Am 26. September 2026 hat der weltweite Ausverkauf bei Staatsanleihen die Unternehmensanleihemärkte bislang nicht spürbar belastet. Unternehmensanleihen zeigen sich weiterhin vergleichsweise robust. Diese Widerstandsfähigkeit könnte jedoch schwerer aufrechtzuerhalten sein, wenn die Volatilität an den Anleihemärkten weiter zunimmt. In der Vergangenheit gingen stärkere Schwankungen – ein Maß für die Unsicherheit über die Richtung der Renditen – Phasen voraus, in denen Unternehmensanleihen unter Druck gerieten.
Steigende Volatilität setzt Kreditmärkte unter Beobachtung
Die größere Unsicherheit über den weiteren Renditeverlauf deutet auf unterschiedliche Einschätzungen der Anleiheinvestoren zur Entwicklung der Zinsen hin. Frühere Marktphasen zeigen, dass stärkere Bewegungen bei Anleihekursen und Renditen häufig auf Schwierigkeiten im Bereich der Unternehmensanleihen vorausgingen.
Nimmt die Anspannung an den Märkten zu, könnten vorsichtigere Privatanleger und andere Anleihehalter Gelder abziehen. Dadurch würde die Nachfrage nach Unternehmensanleihen sinken und zusätzlicher Druck auf die Kurse entstehen – selbst wenn der Markt zunächst vom breiteren Ausverkauf bei Staatsanleihen abgeschirmt erscheint.
Unternehmensanleihen trotzen dem Ausverkauf bei Staatsanleihen bislang
Unternehmensanleihen haben sich zuletzt besser gehalten als Staatsanleihen. Damit zeigt sich ein deutlicher Gegensatz zum weltweiten Ausverkauf an den Staatsanleihemärkten. Die relative Stärke nimmt den Anlass zur Vorsicht durch die steigende Volatilität jedoch nicht. Sollten Anleger ihre Allokationen wegen zunehmender Unsicherheit über die Zinsentwicklung reduzieren, könnten sowohl die Nachfrage nach Unternehmensfinanzierungen als auch die Preisbildung am Markt für Unternehmensanleihen unter Druck geraten.
Die verfügbaren Informationen enthalten keinen konkreten Volatilitätswert, keine Angaben zum Umfang möglicher Mittelabflüsse aus Fonds und keine Messgröße für Veränderungen bei den Kursen von Unternehmensanleihen. Das mögliche Ausmaß des Drucks lässt sich daher derzeit nicht beziffern.
Für Anleger in Unternehmensanleihen bleiben die Entwicklung der Staatsanleihemärkte und Veränderungen bei der Anleihevolatilität wichtige Indikatoren für die Marktstimmung. Fest steht bislang, dass Unternehmensanleihen vergleichsweise stabil bleiben, während die Volatilität ein Signal sendet, das aufmerksam beobachtet wird. Ob daraus ein breiterer Druck auf Unternehmensanleihen entsteht, wird von der weiteren Marktentwicklung abhängen.