
Am Dienstag begann Meta damit, Kündigungen an die Mitarbeiter zu verschicken, wobei im Reality Labs-Bereich über 1000 Stellen abgebaut werden sollen. Diese Maßnahme wird als eine weitere "Neusortierung der Prioritäten" im Hardwarebereich angesehen: Investitionen in virtuelle Realität und Metaversum werden zurückhaltender, während mehr Ressourcen auf KI-Wearables und Mobilgerätefunktionen gesetzt werden.
Stellenabbau: Rund 10% der Mitarbeiter von Reality Labs betroffen
Laut einem internen Memo wird erwartet, dass diese Kündigungsrunde etwa 10% der Reality Labs-Mitarbeiter betrifft. Diese Abteilung umfasst rund 15.000 Mitarbeiter und deckt VR-Headsets, Smart Glasses sowie das dazugehörige Software-Ökosystem ab. Meta-CTO Andrew Bosworth betonte im Memo, dass die organisatorische Anpassung mit der Produktstrategie einhergehen wird, um die Geschäftsnachhaltigkeit zu verbessern.
Ressourcenverschiebung: Metaverse-Erlebnisse stärker mobilorientiert, KI-Brillen als neuer Fokus
Ein Meta-Sprecher erklärte, dass das Unternehmen bereits zuvor angekündigt habe, einen Teil der Investitionen vom Metaversum zu Wearables zu verlagern. Diese personelle und finanzielle Anpassung ist Teil des Plans, die eingesparten Ressourcen für das Wachstum der Wearables in diesem Jahr zu nutzen. Gleichzeitig verlagert sich der Schwerpunkt der Metaverse-Softwareerfahrung ("Horizon") auf die Mobilplattform, um durch die größere Nutzerbasis die Durchdringung zu beschleunigen.
Hardwareseitig wird die Zusammenarbeit von Meta mit EssilorLuxottica für intelligente Brillen häufig erwähnt: Ray-Ban (und weitere zukünftige Serien) werden zu einem wichtigen Träger der Marktreife für KI-Assistenten bei Meta.
Langfristiger Druck durch Verluste: VR-/Metaverse-Geschäft verlangt nach mehr Eigenfinanzierung
Die finanzielle Performance von Reality Labs ist seit Jahren umstritten. Laut Berichten hat die Abteilung seit Anfang 2021 über 70 Milliarden Dollar Verlust gemacht; Reuters zeigt anhand eines anderen Zeitraums auf, dass die damit verbundenen Investitionen seit 2020 Verluste von über 60 Milliarden Dollar verursacht haben. Verschiedene Berichtsansätze vermitteln ein gemeinsames Signal: Der kommerzielle Ertrag der Metaverse-Projekte kann die Investitionsintensität bislang schwerlich ausgleichen.
Budget und Organisation: Fortsetzung von VR mit bedachterem Tempo und flacherer Struktur
Es wird berichtet, dass intern bei Meta über eine drastischere Budgetkürzung für den Metaverse-Bereich (bis zu 30%) gesprochen wurde, um die finanziellen Mittel auf KI-Brillen und andere wachstumsstärkere Bereiche zu konzentrieren. Bosworth erwähnte im Memo, dass das VR-Team mit einer schlankeren Organisationsstruktur arbeiten wird, die Produktstrategie fokussierter ist und das Ziel darin besteht, die langfristigen Investitionen auf einem "nachhaltigen" Kurs zu halten.
