
Der niederländische Lithografiegeräte-Riese ASML hat nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des vierten Quartals und des Gesamtjahres 2025 seine Umsatzprognose für 2026 angehoben. Das Unternehmen erklärte, dass die Expansionsnachfrage der Chiphersteller rund um Künstliche Intelligenz (KI) klarer geworden sei, was zu einer deutlichen Erholung der Aufträge geführt habe. Der Markt reagierte zu Handelsbeginn positiv.
Prognoseerhöhung: 2026 Umsatz 340-390 Milliarden Euro, Bruttomarge 51%-53%
ASML erwartet für 2026 einen Nettoumsatz von 340 Milliarden bis 390 Milliarden Euro mit einem angestrebten Bruttomargenziel von 51% bis 53%. Das obere Ende des Bereichs wird vom Markt als "KI-getriebene Aufwärtspotenzial" interpretiert.
Gleichzeitig gab das Unternehmen eine vorläufige Spanne für das erste Quartal 2026 bekannt: Der Nettoumsatz wird auf 82 Milliarden bis 89 Milliarden Euro geschätzt und die Bruttomarge wird ebenfalls auf 51% bis 53% prognostiziert.
Starke Aufträge: Q4 Nettoaufträge 132 Milliarden Euro, EUV trägt 74 Milliarden Euro bei
Der Auftragsbestand ist der Schwerpunkt dieses Finanzberichts. ASML gab bekannt, dass die Nettoaufträge im vierten Quartal 2025 132 Milliarden Euro erreichten, davon kamen 74 Milliarden Euro aus EUV-Systemen (Extreme Ultra Violet).
Im Vergleich zum Vorquartal stiegen diese von zuvor 54 Milliarden Euro deutlich an und lagen weit über den von Visible Alpha erfassten Erwartungen der Analysten, was darauf hinweist, dass sich das Expansionsniveau zum Jahresende beschleunigte.
Darüber hinaus hat das Unternehmen am Jahresende einen Auftragsbestand (Backlog) von etwa 388 Milliarden Euro, was eine gute Sichtbarkeit für die zukünftige Umsatzrealisierung bietet.
Ergebnisfärbung: 2025 Umsatz und Gewinn auf Rekordhoch, EUV als Schlüsselfaktor
Auf der Ergebnisseite lag der Nettoumsatz von ASML für das Gesamtjahr bei etwa 327 Milliarden Euro, der Nettogewinn bei etwa 96 Milliarden Euro mit einer Bruttomarge von etwa 52.8%; im vierten Quartal lag der Nettoumsatz bei etwa 97 Milliarden Euro mit einer Bruttomarge von etwa 52.2%.
Das Management betonte in seinem Ausblick, dass die Kunden die mittelfristigen Marktbedingungen positiver einschätzen, basierend auf der Erwartung einer "nachhaltigeren" Nachfrage im Zusammenhang mit KI. ASMLs Schlüsselstellung im Bereich der EUV-Ausrüstung für fortschrittliche Prozesse begünstige die Übertragung von Auftragsverbesserungen auf die mittelfristigen Prognosen des Unternehmens.
Aktionärsrendite steigt: 120 Milliarden Euro Rückkauf + Dividendenerhöhung
In Bezug auf die Kapitalrendite kündigte ASML ein neues Aktienrückkaufprogramm an: bis zu 120 Milliarden Euro, das bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen werden soll.
In Bezug auf die Dividende plant das Unternehmen, für das Jahr 2025 eine Dividende von 7.50 Euro/Aktie zu deklarieren, was einer Erhöhung von 17% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Worauf der Markt als nächstes achten wird
- Ob die KI-Investitionen weiter steigen: Die von Cloud-Computing-Giganten getriebenen Investitionen in KI-Rechenleistung beeinflussen direkt das Expansionstempo für fortschrittliche Logik- und Speicherchips.
- Die Nachhaltigkeit des EUV- und Installationsservicegeschäfts: Zusätzlich zu einem Anstieg der Bestellungen werden auch die Einnahmen aus bestehenden Installationen und Upgrades die Ergebnissicherheit beeinflussen.
- Der Pfad zur Erfüllung der Prognosen: Vom Q1-Spanne bis zum Jahresziel bleibt das Tempo der Auslieferungen, Abnahmen und Umsatzrealisierungen in den kommenden Quartalen eine Quelle für Schwankungen.
