
Wachsendes Interesse an Renminbi: Signal für einen „stärkeren“ Mittelkurs
In einer Studie der Bank of America Securities vom 4. Februar wird festgestellt, dass die Kaufnachfrage nach Renminbi in letzter Zeit deutlich zugenommen hat. Die Volksbank von China hat den Renminbi-Mittelkurs auf 1 US-Dollar zu 6,9533 festgelegt, was im Vergleich zum vorherigen Handelstag eine „stärkere“ Position um 75 Basispunkte darstellt. Dieser Kurs durchbricht die 6,96-Marke und erreicht den stärksten Stand seit etwa 33 Monaten.
America Merrill’s Anpassung der Prognose: USD/CNY-Ziel von 6,8 auf 6,7 gesenkt
Laut Merrill Lynch wird die Aufwertung des Renminbi hauptsächlich durch zwei Faktoren angetrieben: Die Exporte zeigen Resilienz, und es werden stärkere politische Signale ausgesendet. Auf dieser Grundlage hat Merrill Lynch die USD/CNY-Prognose für das dritte und vierte Quartal von 6,8 auf 6,7 gesenkt.
„Spillover-Effekt“ im Fokus: Von bilateralen Wechselkursen zu handelsgewichteter Bewertung und Schwellenmärkten
Für den Devisenmarkt ist bemerkenswert, dass Merrill Lynch hervorhebt, dass die Stärke des Renminbi möglicherweise nicht nur in bilateralen Kursen widergespiegelt wird, sondern sich vielmehr auf eine breitere handelsgewichtete Aufwertung ausweitet: Sie beeinflusst sowohl den CFETS-Korb der Zentralbank als auch immer mehr Schwellenländerwährungen im Einklang. Merrill Lynch warnt gleichzeitig, dass „Korrelation nicht Kausalität“ bedeutet, aber diese Kombination wird zunehmend schwerer zu ignorieren. In diesem Rahmen verstärkt die Schwäche des US-Dollars die Leistung der Schwellenlanddevisen.
Änderung der Handelsstruktur: Stärkere Exporte nach Europa und „Euro/Renminbi“ auf Zehnjahreshoch
Der Bericht lenkt den Blick auch auf den Handel: Laut Merrill Lynch hat das hohe Zollumfeld der USA dazu geführt, dass China mehr nach Europa exportiert, und das Handelsdefizit der EU mit China nähert sich dem extremen Niveau während der Pandemie. Trotz der Ausweitung des Defizits, die teilweise die vorübergehende Schwäche des Renminbi gegenüber dem Euro widerspiegelt, hat sich das Defizit im Gegensatz zur Pandemiezeit nicht auf EUR/CNY ausgewirkt, sondern hält diesen auf einem Zehnjahreshoch, was den Druck auf europäische Exporteure erhöht und Forderungen nach einer Aufwertung des Renminbi stärkt.
Stärkere Renminbi-Erzählung: Internationalisierungskurs und potenzielle Risiken
Merrill Lynch erwähnt, dass sich die Erzählung eines stärkeren, internationaleren Renminbi abzeichnet, ein wichtiges Signal dafür sind die Äußerungen von Spitzenpolitikern am Wochenende – man strebe eine "stärkere Währung" an, die in internationalen Handels- und Investitionstransaktionen breiter genutzt und als Reservewährung fungieren kann. Gleichzeitig weist Merrill Lynch darauf hin, dass eine zu aggressive Aufwertung Risiken hinsichtlich überhöhter Bewertungen und finanzieller Stabilität mit sich bringen könnte. In ihrer Analyse beeinflussen die Ergebnisse des AI-Rennens zwischen China und den USA die Produktivität und die Nachhaltigkeit der Wechselkursbewertungen.
Fazit: Dollar bleibt dominant, Renminbi könnte einen „regional erweiterten“ Kompromissweg einschlagen
Insgesamt kommt Merrill Lynch zu dem Schluss, dass der US-Dollar in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich weiterhin dominieren wird und das globale Finanzsystem stark USA-zentriert bleibt; jedoch sieht man für den Renminbi einen gemäßigteren Weg – durch die Erweiterung seines Nutzungsbereichs in Asien und in der „globalen Südhalbkugel“ seinen Internationalisierungsgrad zu erhöhen und so die Abhängigkeit von „erheblicher Aufwertung“ zu verringern.
