- Der Spotpreis für Gold stieg im Tagesverlauf um über 60 US-Dollar auf etwa 4570 US-Dollar pro Unze, hauptsächlich angetrieben durch den marginalen Fortschritt in den geopolitischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
- Internationale Rohöl-Futures und der US-Dollar-Index standen gleichzeitig unter erheblichem Druck, wobei WTI-Rohöl um über 5 % fiel und der US-Dollar-Index auf etwa 99,00 zurückging.
- Der Zins-Swap-Markt korrigiert die Erwartungen an die Straffung der US-Notenbank in hoher Frequenz, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember laut CME FedWatch auf fast 40 % angepasst wurde.
Optimismus über den Durchbruch der US-Iran-Verhandlungen und die Neustrukturierung der Risikoprämie
Der Spotpreis für Gold verzeichnete am Montag während der nordamerikanischen Handelssitzung eine starke Erholung, wobei der Goldpreis nach dem Durchbrechen des vorherigen Widerstands schnell anstieg und im Tagesverlauf um über 1,3 % zulegte. Der Hauptkatalysator für diese Neubewertung von Edelmetallanlagen war die unerwartete Entspannung der Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump erklärte öffentlich, dass die multilateralen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran geordnet und konstruktiv voranschreiten. Diese positive diplomatische Aussage führte dazu, dass die zuvor aufgrund von Konflikten im Nahen Osten in die globale Vermögenspreisgestaltung eingebettete hohe geopolitische Risikoprämie strukturell ins Wanken geriet, und Kapital strömte im Rahmen der makroökonomischen Liquiditätsumverteilung zurück in Long-Positionen bei Gold.
Resonanzmechanismus von Rohölabsturz und Dollar-Rückgang
Mit den positiven Signalen aus den Verhandlungen erlebten die globalen Rohstoff- und Devisenmärkte am Montag eine heftige Neubewertung der Vermögenswerte. Laut Rückmeldungen aus Schifffahrts- und Energiekreisen könnte der potenzielle Inhalt des Abkommens die Verlängerung der Waffenstillstandsfrist um 60 Tage, die schrittweise Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus und die vollständige Aufhebung der US-Seeblockade gegen wichtige iranische Häfen umfassen. Angetrieben von diesen Erwartungen fiel der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures im Tagesverlauf stark um über 5 %. Gleichzeitig fiel der US-Dollar-Index, der den Dollar gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, von seinem Hoch und näherte sich der Marke von 99,00. Der Rückgang der Rohölpreise und die Schwäche des Dollars bildeten eine starke makroökonomische Kraft, die sowohl auf der Nenner- als auch auf der Kostenseite zur Neuausrichtung der Goldpreisbewertung im Währungsmarkt führte.
Aus einer tieferen makroökonomischen Perspektive betrachtet, verzerrt die Möglichkeit eines US-Iran-Abkommens grundlegend die zuvor die Goldpreise unterdrückende langfristige makroökonomische Erzählung. Seit dem Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar dieses Jahres war die durch den Anstieg der globalen Energiepreise ausgelöste Zweitrundeneffekte-Inflation ein zentraler Grund, warum die weltweit führenden Zentralbanken, angeführt von der US-Notenbank, eine restriktive Geldpolitik beibehalten haben. Die Haltekosten für das nicht ertragsbringende Gold blieben daher hoch. Mit der zunehmenden Erwartung einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus beginnt der Markt jedoch, seine aggressiven Wetten auf eine weitere Erhöhung der Kreditkosten durch die US-Notenbank zu reduzieren. Derzeit zeigt das CME FedWatch-Tool, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die US-Notenbank auf der Dezember-Sitzung auf fast 40 % gesunken ist.
Kapitalflüsse unter dem Einfluss von Kerntechnischen Durchschnittslinien
Aus der Sicht quantitativer Indikatoren auf technischen Charts hat der Spotpreis für Gold nach dem Überstehen des vorherigen Verkaufsdrucks erfolgreich die 200-Tage-Simple-Moving-Average-Linie bei etwa 4381 US-Dollar pro Unze gehalten, was darauf hindeutet, dass die mittelfristige Long-Struktur weiterhin stark konstruktiv ist. Um jedoch das jüngste volatile Muster vollständig zu durchbrechen, müssen die Bullen auf Tagesbasis die 100-Tage-Simple-Moving-Average-Linie bei etwa 4800 US-Dollar effektiv überwinden. Der Relative-Stärke-Index auf dem Tageschart liegt bei 44, und der Moving Average Convergence Divergence-Indikator bleibt unterhalb der Nulllinie, was darauf hindeutet, dass trotz der starken Aufwärtsdynamik der Bullen im Tagesverlauf der Gesamtmarkt weiterhin in einer Konsolidierungsphase zwischen den wichtigen Durchschnittslinien bleibt. Sollten die geopolitischen Verhandlungen in Zukunft erneut ins Stocken geraten, wird der horizontale Unterstützungsbereich bei etwa 4500 US-Dollar erneut einem technischen Test durch die Bären ausgesetzt sein.