
Am Freitag (30. Januar) wurden die Märkte in Europa und den USA vorbörslich plötzlich „abgekühlt“. Die Ursache für die Schwankungen war nicht ein einzelnes Wirtschaftsdatenereignis, sondern das Gerücht um den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank – der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh wurde erneut ins Rampenlicht gerückt. Da „restriktivere“ Vorstellungen schnell eingepreist wurden, kam es bei Risiko- und sicheren Anlagen zu typischen „Deleveraging“-Bewegungen: Die Aktienindex-Futures fielen, Edelmetalle tauchten ab, Kryptowährungen schwächten sich ab.
Rückgang der Risikobereitschaft vor dem Handel: VIX springt an, drei Hauptindex-Futures fallen
Anhand der vorbörslichen Preisbildung betrachtet, ist das VIX der direkteste Indikator für das Marktgemüt: Der Index stieg zwischenzeitlich um etwa 10 %. Gleichzeitig gingen die Futures der drei führenden US-Aktienindizes zurück – der Nasdaq-100-Future fiel um über 270 Punkte, etwa 1,04 %; der Dow-Future fiel um fast 400 Punkte, etwa 0,75 %; der S&P-500-Future fiel um etwa 0,86 %. Diese Kombination aus „steigender Volatilität + Rückgang der Futures“ deutet typischerweise darauf hin, dass Anleger vor der Bekanntgabe von Nachrichten lieber ihr Risiko reduzieren, anstatt auf eine einseitige Richtung zu setzen.
Auslöser für die „restriktive“ Preisbildung: Warsh wieder im Blickpunkt
Der Grund, warum der Fokus des Marktes auf Warsh gerichtet ist, liegt darin, dass er lange als eher restriktiver politischer Akteur betrachtet wird: Wenn die Erwartung eines „restriktiveren Vorsitzenden“ wächst, wird der Weg für Zinssätze und Liquidität neu definiert. Laut einem Bericht von Reuters haben die Spekulationen zugenommen, nachdem Trump Warsh im Weißen Haus getroffen hatte; Warsh hatte zuvor auch offen einige der Politikorientierungen des derzeitigen Vorsitzenden Powell kritisiert und gesagt, dass die Fed einen „regime change“ braucht.
Mit anderen Worten, die vorbörslichen Schwankungen sind eher ein Anstieg der „personellen Ungewissheitspreisprämie“: Auch wenn die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen wurde, neigen Händler dazu, bereits „strengere finanzielle Bedingungen“ als Risikoszenario in den Preis einzubeziehen.
Vermögensübergreifende Kette: Starker Dollar, Edelmetalle nehmen Gewinne mit, Bitcoin sinkt
Das Ergebnis der „Zuerst-Rücknahme“-Strategie ist, dass Druck auf verschiedene Vermögenswerte gleichzeitig ausgeübt wird. Bei den Devisen stieg der Dollar-Index vorbörslich um etwa 0,35 % und kehrte in die Nähe von 96,5 zurück; das drückt normalerweise auf die in Dollar gehandelten Rohstoffe.
Die Reaktion der Edelmetalle war stärker: Der Spot-Goldpreis fiel zwischenzeitlich um fast 5 % auf etwa 5100 Dollar; der Spot-Silberpreis fiel sogar um etwa 10 % und durchbrach die 104-Dollar-Marke. Reuters erwähnte auch, dass der Goldpreisrückgang mit dem stärkeren Dollar und der Erwartung eines „restriktiveren“ Vorsitzenden zusammenhängt und dass der Goldpreis zuvor einen erheblichen Anstieg akkumuliert hatte, wodurch eine Korrektur eher Gewinne mitnehmen und Volatilität verstärken würde.
Auch Krypto-Vermögenswerte konnten sich nicht „schützen“. Bitcoin fiel vorbörslich um etwa 6 % auf etwa 82.000 Dollar und erreichte ein Zwei-Monats-Tief; bei abnehmender Risikobereitschaft wird Bitcoin oft als hochvolatiler Risiko-Asset zuerst verkauft.
Auch Rohöl geriet unter Druck: Der WTI-Ölpreis lag vorbörslich bei etwa 64,51 Dollar, Brent bei etwa 68,66 Dollar, ein Rückgang um etwa 1 %. Für den kanadischen Markt zieht die Schwäche der Edelmetalle auch die Performance der Aktienindex-Futures nach unten, und Reuters gibt an, dass die Futures im Zusammenhang mit den wichtigsten kanadischen Indizes vorbörslich um etwa 1,01 % fielen.
Ausblick: Wann werden personelle Nachrichten bekannt, und werden Schwankungen „weiter vergoren“?
Kurzfristig wird der Fokus des Marktes auf zwei Linien liegen:
1) Weitere Bestätigungen und Stellungnahmen zur Personalie der Fed (bei verlängertem Unsicherheitsbild könnte die Volatilität hoch bleiben);
2) Ob nachfolgende Makrodaten und politische Kommunikation die „restriktivere“ Erwartung verstärken oder abschwächen.
In diesem „nachrichtengesteuerten + vermögensübergreifenden Resonanz“-Umfeld tendieren Preise dazu, zuerst der Emotion, dann der Logik zu folgen: Sobald die entscheidenden Punkte bekannt werden, könnten die Schwankungen schnell von „Ausdehnung“ zu „Abnahme“ wechseln.
