- Nvidia wird am Mittwoch nach Börsenschluss an der Wall Street die neuesten Quartalsergebnisse bekannt geben. HSBC erwartet in ihrem Prognosebericht, dass der Umsatz 81,1 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was über der Unternehmensprognose von 78 Milliarden US-Dollar und dem Marktkonsens liegt.
- Die Analysten von HSBC halten an ihrer Kaufempfehlung fest und haben das 12-Monats-Kursziel für Nvidia von 295 US-Dollar auf 325 US-Dollar angehoben, was ein potenzielles Aufwärtspotenzial von etwa 46 % gegenüber dem Schlusskurs des Vortages darstellt.
- Gleichzeitig warnt die Bank, dass angesichts der Tatsache, dass die Aktienkursentwicklung in diesem Jahr deutlich hinter dem Halbleitersektor zurückgeblieben ist, eine einzelne über den Erwartungen liegende Leistung möglicherweise nicht ausreicht, um den Aktienkurs zu steigern. Der Markt benötigt dringend neue marginale Katalysatoren.
Kernantriebskräfte der Rechenzentren und KI-Chips
Laut dem von HSBC veröffentlichten Prognosemodell bleibt das starke Wachstum im Rechenzentrumsbereich der entscheidende Antrieb für Nvidias Gewinnentwicklung. Die Bank erwartet, dass der Umsatz im ersten Quartal um 4 % über der zuvor von der Unternehmensleitung angegebenen Prognose von 78 Milliarden US-Dollar und um 3 % über der Marktkonsensprognose von Visible Alpha liegen wird. Diese optimistische Einschätzung stützt sich auf die anhaltend starke Nachfrage nach High-End-KI-GPU-Chips weltweit. In einem Umfeld, in dem die Investitionsausgaben der Hyperscale-Cloud-Anbieter hoch bleiben, erobert Nvidia dank seines integrierten Ökosystems aus Hard- und Software weiterhin einen großen Marktanteil und übertrifft damit die Erwartungen der Wall Street.
Relative Underperformance und Neubewertung des Bewertungsniveaus
Obwohl die Gewinnentwicklung voraussichtlich weiterhin über den Erwartungen liegen wird, zeigt der Kursverlauf von Nvidia am Kapitalmarkt eine gewisse Diskrepanz. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um etwa 19 % gestiegen, was deutlich hinter dem Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index von etwa 60 % im gleichen Zeitraum zurückbleibt. Der Aktienkurs liegt derzeit etwa 6 % unter dem Allzeithoch von 236,54 US-Dollar, das am 14. Mai erreicht wurde. HSBC weist darauf hin, dass selbst wenn das Unternehmen in diesem Quartalsbericht eine klassische Übererfüllung und eine Anhebung der Prognosen zeigt, diese regelmäßig beeindruckenden Berichte möglicherweise nicht ausreichen, um eine systematische Neubewertung des Bewertungsniveaus auszulösen, da die über den Erwartungen liegenden Leistungen bereits teilweise eingepreist sind.
Fehlende neue Katalysatoren und divergierende Wachstumstreiber
Analysten weisen darauf hin, dass die Dynamik für den nächsten großen Kursanstieg von Nvidia vor einer narrativen Herausforderung steht. Mit der Zeit nimmt der marginale Anreizeffekt der nächsten Generation neuer Architekturen allmählich ab. HSBC hebt in ihrem Bericht hervor, dass sich der Fokus der Branche strukturell verschiebt, weg von den Investitionsausgaben der Hyperscale-Cloud-Anbieter hin zu breiteren Wachstumsbereichen wie der KI-Infrastruktur. Wenn Nvidia keine neuen hochwachsenden Anwendungsszenarien außerhalb der Rechenleistungschips aufzeigen kann, könnte der marginale Aufwärtsspielraum des Aktienkurses vorübergehend eingeschränkt sein.
Optionspreislogik unter angehobener Prognose
In der Vorbereitungsphase vor der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Mittwoch wird der Optionsmarkt die potenzielle implizite Volatilität von Nvidia tiefgreifend bewerten. HSBC erwartet, dass Nvidia nicht nur im ersten Quartal die Erwartungen übertreffen wird, sondern auch für das zweite Quartal eine Umsatzprognose von 91,1 Milliarden US-Dollar abgeben wird, was deutlich über dem Marktkonsens von 85,6 Milliarden US-Dollar liegt. Die Analysten haben ihre Gewinnprognose pro Aktie für das Geschäftsjahr 2028 um 27 % auf 13,01 US-Dollar angehoben, wobei der Kernfaktor die Erhöhung der erwarteten fortschrittlichen Verpackungskonfigurationen auf der Wafer-Fertigungsebene von 900.000 auf 1,1 Millionen Einheiten ist. Sollte die letztendlich veröffentlichte Prognose jedoch nicht die hohen Erwartungen des Marktes erfüllen, könnte ein schneller Rückgang der Optionsprämien den Aktienkurs kurzfristig technisch belasten.