Die globalen Märkte setzten am Dienstag die Erholung der Risikobereitschaft fort, da Händler darauf wetten, dass es eine Chance für die USA und den Iran gibt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wodurch das schlimmste Szenario um die Straße von Hormus und den Energiefluss im Nahen Osten gemildert würde. Reuters berichtete unter Berufung auf mehrere Quellen, dass die US-amerikanischen und iranischen Teams diese Woche möglicherweise nach Islamabad zurückkehren könnten, um die Gespräche fortzusetzen; Trump äußerte ebenfalls, dass der Iran eine Einigung anstrebe, aber keine Ergebnisse akzeptieren werde, die Teheran den Besitz von Atomwaffen erlauben würden. Dies führte dazu, dass der internationale Ölpreis fiel und die globalen Aktienmärkte allgemein stiegen.
Asset-Performance
Der europäische Markt reflektierte diese Veränderung zuerst. Der paneuropäische STOXX 600 Index stieg am Dienstag auf ein Monatshoch, wobei Industrie-, Technologie- und Bankensektoren führten. Investoren wetten darauf, dass bei einem weiteren Fortschreiten des diplomatischen Prozesses der Aufwärtsdruck auf die Energiekosten und der damit verbundene Druck auf die Gewinnmargen europäischer Unternehmen nachlassen wird. Auf dem US-Markt berichtete Reuters, dass die Wall Street an diesem Tag stark anstieg. Der S&P 500 näherte sich weiter der vollständigen Erholung der Kriegsverluste, der Nasdaq führte die Gewinne an, wobei die Technologie- und Konsumgütersektoren am stärksten abschnitten.
Dollar und Zinsen
Der nachlassende Bedarf an sicheren Häfen schwächte auch den Dollar. Daten von Reuters zeigten, dass der Dollar-Index den siebten Handelstag in Folge fiel und 98,05 erreichte, das niedrigste Niveau seit Anfang März; das Pfund stieg auf 1,3548 Dollar und kehrte damit auf das Niveau kurz vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs zurück. Gleichzeitig stieg der US-Produzentenpreisindex im März nur um 0,5 % im Vergleich zum Vormonat, was unter den Markterwartungen von 1,1 % lag, wodurch die Wetten der Investoren auf eine weitere Zinserhöhung der Fed gedämpft wurden und die Renditen von US-Staatsanleihen leicht fielen.
Handelslogik
Diese Erholung ist eher eine Neubewertung der Lage dahingehend, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert, anstatt eine Bestätigung für eine vollständige Einigung. Reuters hob in seiner globalen Marktübersicht hervor, dass Investoren derzeit das Signal ergreifen, dass die diplomatischen Türen noch nicht geschlossen sind; sollte es jedoch zu weiteren Rückschlägen in den Verhandlungen kommen, könnten Ölpreise, der Dollar und Sicherheitsanlagen schnell wieder Risikoprämien aufnehmen.