- Laut einer aktuellen Umfrage von Reuters unter einunddreißig Marktanalysten und Händlern wurde das mittlere Kursziel für Gold im Jahr 2026 auf 4916 USD pro Unze angehoben, ein historischer Höchstwert in der Geschichte dieser Umfrage, was eine systematische Neubewertung im Vergleich zur Vorjahreserwartung von 3000 USD pro Unze darstellt.
- Nachdem der Goldpreis Ende Januar dieses Jahres ein Hoch von etwa 5595 USD pro Unze erreicht hatte, fiel er im Februar um etwa 11% aufgrund einer Verschiebung der Liquiditätspräferenzen infolge von militärischen Maßnahmen der USA und Israels gegen den Iran, blieb jedoch im Gesamtjahr mit einem Anstieg von fast 9% im Plus.
- Im Gegensatz zur starken Erwartung bei Gold, wurde der durchschnittliche Zielpreis für Silber im Jahr 2026 aufgrund der verlangsamten Nachfrage im Industriesektor, insbesondere im Bereich der Solarenergie, leicht von zuvor 79,50 USD pro Unze auf 78 USD pro Unze angepasst, was einen signifikanten Rückgang gegenüber dem im Januar erreichten Hoch von 121,64 USD pro Unze darstellt.
Systematische Neubewertung der Zielpreise für Edelmetalle
Derzeit erlebt der globale Rohstoffmarkt eine tiefgreifende Anpassung der Preisbenchmarks. Die von Reuters zusammengestellten Prognosedaten zeigen, dass die zentrale Langfristbewertung von Gold durch institutionelle Investoren von vor drei Monaten 4746,50 USD pro Unze auf nun 4916 USD pro Unze deutlich angestiegen ist. Dieser prognostizierte Rekordwert spiegelt wider, dass der Markt inmitten makroökonomischer Unsicherheiten und der Erwartung von Währungsabwertungen das stetige Goldkaufverhalten der Zentralbanken als Kernanker zur Unterstützung des Goldpreisniveaus sieht. Mit zunehmender Unsicherheit über den politischen Kurs der Federal Reserve wird die defensive Prämie von ertragslosen Vermögenswerten im Portfolio neu bewertet.
Geopolitische Konflikte und Liquiditätsdruck: Mikropolitik
Obwohl die langfristigen Erwartungen nach oben gerichtet sind, hat die kurzfristige Volatilität des Goldmarktes deutlich zugenommen. Die Preisentwicklung von Januar bis Februar dieses Jahres zeigt die zweischneidige Wirkung geopolitischer Ereignisse auf die Liquidität. Nachdem ein historisches Hoch von etwa 5595 USD pro Unze erreicht worden war, führte die Eskalation militärischer Konflikte im Nahen Osten nicht zu einem Anstieg der Goldpreise, wie es konventionelle Theorien nahelegen würden, sondern zu einem Rückgang von etwa 11%. Händler berichten, dass in extrem unsicheren Zeiten institutionelle Verkäufe von hochliquiden Vermögenswerten zur Erfüllung von Margenanforderungen oder zur Sicherung von Bargeld Vorräten führten, was zu einem kurzfristigen Verkaufsdruck auf sichere Vermögenswerte führte. Der kumulative Anstieg von fast 9% im Jahr zeigt jedoch, dass, sobald der kurzfristige Liquiditätsdruck nachlässt, die zugrundeliegende Nachfrage das Marktangebotsaufnahme schnell übernimmt.
Industrielle Attribute belasten die Silberpreiserwartungen
Während die Zielpreise für Gold kontinuierlich angehoben werden, zeigt die langfristige Preisprognose für Silber ein differenziertes Bild. Analysten haben ihre Prognose für den durchschnittlichen Silberpreis im Jahr 2026 auf 78 USD pro Unze gesenkt, was die Gewichtung bei der doppelseitigen Preisbewertung von Silber widerspiegelt. Vormals, getrieben durch das Zusammenspiel von Investitionskapital und industrieller Nachfrage, erreichte Silber im Januar dieses Jahres ein temporäres Hoch von 121,64 USD pro Unze. Der Rückgang auf das derzeitige Preisniveau von etwa 75 USD pro Unze wird hauptsächlich auf die schwächelnde Nachfrage in zentralen Industriebranchen wie der Solarenergie zurückgeführt. Sollte der globale Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie zukünftig keine wesentliche Expansion zeigen, könnte das Potenzial für höhere Silberpreise weiterhin durch fundamentale Kräfte eingeschränkt bleiben.