
Hintergrund der Besprechung: Fed bleibt unverändert, aber Gegenstimmen heben Spaltung hervor
Nach der geldpolitischen Sitzung im Januar hat die US-Notenbank das Ziel für den Leitzins bei 3,50%—3,75% unverändert belassen. Die Entscheidung war nicht einstimmig: Waller und ein anderes Mitglied stimmten dagegen und plädierten für eine Senkung um 25 Basispunkte.
Diese "Pause" erfolgt nach mehreren Zinssenkungen im Jahr 2025, was bedeutet, dass das Komitee insgesamt bereit ist, auf weitere Daten über Inflation und Wachstum zu warten, bevor es den nächsten Schritt festlegt.
Wallers Kernüberzeugung: Zinsen sind immer noch hoch, müssen näher an "neutral" herangeführt werden
In einer nach der Sitzung veröffentlichten Erklärung erklärte Waller, dass die mehrfachen Zinssenkungen im vergangenen Jahr die Politik in Richtung Neutralität bewegt haben, er jedoch glaubt, dass die Geldpolitik immer noch die Wirtschaftstätigkeit bremst. Laut den neuesten Daten sei „weitere Lockerung notwendig“.
Seine Logik ist nicht kompliziert: Wachstum sieht oberflächlich gut aus, aber der Arbeitsmarkt zeigt weniger Stärke; in dieser Kombination könnte eine weitere Senkung der Zinsen wirtschaftliche Puffer schaffen.
Beschäftigungssignale: Deutliche Verlangsamung der Neueinstellungen 2025, möglicherweise nach unten revidiert
Waller nannte den „schwächeren Arbeitsmarkt“ als Hauptgrund für seine Gegenstimme: Er wies darauf hin, dass die Arbeitslosenquote zwar in den neuesten Zahlen leicht gesunken ist, seit Mitte 2025 jedoch insgesamt einen Aufwärtstrend verzeichnet; wichtiger ist, dass 2025 weniger als 600.000 Stellen geschaffen wurden, was deutlich unter dem Durchschnitt von rund 1,9 Millionen pro Jahr der letzten zehn Jahre liegt.
Er betonte auch, dass die Beschäftigungsstatistiken bald berichtigt werden sollen, was möglicherweise zeigt, dass das Lohn- und Beschäftigungswachstum 2025 „praktisch null“ war. Zudem hörte Waller in mehreren Forschungs- und Kommunikationsveranstaltungen von Unternehmen, dass sie geplante Entlassungen im Jahr 2026 vornehmen, was ihn zusätzlich beunruhigt, dass sich die Arbeitsmarktschwäche von einer „langsamen“ zu einer „schnellen Variable“ entwickeln könnte.
Inflationsperspektive: Erhöhungen durch Zölle bedeuten nicht automatisch Straffung; entscheidend sind stabile Erwartungen
Hinsichtlich der Inflation räumte Waller ein, dass Zölle die Inflationszahlen in die Höhe treiben, er glaubt jedoch, dass die Politik in gewissem Maße über solche Schocks „hinwegsehen“ sollte, solange die Inflationserwartungen verankert bleiben; ohne Zolleinfluss liegt die Inflation näher am 2%-Ziel und tendiert in Richtung einer nachhaltigen Senkung.
Anders ausgedrückt: Er betrachtet Zollerhöhungen mehr als ein Störfaktor in der Preisgestaltung und nicht als Signal für eine Überhitzung der Nachfrage, die eine restriktivere Politik erfordert, um sie zu zügeln.
Warum immer wieder auf den „neutralen Zinssatz von 3%“ verweisen: Puffer für Beschäftigung schaffen, schmerzhaftere Nachbesserungen vermeiden
Waller bezog sich auf die mittlere Schätzung der FOMC-Mitglieder für den neutralen Zinssatz (rund 3%) und stellte fest, dass der derzeitige Leitzins immer noch etwa 50–75 Basispunkte über dem neutralen Niveau liegt; angesichts der Kombination aus „schwachem Arbeitsmarkt und wenn die inflationären Effekte der Zölle herausgerechnet werden, näher am Ziel liegender Inflation“ neigt er dazu, zunächst die Zinsen zu senken, um die Beschäftigungsresilienz zu stärken und die Schwierigkeiten bei deutlicher Verschlechterung zu mindern.
Worauf der Markt als nächstes achten wird: Datenkorrekturen, Inflationskomponenten und Äußerungen von Funktionären
Für den Markt hat diese Uneinigkeit den Fokus wieder auf zwei Hauptlinien gerückt:
- Ob sich die Beschäftigungsdaten weiter verschlechtern: insbesondere nachfolgende Korrekturen, Arbeitslosenquote und Anzeichen für Einstellung/Entlassung;
- Wie sich der „Zollanteil“ der Inflation von der Trendinflation abtrennt: Wenn sich die Trendinflation weiter der 2%-Marke nähert, finden taubenhafte Ansichten eher Anklang bei den Märkten;
- Ob die Kommunikation der Fed weiterhin „beobachtend“ bleibt: Powell drückte bei der Pressekonferenz die Haltung aus, „Daten die Richtung vorgeben zu lassen“, was bedeutet, dass der politische Kurs in naher Zukunft stark von Daten abhängt.
