- Laut Berechnungen des Datenanalysemodells stieg das Leerverkaufsvolumen gegen die zehn größten US-Lebensversicherer in den letzten zwölf Monaten um fast 3 Milliarden US-Dollar, wobei das Gesamtvolumen 5,3 Milliarden US-Dollar erreichte und das Verhältnis der ausgeliehenen Aktien zum Leerverkauf um über 130 % anstieg.
- Der Internationale Währungsfonds (IWF) zitiert Daten von Moody's, wonach etwa 35 % der Mittel in den Bilanzen amerikanischer Lebensversicherer tief in Privatkrediten gebunden sind, was die institutionellen Sorgen über das Liquiditätsmismatch dieser Basisvermögenswerte verstärkt.
- Der S&P 500 US-Versicherungsindex (.SPXIN) ist seit Jahresbeginn um fast 5 % gefallen und hat damit den um 4,7 % steigenden S&P 500 Index (SPX:IND) deutlich unterboten, wobei Kerntitel wie Brighthouse Financial (BHF:US) einen Short-Anteil von zeitweise über 13 % aufwiesen.
Risiken der Preisgestaltung durch Exposure in Privatkrediten
Globale Hedgefonds bewerten intensiv die Gesundheit der Bilanzen der Lebensversicherungsbranche neu. Nach über einem Jahrzehnt mit niedrigen Zinssätzen haben US-Versicherer systematisch die Allokation in hochverzinsliche Privatkredite erhöht, um die Kosten für langfristige Verbindlichkeiten zu decken. Laut Daten von Barclays wies das Volumen von Privatkrediten, das von US-Versicherern gehalten wird, bis 2025 eine Steigerung von etwa 20 % auf. Da das makroökonomische Zinsniveau hoch bleibt, sehen sich diese Kredite, die speziell an mittlere Unternehmen und AI-Infrastruktur gerichtet sind, vor Bewertungsherausforderungen. Marktteilnehmer berücksichtigen das Risiko mangelnder Sekundärmarktliquidität und die Intransparenz der Bewertung von Privatkrediten direkt in den Aktienbewertungsmodellen der Versicherer.
Branchenindex bleibt hinter dem Markt zurück, Gewinne unter Druck
Der Kapitalabfluss auf Mikroebene hat am Aktienmarkt zu einem erheblichen relativen Nachteil geführt. Der S&P 500 US-Versicherungsindex zeigt eine deutliche Abweichung von der Entwicklung des Gesamtmarktes. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht haben Barclays-Analysten ihre Finanzprognosen gesenkt und erwarten, dass der aggregierte Gewinn pro Aktie (EPS) der 15 wichtigsten Lebensversicherer in den USA in diesem Jahr um fast 7 % zurückgehen wird. Diese pessimistischen Erwartungen resultieren hauptsächlich aus zweifachem Druck: Erstens eine mögliche Erhöhung der Kredit-Ausfallquoten bei einer Konjunkturabschwächung und zweitens das Risiko von Kapitalwertverlusten in den Stress-Tests der Privatkredit-Portfolios. Trotz der Annahme einiger Investmentbanken, dass die gegenwärtige Leerverkaufsstimmung möglicherweise eine übertriebene Rezessionssituation berücksichtigt, scheint der defensive Abwanderungstrend der Mittel noch kein Ende zu haben.
Strukturelle Anomalien bei der Mikro-Leerverkaufsposition
Auf der Ebene des einzelnen Unternehmens zeigt sich eine äußerst hohe strukturelle Konzentration der Leerverkäufe. Die Short-Positionen der Principal Financial Group (PFG:US) stiegen im letzten Jahr um mehr als 80 % und erreichten im März einen Höchstwert von über 4 % der umlaufenden Aktien. Brighthouse Financial (BHF:US) steht unter noch größerem Short-Druck, wobei der Short-Anteil Anfang März ein Rekordhoch von 13 % erreichte. Darüber hinaus stiegen die Short-Positionen von Prudential Financial (PRU:US) stetig von 1,96 % auf 3,27 %. Diese Handelsdaten zeigen, dass Hedgefonds keine undifferenzierte Short-Strategie für die gesamte Branche verfolgen, sondern gezielt jene Versicherer anvisieren, die in Privatkrediten aggressiver engagiert sind und deren überschüssiges Kapital relativ begrenzt ist.
Schattenbanking und Regulierungslücken-Arbitrage
Einer der zentralen logischen Gründe für den massiven Einsatz von Leerverkäufen ist der Trend zur Schattenbankierung in der Asset-Allocation der Versicherungsbranche. Der Bonds-Chef von Mediolanum International Funds hebt hervor, dass Privatkredite als Anlageklasse einer weit geringeren regulatorischen Prüfung unterliegen als das traditionelle Bankensystem. Der ehemalige Branchenprüfer Tom Gober schätzt, dass Versicherer bereits Transaktionen im Wert von bis zu 1,54 Billionen US-Dollar an Tochtergesellschaften mit eingeschränkter Transparenz übertragen haben. Diese komplexe Struktur, die sich zwischen den Vermögensverwaltungs- und Versicherungspools erstreckt, hat effektiv ein großes Offshore- und Bilanznetzwerk aufgebaut. Da die bestehenden Regulierungsreformen nicht ausreichen, um die tatsächliche Kreditqualität dieser Basisgüter vollständig zu durchdringen, sieht sich der Markt gezwungen, potenzielle systemische Schwarz-Schwan-Ereignisse durch Leerverkäufe von Muttergesellschaftsaktien abzusichern.