Metas Umsatzwachstum konnte die Sorgen der Anleger über die Kosten des KI-Ausbaus nicht zerstreuen. Im dritten Quartal beliefen sich die Investitionen auf 34,9 Milliarden US-Dollar und lagen damit über dem operativen Cashflow. Am 22. Oktober gab die Aktie trotz eines Umsatzanstiegs von 26 Prozent im Jahresvergleich und eines Ergebnisses über den Erwartungen um 7 Prozent nach. Da Microsoft, Alphabet, Amazon und Intel noch in dieser Woche ihre Zahlen vorlegen, achten Anleger darauf, ob sich mit KI-Investitionen dauerhaftes Wachstum erzielen lässt, ohne Cashflow und Gewinne übermässig zu belasten.
Metas Investitionen übersteigen den operativen Cashflow
Die Quartalszahlen verbanden kräftiges Umsatzwachstum mit einem deutlichen Anstieg der Investitionen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent zu und übertraf die Markterwartungen. Zugleich lagen die Investitionen im Quartal über dem operativen Cashflow. Der Kursrückgang von 7 Prozent am 22. Oktober deutet darauf hin, dass Anleger weniger auf den Umsatz als auf den Umfang der Ausgaben für die KI-Infrastruktur und deren Finanzierung blickten.
Meta kündigte ausserdem eine neue, nicht stimmberechtigte Aktiengattung der Klasse C an. Das Management erklärte, das Unternehmen könnte Kapital über eine Aktienemission aufnehmen müssen. Damit rückt neben der Belastung des Cashflows durch die Investitionen auch ein möglicher zusätzlicher Finanzierungsbedarf in den Fokus. Eine Summe oder einen Zeitplan nannte Meta nicht; die Folgen bleiben daher offen.
Zahlen von Microsoft, Alphabet, Amazon und Intel stehen an
Microsoft und Alphabet wollen ihre Ergebnisse am Mittwoch vorlegen, Amazon und Intel folgen am Donnerstag. Zusammen machen die vier Unternehmen rund 15 Prozent der Gewichtung im Nasdaq 100 aus. Der Index liegt in diesem Monat etwa 7 Prozent im Minus. Die anstehenden Zahlen dürften deshalb nicht nur die Bewertung der einzelnen Konzerne beeinflussen, sondern auch die Erwartungen an grosse Technologiewerte und deren KI-Ausgaben.
Für Anleger ist die Abwägung schwierig: Höhere Investitionen können Sorgen um Cashflow und kurzfristige Gewinne verstärken. Kürzungen wiederum könnten als Zeichen dafür gelten, dass ein Unternehmen zu wenig in Wachstum investiert. Drew Matus, Chefmarktstratege bei MetLife Investment Management, sagte, Unternehmen könnten unabhängig davon unter Druck geraten, ob sie ihre Investitionen erhöhen oder senken. Der Markt wolle erkennen, dass KI langfristiges Wachstum stützt. Zugleich dürfte die Diskussion über Arbeitsplätze und Gewinne anhalten.
Anleger suchen nach konkreten Erträgen aus KI-Ausgaben
Bei den anstehenden Berichten wird es nicht allein auf die Höhe der Investitionen ankommen. Entscheidend ist auch, ob die Unternehmen einen Zusammenhang zwischen ihren Ausgaben und dem Geschäftswachstum aufzeigen können. Meta macht deutlich, dass ein Umsatz über den Erwartungen Anleger nicht unbedingt beruhigt, wenn die Investitionen den operativen Cashflow deutlich übersteigen.
Die Zahlen von Microsoft, Alphabet, Amazon und Intel bieten Anlegern neue Vergleichspunkte: Sie können die Investitionssummen, die Cashflow-Lage und die Aussichten der jeweiligen KI-Geschäfte gegenüberstellen.