Der Devisenhandel im asiatisch-pazifischen Raum verlief am 26. Oktober ruhig. Der Dollar stieg kurz über 157,10 Yen und fiel anschließend unter 156,75 Yen. Der Onshore-Yuan erreichte dagegen den höchsten Stand seit dem 9. Juni 2022. Im Blick standen zudem die Ölpreise, regionale Spannungen und mehrere anstehende Zinsentscheidungen.
Dollar gibt Yen-Gewinne wieder ab
Das Währungspaar US-Dollar/Yen kletterte zu Handelsbeginn über die Marke von 157,10, rutschte später jedoch unter 156,75. Insgesamt blieb die Handelsspanne eng; eine breit angelegte Bewegung bei den wichtigsten Währungen der Region blieb aus.
Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit in dieser Woche auf mehrere Notenbanksitzungen und mögliche Hinweise zum Zinsausblick. Die US-Notenbank Fed dürfte ihren Leitzins bei der Entscheidung am Mittwoch unverändert lassen. Die Bank of Japan tagt am Donnerstag und Freitag. Auch dort rechnen die Märkte mit stabilen Zinsen. Änderungen bei den Zinserwartungen könnten die relative Entwicklung der großen Währungen beeinflussen.
Onshore-Yuan so stark wie seit Juni 2022 nicht
Der Onshore-Yuan legte im frühen Handel zu und erreichte seinen höchsten Stand seit dem 9. Juni 2022. Die Chinesische Volksbank setzte den Referenzkurs für den Dollar bei 6,7162 Yuan fest. Die Marktschätzung hatte bei 6,6691 gelegen.
Der stärkere Yuan und der zwischenzeitliche Rückgang des Dollars gegenüber dem Yen waren die auffälligsten Währungsbewegungen der Sitzung. Die verfügbaren Marktdaten nannten keinen konkreten Auslöser für den Yuan-Anstieg. Angaben zu Handelsvolumen und Wechselkursen gegenüber anderen Währungen lagen ebenfalls nicht vor. Daher lässt sich schwer einschätzen, ob die Bewegung anhält.
Ölpreise und Notenbanktermine im Fokus
Der Ölpreis eröffnete am Montag niedriger und gab einen Teil der Gewinne aus der Vorwoche ab. Zuvor war er von einem Stand nahe einem Sechsmonatshoch zurückgegangen, nachdem die USA die Spannungen mit Iran am Wochenende nicht weiter verschärft hatten. Angriffe auf Saudi-Arabien schürten jedoch weiter Sorgen um die Versorgung und begrenzten den Rückgang. Energiepreise können die Erwartungen an Inflation und Zinsen beeinflussen.
Mehrere Notenbanken wollen diese Woche ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt geben. Die Reserve Bank of New Zealand und die Bank of Canada dürften am Mittwoch die Zinsen anheben, während die Fed voraussichtlich eine Pause einlegt. Für Donnerstag wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins unverändert lässt. Die Sitzung der Bank of Japan läuft von Donnerstag bis Freitag; auch dort rechnen die Märkte mit keiner Änderung. Die unterschiedlichen Zinserwartungen bleiben ein wichtiger Faktor für die Devisenmärkte.
Brasiliens Wahlausgang rückt Real-Risiken in den Blick
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gewann am Sonntag die Stichwahl in Brasilien gegen den rechten Senator Flávio Bolsonaro. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses verlor ein in Tokio notierter ETF auf den brasilianischen Bovespa-Index im asiatischen Handel fast 15 Prozent.
Goldman Sachs skizzierte ein Extrem-Szenario mit einem Anstieg des Dollars gegenüber dem brasilianischen Real um 10 Prozent, einem Plus von rund 200 Basispunkten bei den Renditen langfristiger Staatsanleihen, einer Ausweitung der Kreditaufschläge um 30 bis 40 Basispunkte und einem Rückgang brasilianischer Aktien um etwa 15 Prozent. Dabei handelt es sich um Szenario-Schätzungen, nicht um eine Bestätigung tatsächlicher Marktbewegungen. Die Folgen der Wahl für den Real und heimische Vermögenswerte hängen von der weiteren Entwicklung an den Devisen-, Anleihe- und Aktienmärkten ab.