Die chinesischen Langzeitstaatsanleihen setzten am 13. April ihre Stärke fort und bilden einen deutlichen Kontrast im globalen makroökonomischen Umfeld: Während die Risiken im Nahen Osten die Ölpreise wieder ansteigen lassen und die langfristigen Zinsen im Ausland aufgrund von Inflationsängsten steigen, gehen die Renditen der chinesischen Staatsanleihen insgesamt zurück, wobei die 30-jährigen Anleihen den Markt weiterhin anführen. Diese Divergenz ist kein Zufall, sondern wird durch die unterschiedlichen politischen Zwänge, Inflationselastizitäten und Liquiditätszustände der verschiedenen Volkswirtschaften angesichts desselben externen Schocks bestimmt.
Makroökonomischer Hintergrund
Die Auslandsmärkte handeln mit einer „Ölpreis-bedingten Reflation“. Berichten von Reuters zufolge stiegen die Brent-Ölpreise um etwa 7 % auf rund 102 Dollar, nachdem die USA die Sperre der iranischen Schifffahrt vorantrieben. Die Bank of Japan hat derweil klar auf die Störungsrisiken von Nahost-Konflikten auf Wirtschaft und Preise hingewiesen, und die 10-jährige japanische Staatsanleihe-Rendite erreichte ein 29-Jahres-Hoch. Im Vergleich dazu ist der durch Importe bedingte Inflationsdruck in China zwar vorhanden, aber aufgrund von Energiereserven, Preisregulierungen und einem relativ stabilen Liquiditätsumfeld bleiben die Marktprognosen für die Bewältigung des Schocks optimistischer.
Übergreifende Auswirkungen auf Vermögenswerte
Dies bedeutet, dass zwar geopolitische Schocks existieren, die Preisrichtungen unterschiedlicher Vermögenswerte jedoch deutlich voneinander abweichen. Für die ausländischen Anleihemärkte bedeutet ein hoher Ölpreis höhere Laufzeitprämien und eine vorsichtigere Erwartung an eine geldpolitische Lockerung; in Chinas Anleihemärkten hingegen schlägt sich der Schock mehr in einer Schrumpfung der Risikobereitschaft und einer verstärkten Nachfrage nach sicheren Anlagen nieder, nicht in einem schnellen Anstieg der Leitzinsen. Das Ergebnis ist, dass chinesische Langzeitstaatsanleihen im Vergleich zu Aktien, Devisen und sogar zu ausländischen zinsbasierten Vermögenswerten eine größere Stabilität zeigen. Die von Ihnen bereitgestellten Daten zeigen, dass die 30-jährige Staatsanleiherendite erheblich schneller als die der 10-jährigen zurückgeht, was sich aus der Kombination von heimischem Sicherheitsbestreben und Langfristigkeitshandel als Vorteil des ultralangen Bereichs ergibt.
Zinsdifferenzen und Allokationsschwerpunkte
Während die Renditen japanischer Langzeitstaatsanleihen steigen, bleiben die der chinesischen 10-jährigen Staatsanleihe auf einem niedrigen Niveau, sodass sich die inverse Zinsdifferenz zwischen Japan und China weiter ausweitet. Auch wenn diese Veränderung nicht unbedingt zu einem großangelegten Umstieg quersubventionierter Gelder führt, stärkt sie die Wahrnehmung inländischer Institutionen von der geringen Volatilität und der Allokationsfähigkeit von Anleihen in Landeswährung. Insbesondere in einem Umfeld, das durch eine relativ hohe Bewertung am kurzen Ende und eine reichliche Liquiditätslage gekennzeichnet ist, werden der lange und der ultralange Bereich naturgemäß zum Hauptziel für die Einbringung von Geld. Reuters-Berichte über chinesische politische Erwartungen zeigen auch, dass große ausländische Banken ihre Wetten auf Zinssenkungen im Jahresablauf weitgehend abgeschwächt haben, jedoch nicht die Annahme einer fortgesetzten Liquiditätsunterstützung.
Risikovorsorge
Der Schlüssel zu den zukünftigen Entwicklungen der chinesischen Anleihen liegt nicht in der ausländischen Lage selbst, sondern darin, ob der externe Ölpreisschock letztlich zu einer Veränderung der inländischen Preis- und Wachstumspfade führt. Sollte der importbasierte Inflationsdruck ruhig abgeschwächt, die Liquiditätslage locker gehalten und die Erwartungen an die langfristige Versorgung weiterhin freundlich sein, könnten die Langstreckenrenditen weiterhin zu einer sich verstärkenden Tendenz neigen. Umgekehrt könnte, wenn die wirtschaftliche Basis schneller als erwartet anzieht und das Tempo der finanziellen Versorgungsgüter steigt, die gegenwärtige Nivellierung der Kurve vorübergehend abkühlen. Zum Zeitpunkt des 13. April bleiben chinesische Anleihen eine der wenigen stabilen Anlagen inmitten der globalen Volatilität.