau-Erweiterung seit 1962. In der Luftfahrtsystem-Sparte hat der Gesamtentwicklungs- und Beschaffungsbudget um 26% auf 102 Milliarden USD zugenommen, wobei die Jahresproduktion der F-35-Kampfflugzeuge von Lockheed Martin (LMT:US) auf 85 Einheiten fixiert ist und das B-21-Bomberprojekt von Northrop Grumman (NOC:US) mit 6,1 Milliarden USD an spezifischen Mitteln ausgestattet wurde.
Einführung von autonomen Systemen und Edge Computing
Im Vergleich zu traditionellen Hardware-Plattformen zeigt der Haushaltsplan in den Bereichen künstliche Intelligenz und autonome Systeme ein exponentielles Wachstum der Mittelzuteilung. Die verfügbaren Mittel der Autonomen Kampfgruppe des Verteidigungsministeriums wachsen schnell von 225 Millionen USD auf etwa 54 Milliarden USD, was einer offiziellen Integration des frühen "Replikator"-Programms des Pentagon gleicht. Nach spezifischer Aufschlüsselung sind 53,6 Milliarden USD klar für autonome Drohnenplattformen und Logistiknetzwerke in Einsatzgebieten zugewiesen, während weitere 21 Milliarden USD auf neue Generationen von Munition und Anti-Drohnen-Abwehrtechnologien fokussiert sind. Die Mittelverteilung zeigt klar, dass sich der Beschaffungsfokus auf reife hyphenfertige Technologien anstatt auf langfristige Grundlagenforschung verlagert. Sollte die oben genannte Technologie schnell in Betrieb genommen werden, könnten die Effizienz des Datenflusses in Verteidigungssystemen und die Präzision von Frontoperationen bedeutend verbessert werden.
Mehrjahres-Vertragsbindungen und Preisgestaltung im Sekundärmarkt
Angesichts der enormen Haushaltsanreize zeigte der nordamerikanische Verteidigungssektor während des Handels nicht den erwarteten einseitigen Anstieg, sondern unterlag weit verbreiteten Bewertungsanpassungen. Lockheed Martin (LMT:US) verlor an einem Handelstag 1,61%. Diese Marktreaktion rührt hauptsächlich von den Neuberechnungen der Finanzmodelle institutioneller Anleger her. Einerseits schlägt das Pentagon vor, den Anteil der Mehrjahresbeschaffungsverträge erheblich zu erhöhen. Dies soll der Lieferkette mittel- bis langfristige Stabilität bieten, könnte jedoch angesichts der anhaltend hohen Makroinflationsraten die Margenerweiterungen der Systemintegratoren schon früh begrenzen. Sollte in den kommenden Quartalen der Kostenanstieg bei Arbeitskraft und Rohstoffen anhalten, könnte der Discount-Value des freien Cashflows der Verteidigungsunternehmen weiter unter Druck geraten.