
Am Freitag gab ExxonMobil die Ergebnisse des vierten Quartals bis zum 31. Dezember 2025 bekannt: Vor dem Hintergrund schwacher Ölpreise übertraf das Unternehmen dank einer Produktionssteigerung im Upstream und der Erholung der Raffinerieprofitabilität im Downstream die Gewinnerwartungen leicht, während Investoren ihre Aufmerksamkeit darauf richteten, ob das Unternehmen seine Chancen in Venezuela neu bewerten wird.
Ergebnisse im Überblick: Bereinigter Gewinn je Aktie leicht über den Erwartungen, Umsatz leicht schwächer
Der Finanzbericht zeigt, dass das Unternehmen im Quartal einen Nettogewinn von 6,5 Milliarden US-Dollar und einen verwässerten Gewinn je Aktie von 1,53 US-Dollar verzeichnete; bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,71 US-Dollar, über der allgemeinen Markterwartung von 1,68 US-Dollar. Der Umsatz betrug 82,31 Milliarden US-Dollar, leicht unterhalb der Analystenschätzungen.
Produktionssteigerung + Raffinerieerholung: Druck durch fallende Ölpreise kompensiert
Aus der Geschäftsstruktur heraus lagen die Hauptstützen der Leistung dieses Quartals in zwei Bereichen: Erstens führten hoch rentable Vermögenswerte im Permian Basin und in Guyana zu einem weiteren Anstieg der Produktion; zweitens erholten sich die Raffineriemargen in der Branche zum Jahresende temporär, was zusammen mit Kostenkontrollen und gesteigerter Betriebseffizienz die Downstream-Profite signifikant verbesserte. Reuters berichtete, dass der Brent-Ölpreis 2025 um etwa 19 % fiel, was den Druck auf die Gewinne der Branche erhöhte, aber ExxonMobil durch Kostensenkungen und qualitativ hochwertige Steigerungen den Schlag abmilderte.
Das Unternehmen gab bekannt, dass die Nettoproduktion im vierten Quartal bei etwa 5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd) lag, höher als im Vorquartal; dabei bleiben das Permian Basin und Guyana im Fokus. Gleichzeitig stieg der bereinigte Downstream-Gewinn um etwa 60 % auf 2,9 Milliarden US-Dollar und es wurden Faktoren wie rekordverdächtige Raffineriedurchsätze erwähnt. Der Chemiesektor hingegen verzeichnete aufgrund schwächerer Margen einen leichten bereinigten Verlust, was die Gesamtleistung als "besser als erwartet, aber zunehmend differenziert" beschreibt.
Kapitalaufwand und Aktionärsrenditen: Fortsetzung des „Disziplin+Rückkauf“-Rahmens
In Bezug auf die für Investoren wichtigste Kapitalallokation hält ExxonMobil an der Bedeutung von "Investitionsdisziplin" fest. Das Unternehmen gab an, dass Dividenden und Rückkäufe 2025 beträchtlich sein werden und plant, bis 2026 Rückkäufe im Umfang von etwa 20 Milliarden US-Dollar fortzusetzen; der Kapitalaufwand belief sich im letzten Jahr auf etwa 29 Milliarden US-Dollar, und für dieses Jahr wird eine Spanne von 27 bis 29 Milliarden US-Dollar angegeben. Für die Produktionsprognose heißt es, dass die Jahresproduktion 2026 weiter auf etwa 4,9 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag steigen könnte.
Ungewissheit in Venezuela: Bereitschaft zur Bewertung, aber Schutz und Investitionsfähigkeit betont
Im Vergleich zu den reinen Gewinndaten steht für den Markt das zusätzliche Thema Venezuela im Mittelpunkt. ExxonMobil-CEO Darren Woods äußerte sich nach einem Treffen im Weißen Haus am 9. Januar öffentlich dazu, dass das Unternehmen Interesse daran hat, die Ressourcenmöglichkeiten in Venezuela zu verstehen, jedoch sei Voraussetzung, dass die Investitionen über klare Schutzmechanismen und ein durchsetzbares rechtliches Rahmenwerk verfügen müssen.
Reuters berichtete zuvor, dass ExxonMobil weiterhin erwägt, ein technisches Bewertungsteam zur Untersuchung der Lage vor Ort zu entsenden; jedoch könnten die Meinungen und politischen Richtungen auf US-Seite den Zeitplan und die Machbarkeit weiterhin beeinflussen, was das Thema zu einem wichtigen Verfolgungspunkt in der Quartalskonferenz macht.
Marktreaktionen und zukünftige Schwerpunkte
Nach Bekanntgabe der Nachrichten schwächte sich der Aktienkurs des Unternehmens im vorbörslichen Handel zeitweise ab. Kurzfristig werden Investoren drei Schwerpunkte verfolgen: Erstens, ob die Erholung der Raffineriemargen nachhaltig ist; zweitens, ob im Chemiegeschäft ein Tiefpunkt erreicht ist; drittens, ob die Venezuela-Bewertung sich von einer "technischen Untersuchung" zu einer substantielleren Kapitalverpflichtung entwickelt.
